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Johann Wolfgang Goethe: Tagebücher. Historisch-kritische Ausgabe

Bild zum Forschungsprojekt

Direktion / Referat:
Goethe- und Schiller-Archiv

Projektverantwortung:
Dr. Ariane Ludwig, Dr. Manfred Koltes

Laufzeit von 1990

Eine »tägliche […] Buchführung mit sich selbst« war für Goethe von großer Bedeutung, wie er 1827 gegenüber Friedrich von Müller formulierte. Seine Tagebücher machen rund zehn Prozent seines literarischen Nachlasses aus. Einigermaßen kontinuierliche Aufzeichnungen beginnen 1775 während Goethes erster Schweizer Reise. Ab März 1817 werden die Tagebücher so gut wie ununterbrochen geführt. Sie enden wenige Tage vor Goethes Tod im März 1832.

Die von Goethe nicht zur Veröffentlichung vorgesehenen und überwiegend diktierten Diarien sind, abgesehen von frühen Aufzeichnungen, keine Bekenntnistagebücher, sondern vor allem Bilanz und Stimulans sinnvoller Zeiteinteilung. Mit den Jahren werden sie tendenziell immer verhaltener und konzentrierter. Nicht zuletzt in der Knappheit der Einträge und in der Vielseitigkeit von Goethes Interessen, Tätigkeiten und Beziehungen zu Zeitgenossen und -ereignissen liegt der hohe Kommentierungsbedarf seiner Aufzeichnungen begründet.

Im Unterschied zur Weimarer Ausgabe, in der die Tagebücher erstmals publiziert und so gut wie nicht erläutert wurden, werden in der historisch-kritischen Edition die Texte diplomatisch, d. h. ohne Eingriffe, nach den Handschriften wiedergegeben. Diese Edition bietet einen heutigen Standards entsprechenden textkritischen sowie (ab Band 6) einen Schreiberapparat. Zudem sucht ein ausführlicher Kommentar u. a. zu Goethes eigenen Werken und zu in vielen Fällen nur angedeuteten Vorgängen die Texte zu erschließen.

Der aktuell in Arbeit befindliche Band 9 wird im Auftrag der Klassik Stiftung Weimar / Goethe- und Schiller-Archiv von Margrit Glaser, Johannes Korngiebel und Ariane Ludwig herausgegeben. Von den geplanten dreizehn Doppelbänden (inklusive eines Supplementbandes) sind ab 1998 die von Jochen Golz, Wolfgang Albrecht, Andreas Döhler, Sebastian Mangold, Ariane Ludwig und Edith Zehm verantworteten Doppelbände 1-8 erschienen.

Kontakt:
Klassik Stiftung Weimar
Abteilung Editionen
Dr. Ariane Ludwig
Jenaer Str. 1
99425 Weimar
Tel.: +49 (0) 3643-545-288
Fax: +49 (0) 3643-545-241
ariane.ludwig@klassik-stiftung.de