Inventare des Goethe- und Schiller-Archivs

Aufgabe der Inventare ist es, die Bestände detailliert vorzustellen und damit der Forschung einen umfassenden Zugriff auf die Archivalien zu eröffnen.

Jeder zu inventarisierende Bestand wird so intensiv erschlossen und exakt verzeichnet, daß die darin enthaltenen Teile sowie der Aufbau und die Struktur des Bestandes deutlich erkennbar sind. Dabei werden über die archivalischen Einheiten hinaus alle in den Beständen enthaltenen Texteinheiten erfaßt, identifiziert und einem Werk, Brief, Tagebuch oder sonstigem Arbeits- oder Lebenszeugnis eines Autors zugeordnet.

Die Inventare zeichnen sich außerdem durch einen systematischen Nachweis der in anderen Beständen des Goethe- und Schiller-Archivs vorhandenen Handschriften eines Bestandsbildners aus. Die Grundsätze und Verfahren der Inventarisierung im Goethe- und Schiller-Archiv sind hier online als PDF-Datei (Acrobat Reader) abrufbar.

Ziel

Anders als die archivinternen Findbücher werden die Inventare publiziert und können somit bereits im Vorfeld eines Forschungsaufenthaltes und außerhalb des Archivs konsultiert werden. Ziel der Inventare ist es, den jeweiligen Nachlaß so umfassend und genau zu beschreiben, daß auch für sehr spezielle Forschungsthemen nachgewiesen wird, ob und welche Quellen der handschriftlichen Überlieferung vorhanden sind. Die Inventarisierung des Goethe-Bestandes stellt eine notwendige Voraussetzung für dessen Digitalisierung dar.

Inventar des Schiller-Bestandes

Die Reihe der Inventare wurde 1989 mit dem Inventar des Schiller-Bestandes eröffnet. Es verzeichnet für Friedrich Schiller sämtliche Werkmanuskripte, Briefe und anderen Unterlagen, die im Schillerbestand eingeordnet — oder wie der Briefwechsel mit Goethe — in anderen Beständen des GSA überliefert sind. Aus der schriftlichen Hinterlassenschaft der Familienangehörigen sind vor allem die Überlieferung von Charlotte von Schiller sowie der Nachlass von Emilie von Gleichen-Rußwurm hervorzuheben.

Inventar des Goethe-Bestandes

Gegenwärtig konzentrieren sich die Arbeiten auf die inventarmäßige Erfassung des umfangreichen Archivs, das Goethe hinterlassen hat und das die Keimzelle des GSA bildete. Der vollständige Nachweis aller in diesem Bestand vorhandenen Quellen und Textzeugen ist ein Desiderat der Goethe-Forschung und unabdingbare Voraussetzung zukünftiger Goethe-Editionen.

Gedichte

Als erster Teil wurde das Inventar sämtlicher Gedichtmanuskripte Goethes vorgelegt. Es beschreibt zu etwa 2800 Gedichten mehr als 5000 Textzeugen, darunter 1660 Handschriften Goethes. Die Verwaltung der Daten sowie die Erstellung der Druckvorlagen erfolgten mit Hilfe des Textverarbeitungsprogrammes TUSTEP.
Sämtliche weltweit bekannten Manuskripte sind auch online abrufbar.

Dramen und Prosa

Derzeit wird der zweite Teil des Inventars zum Goethe-Bestand — die Dramatischen Werke, Romane und Erzählungen, die Autobiographischen Werke, die Schriften zur Literatur und Kunst und die Versepen — bearbeitet. Die laufend anwachsenden Erschließungsdaten werden in einer allegro-Datenbank abgelegt und verwaltet. Sie sind archivintern für Recherchen nutzbar.

Naturwissenschaftliche Schriften

Mit der Inventarisierung von Goethes Naturwissenschaftlichen Schriften, dem dritten Teil des Goethe-Inventars, konnte dank der Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft im Jahr 2000 begonnen werden.

Briefe

Als Referenzeditionen für die Briefe Goethes liegen die Regestausgabe der Briefe an Goethe und das Repertorium der Goethe-Briefe vor.

Tagebücher

Bei der Verzeichnung der Tagebuchhandschriften erfolgt eine Abstimmung mit den Mitarbeitern der historisch-kritischen Ausgabe. Goethes Tagebücher

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