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Decke im Rokokosaal der Herzogin Anna Amalia Bibliothek © Klassik Stiftung Weimar

Ausstellungen

Restaurieren nach dem Brand
Die Rettung der Bücher der Herzogin Anna Amalia Bibliothek

Sa 30. August 2014 - So 9. August 2015 und ab Fr 8. Juli 2016
Herzogin Anna Amalia Bibliothek, Historisches Gebäude, Renaissancesaal

Zehn Jahre nach dem verheerenden Brand am 2. September 2004 zieht die Herzogin Anna Amalia Bibliothek eine umfassende Bilanz aus Art und Umfang der Schäden und der Erhaltung von 118.000 brand- und löschwassergeschädigten Büchern und Notenhandschriften. Die Ausstellung zeigt Stand und Fortschritte der Restaurierungsarbeiten. Sie erklärt die Zusammenhänge zwischen den Restaurierungsentscheidungen und der Projektorganisation der Forschungsbibliothek, dem restaurierungswissenschaftlichen Umfeld und den marktökonomischen Bedingungen. Restaurierungsfachlich steht dabei das in Weimar praktizierte Konzept der Mengenbehandlung bei der Einband- und Papierrestaurierung im Vordergrund. Die Ausstellung dokumentiert zugleich den Verlust der Bücher, die 2004 unwiederbringlich zerstört worden sind.

Ausstellung und Katalog sind in Kooperation mit der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim entstanden. Der Katalog ist im Michael Imhof Verlag erschienen.

 

Dante, ein offenes Buch
Ausstellung im 750. Geburtsjahr des Dichters

Fr 21. August 2015 - So 26. Juni 2016
Herzogin Anna Amalia Bibliothek, Historisches Gebäude, Renaissancesaal

Die Ausstellung widmete sich dem italienischen Autor Dante Alighieri (1265-1321), der mit seinem Werk eine literarische Tradition in der Volkssprache begründet hat. Die Divina Commedia, ein Schatzhaus historischen, philosophischen und kulturellen Wissens, ist die Neuerfindung des christlichen Jenseits im Medium der Literatur.

Im 750. Geburtsjahr des Dichters zeichnete die Herzogin Anna Amalia Bibliothek die Bedeutung Dantes im Spiegel ihrer historischen Bestände nach. In der Goethe-Zeit erfahren der Dichter und sein Werk eine intensive Rezeption, die sich in einer Blüte von Ausgaben und Übersetzungen, in Illustrationen und Autorenporträts sowie in poetischen Nachahmungen zeigt. Die Ausstellung präsentierte Dante im Medium des geöffneten Buchs, um einen Zugang zu seinem vielschichtigen Werk und seinem komplexen Denken zu vermitteln.

Der Ausstellungskatalog enthält neben den Beschreibungen der Exponate Beiträge zur Dante-Rezeption in der deutschen Frühromantik, zu deutschen Übersetzungen der Commedia sowie zu Illustrationen und Portraits.

Ausstellung und Katalog entstanden in Kooperation mit der Friedrich-Schiller-Universität Jena / Institut für Romanistik.

Flyer zur Ausstellung

 

100 Jahre Cranach-Presse
Buchkunst aus Weimar

Do 28. März 2013 - So 10. August 2014
Herzogin Anna Amalia Bibliothek, Historisches Gebäude, Renaissancesaal

In ihrer Jahresausstellung zeigte die Herzogin Anna Amalia Bibliothek Drucke der Weimarer Cranach-Presse (1913-1931), ihrer Vorgeschichte und ihres Umfelds.

Anlass der Ausstellung ist der einhundertste Jahrestag der Gründung dieses Unternehmens durch den bibliophilen Kulturförderer Harry Graf Kessler. Dank der internationalen Interessen und Verbindungen Kesslers gelang es der Cranach-Presse, den Rang der zu Beginn des Jahrhunderts maßgebenden englischen Typographie- und Buchkunst zu erreichen. Durch das Zusammenwirken mit profilierten Künstlern wie Eric Gill, Aristide Maillol und Henry van de Velde konnte die Presse darüber hinaus Buchkunstwerke hervorbringen, deren Gestaltung richtungsweisend wirkte.

