Informationen zu Tagungen
Sa 9. April 2011 bis So 11. März 2012
Ausstellungseröffnung: 8. April 2011, 18.00 Uhr, Studienzentrum
Die Ausstellung gibt Einblick in den reichen und universal geprägten Buchbestand der Bibliothek: Vorgestellt werden fünfzig bibliophile Werke wie die Schedelsche Weltchronik von 1493, die 1534 gedruckte Luther-Bibel oder Alexander von Humboldts amerikanisches Reisewerk von 1805.
Ebenso interessieren Bücher, die in besonderer Weise mit Weimar verbunden sind wie Nietzsches Ecce Homo, das 1908 durch Henry van de Velde gestaltet wurde. Ein jedes Buch eröffnet eine neue, andere Welt und ist auf seine Weise eine Kostbarkeit.
06. Februar 2010 verlängert bis 27. März 2011
Mit einem »Freudenvollen Vivat« wurde den Weimarer Herzögen in Huldigungsschriften zu Anlässen wie Regierungsantritt, Hochzeit oder zum Einzug in ihre Schlösser, Residenzen oder Städte gehuldigt. Nicht nur die lateinische Form »Vivat!« ist uns fremd geworden: Auch das Phänomen der Huldigung – zumindest im eigentlichen historischen Sinne – spielt schon lange keine Rolle mehr. Deshalb sollen Huldigungen und die in diesem Zusammenhang entstandenen prachtvollen Schriftzeugnisse in Erinnerung gebracht werden. Als geradezu sinnlich kann man die in Samt oder künstlerisches Buntpapier eingebundenen Werke empfinden, ihre kunstvolle Ausstattung mit gezeichneten, gemalten oder gedruckten Illustrationen. Auch das sorgfältig gesetzte
Schriftbild, die Typografie, hebt diese Texte aus der Masse gedruckter Literatur hervor. Die Exponate sind nach den Biografien der Gehuldigten geordnet und dokumentieren so die Entwicklung dieser Gattung. Die Huldigungsschriften wurden von unterschiedlichsten Autoren verfasst: von den Mitgliedern der Stahl- und Armbrust-Schützen-Gesellschaft oder Schülern bis hin zu Schriftstellern wie Goethe, Schiller oder Wieland.
18. September 2009 – 17. Januar 2010
Mit der Anfrage Schillers an Goethe zur Mitarbeit an der Zeitschrift Die Horen setzte im Juni 1794 der intensive, bis zu Schillers Tod 1805 geführte Briefwechsel zwischen beiden Dichtern ein. Die 1015 überlieferten, mit wenigen Ausnahmen im Goethe- und Schiller-Archiv aufbewahrten Briefe und Billetts dokumentieren ein einzigartiges Arbeits- und Freundschaftsbündnis, dem Goethe selbst 1828/29 mit der Herausgabe des Briefwechsels ein Denkmal setzte. Anlässlich des 250. Geburtstags Schillers zeigt das Goethe und Schiller-Archiv im Renaissancesaal der Herzogin Anna Amalia Bibliothek eine kleine, als exemplarisch verstandene Auswahl aus dem Briefwechsel zwischen Schiller und Goethe. Sie bietet Einblicke in die Vielfalt der Themen und Ideen, die im Dialog zwischen beiden Dichtern erörtert wurden und ihr literarisches Scha!en entscheidend bereicherten. Begleitend werden Erstdrucke ihrer Werke, graphische Blätter sowie Bildnisse aus den Beständen der Klassik Stiftung Weimar vorgestellt.
Eine Ausstellung des Goethe- und Schiller-Archivs im Renaissancesaal der Herzogin Anna Amalia Bibliothek.
03. September 2008 bis 02. August 2009
Das Buchbinderhandwerk ist eng an die Entstehung des Kodex geknüpft, der im frühen Mittelalter die Schriftrolle abgelöst hatte. Kennzeichnend für den Kodex sind gefalzte Einzelblätter, die zu mehreren Lagen ineinander gesteckt und mit Faden zu einem Buchblock geheftet wurden. Die Arbeit des Buchbinders umfasst das Ordnen und Zusammenfügen der Lagen (Blätter) ebenso wie die künstlerische Gestaltung des Einbandes. Bis um 1850 war es üblich, Bücher ohne festen Einband zu verkaufen, weshalb die schönen Hüllen nach den Wünschen der Besitzer individuell gestaltet wurden. Den Preis bestimmten das Material, die Bindetechnik und der Aufwand an Dekoration. Am häufigsten verwendete Einbandmaterialien waren Papier, Pergament und Leder. Die Ausstellung zeigt eine Auswahl an künstlerisch hochwertigen Exponaten aus dem Bestand der Herzogin Anna Amalia Bibliothek. Zu den vorgestellten Werken gehören Bucheinbände, die für bedeutende Persönlichkeiten, wie König Ludwig XIII., Papst Pius VI., Queen Adelaide von England oder Johann Wolfgang von Goethe angefertigt wurden.
