Geschichte

Die Entstehung des Landschaftsparks im Ilmtal war eng mit Goethes Leben und Wirken in Weimar verbunden. 1776 schenkte Herzog Carl August dem Dichter ein Häuschen mit Garten im Ilmtal, das heutige Goethe-Gartenhaus.

Der Freitod der siebzehnjährigen Christel von Laßberg, die angeblich seinen "Werther"-Roman bei sich trug, in der Ilm im Januar 1778 veranlaßte Goethe zur Gestaltung eines Gedenkplatzes, des sog. Felsentores oder "Nadelöhrs" (1778). Als Geburtsstunde des Parks und zugleich „als Beginn einer neuen Epoche der Gartenkunst in Weimar” wird das Fest zum Namenstag der Herzogin Luise am 9. Juli 1778 bezeichnet. Die aus diesem Anlaß errichtete Einsiedelei, an der Stelle wo heute das Borkenhäuschen steht, und die angelegten Wege und Plätze wurden in den darauffolgenden Jahren durch weitere Plätze, Denkmäler, Dekorationen und Pflanzungen ergänzt. Eine künstliche Ruine (1784) sollte an die Vergänglichkeit alles Irdischen gemahnen, ein aufrecht stehender Fels (1782) mit Inschrifttafel den Wert der Freundschaft am Beispiel der Beziehungen zwischen Herzog Carl August und dem Fürsten Franz von Anhalt-Dessau vor Augen führen. Die Errichtung des Römischen Hauses (1791-1797) wurde zum Höhepunkt der Parkgestaltung. Goethe selbst hatte sich schon bald von der direkten Mitwirkung an der Parkgestaltung zurückgezogen.

Der Tod Carl Augusts 1828 bedeutete ein gewisses Ende der Parkentwicklung. Die nachfolgenden Generationen sorgten dafür, daß der Park in Größe und Gestaltung im wesentlichen unangetastet blieb. Die größer werdenden Baumgruppen und aufkommender Wildwuchs engten die Parkräume ein und versperrten die Sichtbeziehungen, anspruchsvolle Gehölze wurden von einheimischen Arten verdrängt, Krankheiten und Überalterung dezimierten den Baumbestand. Gartenkünstler, wie der von 1848-1852 als Hofgärtner tätige Eduard Petzold, bemühten sich um eine Verjüngung des Gehölzbestandes. Zu Beginn dieses Jahrhunderts behinderten zusätzlich wirtschaftliche Schwierigkeiten die Parkerhaltung. Im Februar 1945 richtete ein Bombenangriff große Schäden an. Auf dem Parkgelände entstand 1945 ein sowjetischer Soldatenfriedhof. 1950 ging der Ilmpark aus Landesbesitz an die Stadt Weimar und 1970 an die NFG, heute Klassik Stiftung Weimar, über, die im selben Jahr mit den dringend notwendigen Regenerations- und Rekonstruktionsarbeiten begannen. 1992 begann die Sicherung und Erschließung des Höhlensystems unter dem Ilmpark. Es ist seit 1997 als Museum „Parkhöhle” der Öffentlichkeit zugänglich. Von 1997-1999 wurde das Römische Haus mit seinen Außenlagen grundlegend restauriert und wiederhergestellt sowie im Untergeschoß des Gebäudes eine ständige Ausstellung zur Geschichte des Parke an der Ilm unter dem Titel „Wo sich Natur mit Kunst verbindet” eröffnet. Aus Anlaß des Kulturstadtjahres 1999 erfolgten auch die Restaurierung der Pompejanischen Bank, des Shakespeare- und des Liszt-Denkmals sowie die Verschönerung des jeweiligen Umfeldes.

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