Neben Hauptstücken wie den Eclogen Vergils und Shakespeares Hamlet zeigte die Ausstellung auch Objekte aus der Vorgeschichte der Presse wie eine Vorzugsausgabe von Nietzsches Zarathustra. Vorgestellt wurden ebenso als »Kriegsdrucke« bezeichnete Werke, die zumeist unter der Leitung von Henry van de Velde entstanden. Die politischen Texte Kesslers aus der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg – größtenteils ebenfalls auf der Cranach-Presse gedruckt – sind ein Beleg für das Engagement Harry Graf Kesslers als Politiker und Diplomat. Ein weiterer Akzent lag auf historischen Fotodokumenten aus der Druckwerkstatt der Cranach-Presse.

Der Katalog zur Ausstellung ist im Otto Meissners Verlag erschienen.

Flyer zur Ausstellung

 

Galilei, Goethe und Co. 
Freundschaftsbücher der Herzogin Anna Amalia Bibliothek

Ab Sa 24. März 2012 - So 10. März 2013
Herzogin Anna Amalia Bibliothek, Historisches Gebäude, Renaissancesaal

Die Herzogin Anna Amalia Bibliothek verwahrt die weltweit größte Sammlung an Freundschaftsbüchern (»Alba Amicorum«) aus der Zeit von 1550 bis 1950. Der Grundstock für den heute mehr als eintausend Werke umfassenden Bestand wurde in jener Epoche gelegt, als Goethe die Herzogliche Bibliothek leitete. 1805 veranlasste er den Ankauf von 275 Stammbüchern aus dem Besitz des Ulmer Buchdruckers Christian Ulrich Wagner.

Mit achtzig kostbaren Werken gab die Ausstellung Einblick in die Entstehungsgeschichte, Überlieferung und Erforschung dieser literarischen Gattung. Vorgestellt wurden Alben, in denen sich Martin Luther, Philipp Melanchthon, Galileo Galilei, Johannes Kepler, Gotthold Ephraim Lessing oder Johann Wolfgang von Goethe verewigt haben.

Das Begleitbuch zur Ausstellung in Form eines Immerwährenden Kalenders nimmt in besonderer Weise auf den privaten Charakter der Freundschaftsbücher Bezug: Denn Gedenk- und Geburtstage von Freunden zu notieren, entspricht der Erinnerungsfunktion, die ihnen ihre Besitzer einst zugedacht hatten.

Flyer zur Ausstellung

 

Reise in die Bücherwelt
Drucke der Herzogin Anna Amalia Bibliothek aus sieben Jahrhunderten

Sa 9. April 2011 bis So 11. März 2012

Ausstellungseröffnung: 8. April 2011, 18.00 Uhr, Studienzentrum

Die Ausstellung gab Einblick in den reichen und universal geprägten Buchbestand der Bibliothek: Vorgestellt wurden fünfzig bibliophile Werke wie die Schedelsche Weltchronik von 1493, die 1534 gedruckte Luther-Bibel oder Alexander von Humboldts amerikanisches Reisewerk von 1805.

Ebenso interessieren Bücher, die in besonderer Weise mit Weimar verbunden sind wie Nietzsches Ecce Homo, das 1908 durch Henry van de Velde gestaltet wurde. Ein jedes Buch eröffnet eine neue, andere Welt und ist auf seine Weise eine Kostbarkeit.

