Friedrich Schiller. Gemälde von Christian Xeller, 1. Hälfte 19. Jahrhundert. Empfangszimmer im Mansardengeschoss von Schillers Wohnhaus © Klassik Stiftung Weimar
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Stammbuchsammlung

Die Herzogin Anna Amalia Bibliothek verfügt 2016 über einen Bestand von 1.600 Stammbüchern aus der Zeit 1550 bis 1950. Die Sammlung wird laufend antiquarisch ergänzt und ist im Online-Katalog verzeichnet. Die Stammbücher werden zurzeit im Rahmen der Bundessicherungsverfilmung des Bundesamtes für Zivilschutz und Katastrophenhilfe in Kooperation mit dem Thüringischen Hauptstaatsarchiv Weimar digitalisiert.

Seit 2008 werden die Erschließung und Präsentation der Forschungsergebnisse in mehreren Projekten vorangetrieben, welche die J.H. & W. Hector Stiftung, die Gesellschaft Anna Amalia Bibliothek und die Deutsche Forschungsgemeinschaft gefördert haben.

Seit 2015 fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft DFG in einem dreijährigen Fortsetzungsprojekt die Erschließung und Digitalisierung der Stammbuchsammlungen der Herzogin Anna Amalia Bibliothek, der Universitätsbibliothek Tübingen und des Universitätsarchivs Tübingen. Der Schwerpunkt liegt auf den frühneuzeitlichen Stammbüchern von 1550 bis 1740.

Stammbücher sind durch die weite Verbreitung in fast allen Gesellschaftsschichten und durch ihre vielfältige Ausstattung eine wichtige kultur- und sozialgeschichtliche Quelle. Sie geben Aufschlüsse über soziale Netzwerke, Reiserouten, Studienorte ihrer Besitzer und genealogische Zusammenhänge. Neben den Autographen der Einträger mit Sprüchen und literarischen Zitaten enthalten die Bücher Wappen, Porträts, Kostümdarstellungen, Ortsansichten, Genreszenen aus dem Studentenleben, allegorische Bilder und frei gewählte Sujets wie Phantasielandschaften und perspektivische Kunststücke, die in der Regel von berufsmäßigen Künstlern ausgeführt wurden.

Den Grundstock zur Weimarer Sammlung legte 1805 ein Ankauf von 275 Stammbüchern aus dem Besitz des Ulmer Buchdruckers Christian Ulrich Wagner. Die Sammlung wurde seither kontinuierlich ausgebaut. Eine Sammlung von 80 Poesiealben Thüringer Provenienz aus den Jahren 1850 bis 1938 wurde 1999 aus Privatbesitz angekauft und zeigt die Entwicklung des Stammbuchs hin zum Poesiealbum.

Virtuelle Ausstellung:

freundschaftsbuecher.klassik-stiftung.de

Lektürehinweis:

Eva Raffel: Galilei, Goethe und Co. Freundschaftsbücher der Herzogin Anna Amalia Bibliothek. Ein Immerwährender Kalender. Berlin 2012.

Eva Raffel: Verschollen - wiedergefunden - neu entdeckt. Aufregende Funde in den Stammbüchern der Herzogin Anna Amalia Bibliothek. In: SupraLibros, Heft 17, Weimar 2015, S. 14-15.
http://www.gaab-weimar.de/workspace/supralibros/17-gaab-2015-2.pdf

Jeanine Tuschling: Einschreiben und verzeichnen. Perspektiven der bibliothekarischen Kooperation bei der Erschließung von Stammbüchern. In: Bibliothek 37 (2013), S. 372-375.
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Informationen in der Datenbank

Stammbuchsammlung im OPAC

Kontakt

Klassik Stiftung Weimar
Auskunft / Infotheke EG Herzogin Anna Amalia Bibliothek
Platz der Demokratie 4
99423 Weimar
Telefon: +49 (0) 3643-545-205
Fax: +49 (0) 3643-545-829
info-haab@klassik-stiftung.de

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