Prinzessin Sibylle von Cleve. Gemälde von Lucas Cranach d.Ä., 1526 . Schlossmuseum Weimar © Klassik Stiftung Weimar
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Karten, Atlanten und Globen

Etwa 10.000 historische Kartenblätter, Atlanten und Globen gehören zum Bestand der Kartensammlung. Als älteste Karte zählt eine handgezeichnete Portulankarte aus dem 15. Jahrhundert.

Die Kartensammlung der Herzogin Anna Amalia Bibliothek umfasst überwiegend kartographische Dokumente des 16. bis 19. Jahrhunderts. Darunter befinden sich:

- Land-, See- und astronomische Karten

- Stadt- und Fortifikationspläne

- Atlanten

- Globen

- Ortsansichten.

Schwerpunkt des Bestandes bilden Karten von Deutschland und Europa. Durch die Militärbibliothek wurde der Kartenbestand um militärisch-topographisches Material des späten 18. und des 19. Jahrhunderts angereichert. Die zum Teil handkolorierten Kartenblätter sind überwiegend gut erhalten.

Die Katalogisierung der gedruckten Karten bis Erscheinungsjahr 1850 erfolgt in der Altkartendatenbank IKAR.

Zwei umfangreiche Erschließungsprojekte wurden durch die Zeit-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius sowie die Deutsche Forschungsgemeinschaft gefördert. Die Titel sind zu einem großen Teil auch über den Online-Katalog der Bibliothek recherchierbar.

Besonders wertvolle Stücke der Sammlung sind:

eine handgezeichnete Portulankarte des Mittelmeergebietes aus dem 15. Jahrhundert (auf Pergament), die dem Conte Hoctomanno Freducci zugeschrieben wird;

zwei auf Pergament gezeichnete Weltkarten des Portugiesen Diego Ribero von 1527 und 1529;

eine Weltkarte von Sebastian Cabot (1544); »Il paese di Roma« (1547);

von Philipp Appianus »Chorographia Bavaria« (1568);

von Arnold Mercator ”Colonia Aggripina” (1571);

von Caspar Hennenberg ”Prussiae” (1595)

und eine Europa-Karte von Gerard Mercator (1572).

Mehrere Atlanten des 16. und 17. Jahrhunderts gehören zum Bestand der Kartensammlung. Darunter befinden sich einige Ortelius-Atlanten, unter anderem eine 1572 von Johann Koler verlegte hervorragend kolorierte deutsche Ausgabe. Auch Atlanten von Mercator und Blaeu zählen zum Bestand.

Geschichte der Sammlung

Mit der Gründung der Bibliothek im Jahre 1691 begann auch der Aufbau einer Kartensammlung. Sie geht auf eine Sammlung Herzog Wilhelm IV. zurück. 1722 kamen mit der Sammlung Conrad Samuel Schurzfleischs zusätzlich etwa 100 Karten in Bibliotheksbesitz. Ihren bedeutendsten Zuwachs erhielt sie, als Herzog Carl August im Jahre 1825 der Herzoglichen Bibliothek seine 6000 Einheiten zählende Kartensammlung überließ, die zusammen mit seiner 4000 Bände umfassenden Militärbibliothek in das Haus gelangte. Damit wurde der Kartenbestand um handgezeichnetes und gedrucktes Material des späten 18. und des 19. Jahrhunderts über Kriegsschauplätze aus allen Teilen der Welt, Stadtpläne und Befestigungsrisse vermehrt. In dieser Sammlung befinden sich auch Karten des preußischen Hauptmanns Friedrich Graf von Schmettau, die Carl August 1786 für seine Privatsammlung erworben hatte.

Zu den wertvollsten Erwerbungen gehören die um 1800 angekauften Weltkarten des Diego Ribeiro von 1527 und 1529. In der Weimarer Kartensammlung studierte und schrieb Alexander von Humboldt über die historischen Karten und Globen, die die mit den großen Entdeckungsreisen des 15. und 16. Jahrhunderts verbundene Veränderung des Weltbildes anschaulich widerspiegeln.

Verfügbarkeit

Allen Interessierten mit gültigem Benutzerausweis der Herzogin Anna Amalia Bibliothek ist die Kartensammlung zugänglich.
Die Karten können im Sonderlesesaal eingesehen werden.

Informationen in der Datenbank

Zur Altkartendatenbank IKAR

Kontakt

Klassik Stiftung Weimar
Auskunft / Infotheke EG Herzogin Anna Amalia Bibliothek
Platz der Demokratie 4
99423 Weimar
Telefon: +49 (0) 3643-545-205
Fax: +49 (0) 3643-545-829
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