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Inkunabel-Sammlung
Zum Altbestand der Herzogin Anna Amalia Bibliothek gehören 427 Inkunablen. Ihre Erschließung wurde im Dezember 2006 abgeschlossen. Die Inkunabeln können über den Inkunabelkatalog online recherchiert werden.
Überblick über die Sammlung
1309 Titel Sign.: Inc. In dieser Sammlung sind Inkunabeln und eine Zahl von Postinkunabeln vereint. Zu den hier aufgestellten Drucken zählen vor allem solche aus der Offizin des Aldus Manutius und seiner Nachfolger und aus der Giuntinischen Offizin sowie eine Reihe von Drucken des frühen 16. Jhs., die aus anderen, vor allem aber aus den vier Grundgruppen herausgezogen wurden. Das Jahr 1520 galt dabei als Richtschnur, jedoch ohne durchgehend beachtet worden zu sein.. Vor allem haben hier auch Sammelbände Platz gefunden, in denen Inkunabeln und Postinkunabeln zusammengebunden sind. Zahlreiche Postinkunabeln sind auch ohne besondere Kennzeichnung im weiteren Bestand integriert. Inkunabeln (405 Titel): Vertreten sind theologische und profane Literatur, Ausgaben antiker Autoren wie auch zeitgenössische Literatur aus dem 15. Jh. Unter den antiken Autoren befinden sich: Plinius, Rom 1470; Sallust, Venedig 1482; Ovid, Venedig 1492; Valturius: De re militaria, Verona 1472; Ptolemaeus: Cosmographia, 1475; Bulla aurea Caroli IV, Nürnberg 1474; Silvius Aeneas: Epistolae familiaris, Nürnberg 1481. Lateinische Bibeln und andere theologische Schriften, von den 16 vorlutherischen deutschen Bibeln sind vorhanden die Eggestein-Bibel, Straßburg vor 1470; die Sensenschmidt-Bibel, Nürnberg 1476/ 1478, die Zainer-Bibel, Augsburg 1477; die niederrheinische Kölner-Bibel, um 1478; zwei Exemplare der Koberger-Bibel, Nürnberg 1483, eines davon in zwei Bänden ist besonders prächtig ausgestaltet durch reiche Kolorierung der Holzschnitte, Buchmalereien und Vergoldung der Initialen; die niederdeutsche Lübecker-Bibel, Lübeck: Steffen Arndes 1494. Aufmerksamkeit durch nachträgliche Notizen verdient das Konzilienbuch des Ulrich von Richenthal in der ersten Ausgabe Augsburg: Sorg 1483. Weiterhin sind zu nennen: Konrad von Megenberg: "Das Buch von der Natur". Augsburg 1481; "Das Leben der Heiligen". Nürnberg: Koberger, 1488 und drei Exemplare von Hartmann Schedels Weltchronik, Nürnberg: Koberger, 1493, zwei in lateinischer, eines in deutscher Sprache, durchgehend koloriert. Postinkunabeln (904 Titel): Die Zusammensetzung des Postinkunabelbestandes gleicht dem der Inkunabel-Abteilung, aufgenommen sind hier auch die Aldinen und Giuntinen bis zum Ausgang des 16. Jhs. Hingewiesen sei auf Virgil: "Opera cum Commentario Sebastian Brantii". Straßburg 1502; Guilhelmi de Ockami. Venedig 1504; Johannes Reuchlin: "De rudimentis Ebraicis Libri III" (1506); Avicenna: "Liber canonis medicinae". Venedig 1507; Geiler von Kaisersberg: "Erasmus von Rotterdam". Sebastian Brant ist mehrfach vertreten, gleichfalls Petrarca mit Ausgaben seiner Dialoge "De remediis utrinsque fortunae" (1472), der "Septem psalmi poenitentiales", in den achtziger Jahren bei Thanner in Leipzig gedruckt, oder der "Epistolae familiares" (1492).
Kataloge
Verzeichniß der Incunabeln und alten Drucke der Großherzoglichen Bibliothek zu Weimar. Bearb. von Friedrich Theodor Kräuter (ca. 1830). 1 Bd., Abt. 1: Inkunabeln ohne Angabe des Erscheinungsjahres, alphabetisch nach Verfassern und Sachtiteln; Abt. 2: Drucke von der Erfindung des Buchdruckes; bis 1520, chronologisch; Abt. 3: Drucke der Aldinischen Offizin, alphabetisch; Abt. 4: Drucke der Giuntinischen Offizin, alphabetisch; bis 1520.
Klassik Stiftung Weimar/Herzogin Anna Amalia Bibliothek: Die Inkunabeln. Bearbeitet von Eva Raffel. Wiesbaden: Harrassowitz 2007. 320 S., zahlr. Abb. (Bibliographien und Kataloge der Herzogin Anna Amalia Bibliothek zu Weimar)
Öffnungszeiten
Lesebereiche/Kataloge/Auskunft
Mo – Fr 9 – 21 Uhr
Sa 9 – 16 Uhr
Ausleihe
Mo – Fr 9 – 18 Uhr
Sa 9 – 16 Uhr
Information
Tel. 03643 | 545-205
info-haab@klassik-stiftung.de
Ausleihe Tel. 03643 | 545-206
Direktion Tel. 03643 | 545-200



