Bibliographie „Journal des Luxus und der Moden”

Mit der inhaltlichen Erschließung des "Journals des Luxus und der Moden" begann die Herzogin Anna Amalia Bibliothek 1996 ein erstes analytisches Projekt im Rahmen ihrer bibliographischen Arbeiten. Die von dem Weimarer Verleger und Geschäftsmann Friedrich Justin Bertuch und dem Maler Georg Melchior Kraus herausgegebene Zeitschrift erschien von 1786 bis 1827, wurde national und international zu einer der erfolgreichsten journalistischen Unternehmungen der Goethezeit und zählt heute zu den literarischen und bibliophilen Kostbarkeiten der Weimarer Bibliothek. Ihr Erfolg resultiert vor allem aus der Breite des inhaltlichen Spektrums. Gemäß dem Modebegriff des 18. Jahrhunderts ging es um Moden in allen Bereichen des geistigen, gesellschaftlichen und häuslichen Lebens.

Die analytische Aufbereitung der 42 Bände des Journals soll einen schnellen Zugriff, exakte Informationen sowie eine Benutzung unabhängig von der Zeitschrift selbst ermöglichen. Die beigegebenen Intelligenzblätter werden in die Bearbeitung integriert, da sie in besonderer Weise die Absicht der Herausgeber dokumentieren, die Zeitschrift auch in den Dienst ökonomischer Ziele zu stellen. Die Erschließungskonzeption basiert auf einer Verknüpfung von Textteil (diplomatische Wiedergabe der Titel aller enthaltenen Beiträge, Anzeigen und Kupfertafeln in chronologischer Folge mit vollständigen bibliographischen Angaben, Ergänzungen und Annotationen) und Registersystem. Hierzu zählen:

- Register der Namen und Personen (mit aufwendigen Recherchen wird versucht, Siglen und unvollständige Namen zu ergänzen)
- Sachregister (mit Verwendung von Unterschlagworten und Begriffen)
- Register der Werktitel (unter Ausschluß reiner Sachtitel)

Die analytische Bibliographie zum "Journal des Luxus und der Moden" wird mit EDV erstellt und soll in Buchform erscheinen. Die Gesamtzahl der bibliographischen Beschreibungen wird ca. 13.000 betragen. Aufgrund der inhaltlichen Vielfalt der rund 40.000 Seiten umfassenden Zeitschrift und nicht zuletzt wegen ihrer auch heute noch attraktiven und begehrten weit über 1.500 Kupfertafeln (überwiegend koloriert) ist die Bibliographie für Benutzer verschiedenster historischer Fachrichtungen von Interesse.

Anlaß für den Beginn des Projekts war der 250. Geburtstag Friedrich Justin Bertuchs im Jahre 1997 und eine in der neueren Zeit verstärkte Hinwendung zu Bertuch. Leben und Werk sind Gegenstand eines an der Universität Jena eingerichteten Sonderforschungsbereiches »Ereignis Weimar-Jena. Kultur um 1800«. Die Erschließung wird eine wichtige Basis für weitere Forschungsarbeiten bieten. Die Bibliographie erschien im Jahr 2002.

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