Kontexte der Weimarer Klassik

Die Weimarer Klassik hat Bezüge zu gleichzeitigen komplementären und konträren Entwicklungen. Die Auseinandersetzung mit Goethes und Schillers klassischen Werken im engeren Sinne wird notwendig ergänzt durch die Berücksichtigung von vorhergehenden Entwicklungen, von Ergebnissen der synchronen Diskurse, von Epochenstilen sowie der Rezeption und Nachwirkung, auch im europäischen Rahmen. So kann unter anderem die Frage nach einer postulierten Einheit der Künste über die literarische Kommunikation hinaus auf der Basis kulturwissenschaftlicher Sammlungen und Sammlungstraditionen z.B. im Hinblick auf die Bildende Kunst oder die Musik verfolgt werden. Darüber hinaus sind die verschiedenen, auf antike Musterhaftigkeit gründenden „Klassiken” europäischer Kulturräume - seien sie epochal oder stilistisch aufgefaßt - mit Ihren faktischen Interdepenzen und historisierenden Konstrukten mögliche Gegenstände, für deren Studium der historische Bestand sowie die Forschungsinfrastruktur der Herzogin Anna Amalia Bibliothek im Rahmen der Stiftung Weimarer Klassik und Kunstsammlungen gute Voraussetzungen bietet.

Literaturhinweis: Klassik als Epoche - revisited : ein Beitrag zur Systematik des Epochenbegriffs / Gerhard Lauer. In: Mitteilungen des Deutschen Germanistenverbandes 49 (2002), 3, S. 320-328. -
Klassik im Vergleich : Normativität und Historizität europäischer Klassiken ; DFG-Symposion 1990 / hrsg. von Wilhelm Voßkamp. - Stuttgart [u. a.] : Metzler, 1993. (Germanistische Symposien-Berichtsbände ; 13).

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