
Chronologie
1896 wechselt das von Elisabeth Förster-Nietzsche in Naumburg an der Saale, dem Wohnsitz der Mutter Franziska Nietzsche, zwei Jahre zuvor gegründete Nietzsche-Archiv nach Weimar über. 1897 kauft die Nietzsche-Verehrerin Mata von Salis, Freiin auf Schloß Mrschalins in der Schweiz, die Villa „Silberblick” in der Luisenstraße, heute Humboldtstrasse 36, und stellt sie dem Nietzsche-Archiv zur Verfügung. In der Nacht zum 1. Juli wird der kranke Nietzsche in die Villa gebracht.
1898 erwirbt Adalbert Oehler, ein Cousin der Geschwister Nietzsche, die Villa.
1902 kauft Elisabeth Förster-Nietzsche, zwei Jahre nach dem Tod des Bruders, die Villa; sie beauftragt Henry van de Velde mit dem Entwurf für die Umbauten und die Neuausstattung des Erdgeschosses im Nietzsche-Archiv.
1935, nach dem Tod Elisabeths, übernimmt die Stiftung Nietzsche-Archiv (gegründet 1908) das Haus.
1937 bis 1939 wird das Nachbargrundstück, heute Humboldtstrasse 38 angekauft und nach den Plänen des Architekten Paul Schultze-Naumburg der Bau einer Nietzsche-Gedächtnishalle begonnen; das Vorhaben wird aus Finanznöten während des Krieges nicht vollendet; erst nach 1945 wird das Gebäude fertiggestellt. Es dient als Sitz des Senders Weimar, bis 2001 des Mitteldeutschen Bibliothek Rundfunks.
1945 wird das NA von der Sowjetischen Militäradministration geschlossen. Seine Bestände werden zunächst von dem neugewählten Stiftungsvorstand (u. a. Ernst Bloch) und ab 1953 von der Nationalen Forschungs- und Gedenkstätte der klassischen deutschen Literatur (NFG) betreut. Die Manuskripte Nietzsches werden Teil des Goethe- und Schiller-Archivs (GSA); dort wird zunächst auch Nietzsches Bibliothek untergebracht. Die Räume in der Humboldtstrasse werden nun als Arbeitsräume des Goethe- und Schiller-Archivs genutzt. Später wird es zu einem Gästehaus der NFG.
1956 wird die Stiftung Nietzsche-Archiv aufgelöst. Die Rechte und Pflichten werden vom GSA und der Zentralbibliothek der deutschen Klassik, heute Herzogin Anna Amalia Bibliothek, übernommen, die Nietzsche Bibliothek in deren Bestand übernimmt.
1978 bis 1983 erfolgt eine umfassende Sanierung des Gebäudes.
1990 wird das von van de Velde umgestaltete Erdgeschoß des ehemaligen Nietzsche-Archivs erstmalig der Öffentlichkeit zugänglich gemacht und eine Dauerausstellung zur Geschichte des Nietzsche-Archivs eingerichtet.
1990 bis 1992 (begonnen 1980) wird die Restaurierung der Innenräume im Erdgeschoß abgeschlossen und die Inschrift „Nietzsche-Archiv” wiederhergestellt. Die Villa bleibt Gästehaus, jetzt der Klassik Stiftung Weimar.
1999 Das ehemalige Nietzsche-Archiv wird Sitz des Kollegs Friedrich Nietzsche.

