Salon im Wielandgut Oßmannstedt © Klassik Stiftung Weimar

Ausstellung im Goethe- und Schiller-Archiv

Charlotte von Stein gehört als wichtigste Bezugsperson Goethes in dessen erstem Weimarer Jahrzehnt, als Freundin Herzog Carl Augusts, Wielands, Herders, des Ehepaars Schiller und enge Vertraute der Herzogin Louise zu den zentralen Figuren des klassischen Weimar. Bis heute findet sie fast ausschließlich im Bezug zu Goethes Leben und Werk Beachtung. Die historische Person verschwindet noch immer hinter den literarischen Gestalten seiner Werke, wird zu Iphigenie, Leonore oder Lida.

Anlässlich ihres 275. Geburtstages präsentiert das Goethe- und Schiller-Archiv Erinnerungsstücke, Werkmanuskripte und Bildnisse sowie Briefe aus der umfangreichen Korrespondenz mit Freunden und Familienmitgliedern, darunter mit dem engen Freund und Seelenverwandten Carl Ludwig von Knebel, mit ihrem Schützling Charlotte von Schiller und dem Sohn Friedrich von Stein. Die Briefe Charlotte von Steins spiegeln die Vielfalt ihrer geistigen und künstlerischen Interessen und vermitteln ein einprägsames, dabei aber überraschend nüchtern unsentimentales Porträt ihrer Zeit. Für die Kultur- und Geistesgeschichte des ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts sind sie ein wichtiger Quellenfundus, der bislang noch wenig Beachtung fand.

Aus den wertvollsten Beständen des Archivs werden Goethes Reisetagebuch aus Italien für Charlotte von Stein und erstmals ein Band mit Briefen Goethes an die Freundin aus den Jahren 1779/80 gezeigt. Wieder und neu zu entdecken ist auch die Zeichnerin und Schriftstellerin Charlotte von Stein. Zu sehen ist unter anderem die von der Verfasserin korrigierte Reinschrift der zu ihren Lebzeiten ungedruckten Tragödie »Dido«, die originelle Adaption eines antiken Stoffes und weit mehr als ein biographischer Schlüsseltext. Es entsteht so das Bild einer außergewöhnlichen Frau: Eigenständig, mitfühlend-klug, an Kunst, Literatur und Wissenschaft interessiert und begabt für Freundschaften, doch ohne schwärmerische Empfindsamkeit, wurde sie zur Mentorin einer jüngeren Frauengeneration im klassischen Weimar.

In Kooperation mit dem Liebhabertheater Schloss Kochberg e. V., Theaterbetrieb an der Klassik Stiftung Weimar.

Öffnungszeiten

20. Januar bis 28. Mai 2017
Goethe- und Schiller-Archiv
Jenaer Straße 1 | 99425 Weimar
Mo–Fr 8.30–18 Uhr
Sa/So/Feiertage 11–16 Uhr

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