Stammbuchausstellung im Stadtmuseum Tübingen
07. Februar bis 03. Mai 2009
Das Stadtmuseum Tübingen zeigt in einem gemeinsamen Ausstellungsprojekt mit der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar, der Universitätsbibliothek Tübingen sowie dem angeschlossenen Universitätsarchiv eine Auswahl an schönsten Stammbüchern aus ihren Beständen. Vom 16. bis ins 19. Jahrhundert hinein, waren die sogenannten Freundschaftsalben, »Alba Amicorum« besonders im akademischen Milieu und in Adelskreisen sehr beliebt. In Stammbüchern sammelte man Einträge von – und besonders gern von hochrangigen oder berühmten – Gelehrten, Studienkollegen oder anderen Persönlichkeiten. Die handschriftlichen Widmungen wurden mit kleinen Zeichnungen, Malereien oder Abbildungen versehen.
Die Ausstellung bietet auch einen repräsentativen Überblick über die einzigartige Sammlung der Weimarer Bibliothek, die mit 880 Stammbüchern aus der Zeit von 1550 bis 1950 über den weltweit größten Bestand verfügt. Der Grundstock wurde mit 275 Alben gelegt, als Goethe die Oberaufsicht über die herzogliche Bibliothek innehatte. Seit Januar 2008 fördert die H. W. & J. Hector Stiftung zu Weinheim ein Projekt zur wissenschaftlichen Erschließung der Weimarer Stammbuchsammlung. Räumlich ist das Weimarer Projekt an der Universität Tübingen angesiedelt, die als alte Universitätsstadt selbst über eine lange Stammbuchtradition verfügt.
02. Dezember 2007 bis 03. August 2008
Bewegliche Lettern – so der Fachausdruck für aus Metall gegossene Buchstabentypen – waren die sensationelle Erfindung Johannes Gutenbergs in der Mitte des 15. Jahrhunderts. Die Bücher, die bis zum 31. Dezember 1500 mit dieser neuen Technik gedruckt wurden, nennt man ›Inkunabeln‹ nach dem lateinischen Wort incunabula für Wiege oder mit dem entsprechenden deutschen Ausdruck ›Wiegendrucke‹. Unsere Ausstellung zeigt Ihnen die ersten Wickelkinder einer Kunst, die das damalige Leben ebenso veränderte wie die Einführung der Computertechnologie in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts unser heutiges. Sehr rasch entstanden zunächst in Deutschland, dann in ganz Europa Druckerwerkstätten, sogenannte O"zinen. Gedruckt wurde von der Bibel bis zum Reisebericht alles, was vor Gutenbergs Erfindung in mühevoller Arbeit von Hand geschrieben wurde.
25. Oktober - 18. November 2007
Mit mehr als siebzig Büchern und Zeitschriften aus dem 16. bis 19. Jahrhundert präsentiert die Ausstellung eine Auswahl an bislang erworbenen Ersatzexemplaren und Bestandsergänzungen. Unter den Exponaten sind seltene historische Drucke, beispielsweise aus den Sachgebieten der Philosophie, Literatur und Kunst oder der Geographie und Botanik. Auch kostbare Werke mit Bezug zu Weimar und Thüringen sowie Stücke mit repräsentativen Einbänden werden gezeigt.
Begleitend zur Ausstellung erscheint im Verlag Vandenhoeck & Ruprecht eine Publikation zum Wiederaufbau der Weimarer Büchersammlung. In kurzen Beiträgen werden die in der Ausstellung gezeigten Bücher vorgestellt. Auf die Projektarbeit vom Auktionsgebot bis zum Buchgeschenk und auf Fragen der Restaurierung gehen die Autoren in Aufsätzen ein: „Es nimmt der Augenblick, was Jahre geben“, herausgegeben von Claudia Kleinbub, Katja Lorenz und Johannes Mangei.
