Herzogin Anna Amalia Bibliothek

Architektur des Studienzentrums

Ein umfangreicher Aus- und Neubau der Herzogin Anna Amalia Bibliothek verbessert seit 2005 die Arbeits- und Benutzungsmöglich­keiten entscheidend.

Für das Studienzentrum wurde ein für die Geschichte Weimars bedeutsamer historischer Gebäudekomplex mit dem Roten und Gelben Schloss nutzbar gemacht. Das Rote Schloss ist das älteste und architektonisch interessanteste Gebäude. Es wurde 1576 als Witwensitz für die Gemahlin des Herzogs Johann Wilhelm, Dorothea Susanna, errichtet. Bereits um 1630 wurde hier einmal der Buchbesitz von Herzog Wilhelm IV. aufbewahrt, ein Bestand, der zum Teil in die spätere Herzogliche Bibliothek eingeflossen ist. Der Schlösserkomplex ist ein Gefüge verschiedenartiger Baukörper aus unterschiedlichen Bauepochen (Renaissance, Barock bis zu Überformungen nach den Kriegszerstörungen). Er diente zuletzt als Sitz der Stadtverwaltung.

Für die Herzogin Anna Amalia Bibliothek ist es ein großer Gewinn, dass mit der Einbeziehung der benachbarten Liegenschaft eine räumliche Zersplitterung vermieden werden konnte. Die Idee der »einen Bibliothek« wurde baulich realisiert, denn die Baukörper des Studienzentrums und des Historischen Gebäudes sind durch das Tiefmagazin für einen Buchbestand von 1 Million Bänden unterirdisch miteinander verbunden. Mit dem Studienzen­trum wurden nicht nur neue Flächen für die Bibliothek geschaffen, sondern es wird das Konzept einer nutzerorientierten Forschungs­bibliothek umgesetzt. In einer Forschungsbibliothek steht die Arbeit mit den oft sehr seltenen historischen Beständen im Mittelpunkt.

Hauptzielgruppe unter den Bibliotheksbenutzern sind Wissenschaftler, die — zum Teil im Rahmen eines längeren Studienaufenthaltes — an Ort und Stelle mit den Quellen arbeiten. Darüber hinaus gibt die Bibliothek regelmäßig bibliographische Informationen heraus und stellt Kopien ihrer Bestände (Reprints, Papierkopien, Filme, Digitalisate) her, um Literaturwünsche von auswärts zu erfüllen. Sie ist dem nationalen und internationalen Leihverkehr angeschlossen.

Das Dienstleistungskonzept des Studienzentrums sieht unter anderem vor:

  • 130 komfortabel ausgestattete Leseplätze
  • Erweiterung der Öffnungszeiten (bis 21 Uhr)
  • Systematische Freihandaufstellung eines beträchtlichen Teils des Bestandes
  • Reduzierung der Bereitstellungsfrist des magazinierten Buchbestandes von 24 Stunden auf eine Stunde, ausgenommen ist u.a. der historische Bestand aus dem Rokokosaal
  • Präsenzhaltung der wichtigsten Forschungsliteratur
  • Angebot einer Fotothek und Mediathek
  • Arbeitsplätze für Sehbehinderte und Blinde
  • Veranstaltungsflächen und Gruppenarbeitsraum

Literatur:

Die Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar: Das Studienzentrum. Im Auftr. der Klassik Stiftung Weimar hrsg. von Michael Knoche. Mit Fotografien von Claus Bach und Ulrich Schwarz. Berlin: Nicolai 2006. 95 S., zahlr. Abb.
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