Flyer zur Ausstellung

 

Vivat!
Huldigungsschriften am Weimarer Hof

06. Februar 2010 verlängert bis 27. März 2011

Mit einem »Freudenvollen Vivat« wurde den Weimarer Herzögen in Huldigungsschriften zu Anlässen wie Regierungsantritt, Hochzeit oder zum Einzug in ihre Schlösser, Residenzen oder Städte gehuldigt. Nicht nur die lateinische Form »Vivat!« ist uns fremd geworden: Auch das Phänomen der Huldigung – zumindest im eigentlichen historischen Sinne – spielt schon lange keine Rolle mehr. Deshalb sollen Huldigungen und die in diesem Zusammenhang entstandenen prachtvollen Schriftzeugnisse in Erinnerung gebracht werden. Als geradezu sinnlich kann man die in Samt oder künstlerisches Buntpapier eingebundenen Werke empfinden, ihre kunstvolle Ausstattung mit gezeichneten, gemalten oder gedruckten Illustrationen. Auch das sorgfältig gesetzte Schriftbild, die Typografie, hebt diese Texte aus der Masse gedruckter Literatur hervor. Die Exponate sind nach den Biografien der Gehuldigten geordnet und dokumentieren so die Entwicklung dieser Gattung. Die Huldigungsschriften wurden von unterschiedlichsten Autoren verfasst: von den Mitgliedern der Stahl- und Armbrust-Schützen-Gesellschaft oder Schülern bis hin zu Schriftstellern wie Goethe, Schiller oder Wieland.

 

Zweiheit im Einklang. Der Briefwechsel zwischen Schiller und Goethe

18. September 2009 – 17. Januar 2010

Mit der Anfrage Schillers an Goethe zur Mitarbeit an der Zeitschrift Die Horen setzte im Juni 1794 der intensive, bis zu Schillers Tod 1805 geführte Briefwechsel zwischen beiden Dichtern ein. Die 1015 überlieferten, mit wenigen Ausnahmen im Goethe- und Schiller-Archiv aufbewahrten Briefe und Billetts dokumentieren ein einzigartiges Arbeits- und Freundschaftsbündnis, dem Goethe selbst 1828/29 mit der Herausgabe des Briefwechsels ein Denkmal setzte. Anlässlich des 250. Geburtstags Schillers zeigte das Goethe und Schiller-Archiv im Renaissancesaal der Herzogin Anna Amalia Bibliothek eine kleine, als exemplarisch verstandene Auswahl aus dem Briefwechsel zwischen Schiller und Goethe. Sie bot Einblicke in die Vielfalt der Themen und Ideen, die im Dialog zwischen beiden Dichtern erörtert wurden und ihr literarisches Schaffen entscheidend bereicherten. Begleitend wurden Erstdrucke ihrer Werke, graphische Blätter sowie Bildnisse aus den Beständen der Klassik Stiftung Weimar vorgestellt.

Eine Ausstellung des Goethe- und Schiller-Archivs im Renaissancesaal der Herzogin Anna Amalia Bibliothek.

 

Kunst des Bucheinbandes
Historische und moderne Einbände der Herzogin Anna Amalia Bibliothek

03. September 2008 bis 02. August 2009

Das Buchbinderhandwerk ist eng an die Entstehung des Kodex geknüpft, der im frühen Mittelalter die Schriftrolle abgelöst hatte. Kennzeichnend für den Kodex sind gefalzte Einzelblätter, die zu mehreren Lagen ineinander gesteckt und mit Faden zu einem Buchblock geheftet wurden. Die Arbeit des Buchbinders umfasst das Ordnen und Zusammenfügen der Lagen (Blätter) ebenso wie die künstlerische Gestaltung des Einbandes. Bis um 1850 war es üblich, Bücher ohne festen Einband zu verkaufen, weshalb die schönen Hüllen nach den Wünschen der Besitzer individuell gestaltet wurden. Den Preis bestimmten das Material, die Bindetechnik und der Aufwand an Dekoration. Am häufigsten verwendete Einbandmaterialien waren Papier, Pergament und Leder. Die Ausstellung zeigte eine Auswahl an künstlerisch hochwertigen Exponaten aus dem Bestand der Herzogin Anna Amalia Bibliothek. Zu den vorgestellten Werken gehörten Bucheinbände, die für bedeutende Persönlichkeiten, wie König Ludwig XIII., Papst Pius VI., Queen Adelaide von England oder Johann Wolfgang von Goethe angefertigt wurden.

