
Geschichte
Die Gestaltung des Tiefurter Parks begann mit dem Einzug des Prinzen Constantin und seines Erziehers Karl Ludwig von Knebel in das zum Schloß umfunktionierte Wohnhaus des Kammergutpächters. Vom Schloß aus wurden zunächst "englische" Partien entlang der Gärten des Dorfes bis hin zum Ilmufer angelegt. Herzogin Anna Amalia verlegt 1781 ihren Sommersitz nach Tiefurt, führte die Parkgestaltung fort und dehnte sie auf das jenseitige Ilmufer aus. Dort entstanden "Stüfchen und Pfädchen" sowie „Plätze zur Erinnerung und Erbauung”. Im Tiefurter Park wurde 1799 dem Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart, dessen Musik sich in Weimar besonderer Wertschätzung erfreute, das erste Denkmal außerhalb seines Heimatlandes errichtet. Stätten mit ernstem Charakter, wie die Gedenksteine für Johann Gottfried Herder oder Anna Amalias Bruder Leopold von Braunschweig, erhielten eine Bepflanzung mit düsteren Nadelbäumen, andere von heiterem Charakter wurden mit helllaubigen und blühenden Gehölzen bepflanzt und boten freundliche Aussichten. Blumenbeete und Nutzgärten, dazu ein Gewächshaus gehörten zum Park. Einer der sogenannten Gesellschaftsplätze des Parks diente als Schauplatz für die Aufführung von Theaterstücken.
Zwischen 1846 und 1850 erfuhr der Park eine Regenerierung und gleichzeitige Überformung durch den Pückler-Schüler Eduard Petzold. In dieser Zeit wurden die meisten der, heute das Parkbild bestimmenden Baumgruppen gepflanzt, das Wegesystem großzügiger gestaltet und der Park durch Freilegung von Sichten wieder stärker zu der umgebenden Landschaft in Beziehung gesetzt. Aus Pietät gegenüber den Schöpfungen der klassischen Zeit Weimars und gemäß den von Großherzogin Maria Pawlowna erteilten Auflagen wurden dabei die vorhandenen Denkmäler in die neue Gestaltung einbezogen und sind so bis heute erhalten geblieben.
Der Schloßpark Tiefurt wurde 1969 durch die NFG übernommen. Danach setzten umfangreiche Erneuerungsarbeiten insbesondere an den Pflanzungen ein. Der Park erschließt sich den vom Schloß kommenden Besuchern beiderseits des Ilmbogens. Die Wege führen an den verschiedenen Erinnerungsmalen vorbei. Interessante Gehölzgruppierungen prägen das Parkbild. Eine besonders weite Sicht bietet sich von der Vergil-Grotte zum einen über den Wiesenpark im Tal hinweg und zum anderen in die umgebende Landschaft.
Infos zur Besichtigung
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Öffnungszeiten

