Geschichte

Mit dem Bau der Sommerresidenz Herzog Ernst Augusts entstand 1728 bis 1748 eine regelmäßig gestaltete barocke Gartenanlage. 1739-1753 wurde die Orangerie erbaut, die heute noch erhalten ist. In der Regierungszeit Herzogin Anna Amalias begannen erste Umgestaltungsmaßnahmen im Hangbereich des Parks. Danach geriet der Park in Vergessenheit. Die Hinwendung Carl Augusts und Goethes zu naturwissenschaftlichen Forschungen und botanischen Experimenten lenkte die Aufmerksamkeit auf die Pflanzenkulturen der Orangerie und der Gärtnerei. Es entstand ein botanischer Garten, der um 1820 eine bedeutende Sammlung von ca. 7900 Arten umfaßte und die Herausgabe eines Kataloges des "Hortus Belvedereanus" erforderlich machte. Das Lange Haus (1760) und das Neue Haus (1808) wurden erbaut, der Rote Turm (1818-1821) errichtet und als botanisches Kabinett genutzt.

Carl Friedrich und seine Gemahlin Maria Pawlowna übernahmen 1811 Belvedere als Sommerresidenz. 1815 begann die Umgestaltung der völlig verwahrlosten Anlage in einen Landschaftspark nachklassisch-romantischer Prägung. Bis 1830 entstand das im wesentlichen noch heute sichtbare Bild mit den geschlängelten Wegen und zahlreichen kleinen Schmuckplätzen im Hangbereich. Die Umfassungsmauer fiel 1844/45 endgültig. Der unmerkliche Übergang in den angrenzenden Wald war damit gegeben. Im Sommer 1811 entstand der regelmäßig gestaltete Russische Garten, der bis ins Detail an den Pawlowsker "Höchsteigenen Garten" der Zarenfamilie in der Nähe von St. Petersburg erinnert. 1823 wurde das Heckentheater und 1843 der Irrgarten angefügt. Carl Friedrichs Nachfolger Carl Alexander ließ die Anlagen weiter pflegen. 1921 wurde der Park Besitz des Landes Thüringen. 1945 erfolgte die Anlage eines sowjetischen Friedhofes im Bereich zwischen Belvederer Allee und Schloß.

Die ab 1952 von der Stadtgärtnerei betreuten Anlagen übernahmen 1970 die Nationalen Forschungs- und Gedenkstätten in ihre Obhut und stellten von 1974-1978 den Park nach gartendenkmalpflegerischen Gesichtpunkten wieder her.. 1978-1982 folgten die Rekonstruktion des Russischen Gartens und weitere denkmalpflegerische Arbeiten an Plätzen, Architekturen und Plastiken.

Der reiche Bestand an Kalthauspflanzen ist im Sommer im Orangeriehof zu besichtigen. Eine große Auswahl von farbenfrohen Sommerblumen, auch in historischen Sorten, wird im Blumengarten und in der historischen Gärtnerei gepflanzt. Spazierwege führen den Besucher durch den Park auf die gegenüberliegende Seite des Possenbachtales zur sogenannten Riesengrotte, zum Obelisken, zum Schneckenberg und zur Pfeifferquelle mit Waldspielplatz.

Infos zur Besichtigung

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