Johann Christian Reinhart (1761–1847), Felsenhöhle mit Wasserfall

Graphische Sammlungen

Die Graphischen Sammlungen der Klassik Stiftung Weimar zählen mit ihren rund 230.000 Werken zu den bedeutendsten ihrer Art in Deutschland. Sie bieten einen umfassenden Überblick über das graphische Schaffen in Europa vom 15. bis zum 21. Jahrhundert.

Die heutigen Graphischen Sammlungen setzen sich aus drei großen Beständen zusammen. Den Grundstock bildet der Bestand des früheren Großherzoglichen Kupferstichkabinetts. Dessen herausragende Qualität gewährleisteten die kluge Ankaufspolitik der Fürsten sowie die Beratung Goethes, der die »Oberaufsicht über die Unmittelbaren Anstalten für Wissenschaft und Kunst« innehatte. Nach der Verstaatlichung des Großherzoglichen Besitzes 1919 führte das Land Thüringen die graphischen Bestände weiter und konnte sie durch Schenkungen, Nachlässe und Neuerwerbungen vor allem auf dem Gebiet der Moderne erweitern. Heute sind in dieser Sammlung alle Zeichentechniken und Spielarten druckgraphischer Techniken vertreten. Sie umfasst rund 35.000 Handzeichnungen, darunter Werke großer Meister wie Leonardo da Vinci, Raffael, Dürer, Cranach, Tiepolo, Rubens, van Dyck, Rembrandt, Callot, Boucher, C.D. Friedrich, Runge, Munch und Rodin. Dazu kommen 140.000 druckgraphische Blätter, unter anderem bedeutender italienischer Chiaroscuro-Künstler, nahezu komplette Konvolute aus dem Œuvre von Dürer, Lucas Cranach d. Ä., Rembrandt oder Callot, aber auch von dem Bauhäusler Lyonel Feininger sowie von prominenten DDR-Künstlern. Wertvolle, auf der Welt einmalige Inkunabeln steigern zusätzlich die kunsthistorische Bedeutung der Sammlung.

Einen weiteren prominenten Kernbereich bildet die Kunstsammlung Goethes — gegen Ende seines Lebens eine der großen Privatkollektionen im damaligen Deutschland: Der Dichter besaß über 9000 Druckgraphiken und mehr als 2000 Handzeichnungen. Unter diesen Blättern befinden sich Arbeiten von Altdorfer, Parmigianino, Guercino, Tintoretto, Rembrandt, Bloemaert, Jacob de Wit, Lorrain und Watteau; aber auch Werke von Goethes deutschen Zeitgenossen sind vertreten unter anderem von Hackert, Tischbein, C. D. Friedrich und Runge. Eine Sonderstellung nehmen die etwa 2100 eigenhändigen Zeichnungen des Dichters selbst ein.

Der dritte große Bestand von mehr als 40.000 Blatt umfasst die graphischen Bestände des 1885 gegründeten Goethe-Nationalmuseums. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Goethezeit und den über sie hinausweisenden Aspekten der Weimarer Kulturgeschichte bis zur Gegenwart. Zu Künstlernachlässen zum Beispiel von Johann Heinrich Meyer, Louise Seidler oder Bartold Asendorpf kommen Sonderbestände etwa zu Franz Liszt, Friedrich Nietzsche und zur Illustrationskunst literarischer Werke hinzu.

Besichtigung

Die Bestände können nur nach Voranmeldung von Dienstag bis Freitag in der Benutzerabteilung des Goethe-Nationalmuseums oder im Sonderlesesaal der Herzogin Anna Amalia Bibliothek eingesehen werden.

Kontakt

Klassik Stiftung Weimar
Abteilung Graphische Sammlungen
Frauenplan 1
99423 Weimar
Telefon: +49 (0) 3643 - 545 344
Fax: +49 (0) 3643 - 545 356
graphische.sammlungen@klassik-stiftung.de