 

In ewiger Freundschaft – Stammbücher aus Weimar und Tübingen

Stammbuchausstellung im Stadtmuseum Tübingen

07. Februar bis 03. Mai 2009

Das Stadtmuseum Tübingen zeigte in einem gemeinsamen Ausstellungsprojekt mit der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar, der Universitätsbibliothek Tübingen sowie  dem angeschlossenen Universitätsarchiv eine Auswahl an schönsten Stammbüchern aus ihren Beständen. Vom 16. bis ins 19. Jahrhundert hinein, waren die sogenannten Freundschaftsalben, »Alba Amicorum« besonders im akademischen Milieu und in Adelskreisen sehr beliebt. In Stammbüchern sammelte man Einträge von – und besonders gern von hochrangigen oder berühmten – Gelehrten, Studienkollegen oder anderen Persönlichkeiten. Die handschriftlichen Widmungen wurden mit kleinen Zeichnungen, Malereien oder Abbildungen versehen.

Die Ausstellung bot auch einen repräsentativen Überblick über die einzigartige Sammlung der Weimarer Bibliothek, die mit 880 Stammbüchern aus der Zeit von 1550 bis 1950 über den weltweit größten Bestand verfügt. Der Grundstock wurde mit 275 Alben gelegt, als Goethe die Oberaufsicht über die herzogliche Bibliothek innehatte. Seit Januar 2008 fördert die H. W. & J. Hector Stiftung zu Weinheim ein Projekt zur wissenschaftlichen Erschließung der Weimarer Stammbuchsammlung. Räumlich ist das Weimarer Projekt an der Universität Tübingen angesiedelt, die als alte Universitätsstadt selbst über eine lange Stammbuchtradition verfügt.

 

Welt der Wiegendrucke
Die ersten gedruckten Bücher der Herzogin Anna Amalia Bibliothek

02. Dezember 2007 bis 03. August 2008

Bewegliche Lettern – so der Fachausdruck für aus Metall gegossene Buchstabentypen – waren die sensationelle Erfindung Johannes Gutenbergs in der Mitte des 15. Jahrhunderts. Die Bücher, die bis zum 31. Dezember 1500 mit dieser neuen Technik gedruckt wurden, nennt man ›Inkunabeln‹ nach dem lateinischen Wort incunabula für Wiege oder mit dem entsprechenden deutschen Ausdruck ›Wiegendrucke‹. Unsere Ausstellung zeigte die ersten Wickelkinder einer Kunst, die das damalige Leben ebenso veränderte wie die Einführung der Computertechnologie in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts unser heutiges. Sehr rasch entstanden zunächst in Deutschland, dann in ganz Europa Druckerwerkstätten, sogenannte Offizinen. Gedruckt wurde von der Bibel bis zum  Reisebericht alles, was vor Gutenbergs Erfindung in mühevoller Arbeit von Hand geschrieben wurde.

 

Es nimmt der Augenblick, was Jahre geben
Vom Wiederaufbau der Weimarer Büchersammlung

25. Oktober - 18. November 2007

Mit mehr als siebzig Büchern und Zeitschriften aus dem 16. bis 19. Jahrhundert präsentierte die Ausstellung eine Auswahl an bislang erworbenen Ersatzexemplaren und Bestandsergänzungen. Unter den Exponaten sind seltene historische Drucke, beispielsweise aus den Sachgebieten der Philosophie, Literatur und Kunst oder der Geographie und Botanik. Auch kostbare Werke mit Bezug zu Weimar und Thüringen sowie Stücke mit repräsentativen Einbänden wurden gezeigt.

Begleitend zur Ausstellung erschien im Verlag Vandenhoeck & Ruprecht eine Publikation zum Wiederaufbau der Weimarer Büchersammlung. In kurzen Beiträgen werden die in der Ausstellung gezeigten Bücher vorgestellt. Auf die Projektarbeit vom Auktionsgebot bis zum Buchgeschenk und auf Fragen der Restaurierung gehen die Autoren in Aufsätzen ein: „Es nimmt der Augenblick, was Jahre geben“, herausgegeben von Claudia Kleinbub, Katja Lorenz und Johannes Mangei.