neues Bauhaus-Museum Weimar

Architektur

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Der Gewinnerentwurf von Prof. Heike Hanada mit Prof. Benedict Tonon positioniert einen minimalistischen Kubus als starken Solitär am Rande des Weimarhallenparks. Größe, Höhe und Position schaffen trotz des Abstandes zur Karl-Liebknecht-Str./ Weimarplatz eine markante stadträumliche Präsenz.

Der Körper des Museums besteht aus gegossenem Beton. Aus einem steinernen Sockel wächst der gläserne Block als monolithische Raumskulptur. Schmale, opak satinierte Glasstreifen prägen die Fassade des Baus. Sie schweben frei ohne Rahmung und bilden einen regelmäßigen horizontalen Rhythmus, den lineare Raster aus feinen schwarzen Linien überlagern und unregelmäßig brechen. Umlaufende Lichtbänder aus OLED-Folie (LED als Fläche) ermöglichen die nächtliche Beleuchtung der Fassade.

Im Inneren bieten die Wege- und Lichtführung sowie die Raumdisposition große Potentiale und Flexibilität. Die Eingangshalle ist dabei Ausgangspunkt für alle entscheidenden Wege. Der Besucher orientiert sich mit Hilfe der Kaskadentreppen in einem geschickt gesetzten Koordinatensystem. Durch horizontale und diagonale Blickbeziehungen in die angrenzenden Lufträume wird er auf die einzelnen Funktionsbereiche aufmerksam. Der Fußboden und die Wände, die die Halle umgeben, entsprechen in Materialität und Haptik dem äußeren steinernen Betonsockel des Museums. Neben der offenen Eingangsituation des Museums erweitert ein Café auf Parkebene den öffentlich zugänglichen Bereich, wodurch sich das Haus sowohl auf das Stadt- als auch auf das Parkniveau bezieht.

Der Entwurf zeichnet sich durch ein differenziertes Energiekonzept aus, das durch das international renommierte Büro Transsolar/Stuttgart entwickelt wurde. Zahlreiche Maßnahmen sollen die Einhaltung der geforderten raumklimatischen Bedingungen ebenso sicherstellen wie eine konsequente Reduktion des Energiebedarfs und einen vergleichsweise geringen Ressourcenaufwand.

Der Gewinnerentwurf von Prof. Heike Hanada mit Prof. Benedict Tonon ist im aktuellen Bauhaus-Museum Weimar am Theaterplatz bei freiem Eintritt zu besichtigen.

Heike Hanada

Prof. Heike Hanada

Die international tätige Architektin Heike Hanada wurde 1964 in Hoya/Weser geboren. Sie schloss ihr Architekturstudium an der Universität der Künste Berlin 1991 mit Diplom ab, bevor sie als DAAD-Forschungsstipendiatin an der Universität von Tokyo einen Mastertitel bei Prof. Hidetoshi Ohno erwarb. 1994 gründete Hanada in Tokyo HANADA+. Von 1999 bis 2006 arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl von Prof. Karl-Heinz Schmitz an der Bauhaus-Universität Weimar. 2007 gründete sie das Architekturbüro heike hanada_laboratory of art and architecture. 2010 erfolgte ihre Berufung zur Professorin für das Fach Grundlagen der Gestaltung am Fachbereich Architektur und Städtebau der Fachhochschule Potsdam. Im internationalen Realisierungswettbewerb für die Erweiterung der Stadtbibliothek Stockholm von Gunnar Asplund gewann Hanada 2007 den ersten Platz. 2009 gewann sie den internationalen Wettbewerb »The Nine Foot Square Problem«, 2010 erzielte sie für den Entwurf des Jarvä-Friedhofs (als Pendant zum berühmten Woodland Cemetery von Asplund) eine Honorable Mention, 2012 erlangte sie ebenfalls in Zusammenarbeit mit Benedict Tonon den zweiten Platz für den Entwurf eines Restaurants im Unesco-Weltkulturerbe des Parks von Sanssouci Potsdam.

Benedict Tonon

Benedict Tonon

Benedict Tonon wurde 1944 in Hamburg geboren. Nach einer Zimmerlehre studierte Tonon Architektur an der Ingenieurschule für Bauwesen Hamburg und an der Technischen Universität Berlin. Tonon schloss sein Studium in Berlin als Diplomingenieur 1973 ab. Seit 1978 arbeitet er selbständig, seit 1989 im nach ihm benannten Architekturbüro. Von 1982 bis 1986 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachgebiet Baukonstruktion und Entwerfen an der Technischen Universität Berlin. Tonon wurde 1994 als Professor für Baukonstruktion und Entwerfen an die Universität der Künste berufen. 1991 war er Teilnehmer des deutschen Beitrags für die Biennale Venedig. Für den Neubau eines Fachbereichsgebäudes an der Fachhochschule Brandenburg wurde Tonon 2000 mit dem Deutschen Städtebaupreis ausgezeichnet.

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