Eine Tagung des Wolfenbütteler Arbeitskreises für Bibliotheks-, Buch- und Mediengeschichte in Kooperation mit der Herzogin Anna Amalia Bibliothek
07. bis 09. Dezember 2009
Seit den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts konnten verschiedene Studien den Einfluss des Nationalsozialismus auf die Bibliotheken und die persönliche Verstrickung prominenter Bibliothekare in das Unrechtssystem belegen. Seither konnten neue Erkenntnisse gewonnen werden, die eine Tagung mit dem Ziel, ausdrücklich das Verhalten einzelner leitender Persönlichkeiten des wissenschaftlichen Bibliothekswesens zu beleuchten, rechtfertigen.
Längst nicht erschöpfend ausgelotet sind die Denk- und Handlungsräume solcher Vertreter der Berufsgruppe, die dem Regime kritisch oder als unpolitische Mitläufer gegenüberstanden.
Vor der Folie von Biographien eindeutig nationalsozialistisch eingestellter Bibliothekare sollen auf der Tagung gerade solche Vertreter der Berufsgruppe in den Blick kommen, die ihre Karriere nach 1945 fortsetzen konnten:
Welche Handlungsspielräume konnten sie ausnutzen? Welche intellektuellen und wissenschaftlichen Voraussetzungen haben ihnen eine Abgrenzung zum nationalsozialistischen Wissenschaftssystem ermöglicht? Haben sie das neue Regime als kategorialen Bruch zu ihrem eigenen Wert- und Ordnungssystem verstanden?
Lässt sich aus ihrem Handeln eine Übereinstimmung mit oder Abweichung zu dem bibliothekarischen Berufsbild erkennen, wie es zuletzt 1933 von Fritz Milkau formuliert wurde? Was haben diese Bibliothekare anders gemacht als ihre der NS-Ideologie hörigen Kollegen? Oder haben sie nur geschickt den Entnazifizierungsprozess überstanden? Wie deuten die Betreffenden ihre eigene Biographie?
Der historisch-biographische Ansatz dieser Tagung scheint uns weiterhin unerlässlich zu sein, bevor eine umfassende Bibliotheksgeschichte die Mentalitäts-, Ideen- und Institutionengeschichte der Zeit miteinander verknüpfen kann. Schließlich mündet die Beschäftigung mit dem Verhalten einzelner Vertreter der Berufsgruppe letztlich in die bibliothekarische Berufsethik und die stets aktuelle Frage: Welchen Normen und Werten sehen sich Bibliothekare verpflichtet?
01. bis 03. Oktober 2009
Barrierefreiheit gehört heute in Deutschland noch nicht zu den Standards in Museen und Bibliotheken. Oft sind es bauliche Barrieren, die den Zugang zu den Einrichtungen erschweren, aber auch technische Barrieren können den Zugriff auf Informationen verhindern, z.B. in den Katalogen und im Internet. Daher gelingt es nur selten, Menschen mit Behinderung den Weg zu den Sammlungen und Dienstleistungen der Bibliotheken und Museen uneingeschränkt zu öffnen. Dabei zeigen Erfahrungen, dass barrierefrei gestaltete Gebäude und Informationssysteme allen Nutzern und Besuchern zugute kommen. Rampen und Hubbühnen, automatische Türen, einfach und übersichtlich gestaltete Webseiten und Formulare, Hör- und Taststationen in Ausstellungen oder Texte in leichter Sprache sind Beispiele für Zugangsmöglichkeiten, die sich am Nutzer orientieren – ob mit oder ohne Behinderung. Informations- und Bildungsangebote können so besser wahrgenommen, Forschungshemmnisse abgebaut werden.
Die Tagung der Konferenz Nationaler Kultureinrichtungen wird grundlegende Informationen zur Barrierefreiheit vermitteln; dazu gehören die Erläuterung der rechtlichen Voraussetzungen, Empfehlungen zur Herstellung von Barrierefreiheit in Neu- und Umbauten, zur Gestaltung barrierefreier Ausstellungen und Webseiten.
Darüber hinaus wird Gelegenheit zu einer ausführlichen Darstellung und Diskussion neuerer Forschungsansätze zum Thema Behinderung gegeben – etwa der Disability Studies, der Erziehungswissenschaft, der Sozial und Medizingeschichte. So sollen gängige Vorstellungen von Behinderung und Barrieren in Frage gestellt und Wege zur Verbesserung der Situation in den Bibliotheken und Museen aufgewiesen werden.
Die interdisziplinäre Tagung richtet sich an alle, die an der Vermittlung von Kultur- und Bildungsangeboten arbeiten, insbesondere an Bibliothekare, Kuratoren in Museen, Archivare, aber auch Kulturwissenschaftler, Erziehungswissenschaftler, Historiker und Architekten.