Prinzessin Sibylle von Cleve. Gemälde von Lucas Cranach d.Ä., 1526 . Schlossmuseum Weimar © Klassik Stiftung Weimar
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Musikaliensammlungen

Die Musikaliensammlungen der Herzogin Anna Amalia Bibliothek bestehen aus mehreren Teilsammlungen. Durch den Bibliotheksbrand vom 2. September 2004 sind Brandverluste zu verzeichnen, besonders schwer betroffen ist die herzogliche Musikaliensammlung. Über Verluste dieser Musikalien und über erworbene Ersatzexemplare informiert der digitalisierte Musikalienkatalog.

Die Notensammlungen der Herzoginnen Anna Amalia und Maria Pawlowna von Sachsen-Weimar

(Signatur Mus)

Die privaten Notensammlungen der Herzoginnen Anna Amalia und Maria Pawlowna von Sachsen-Weimar wurden unter der Signaturengruppe "Mus" zusammengefasst und stellten einen in sich geschlossenen Bestand mit circa 2100 Drucken und 800 Handschriften dar. Einige Notenbestände aus dem 17. Jahrhundert, die den Schlossbrand vom 6. Mai 1774 überstanden hatten, waren in die Sammlung der Herzogin Anna Amalia übergegangen. Die Sammlungen gliederten sich in Geistliche Musik, Bühnenwerke, Orchester- und Kammermusik, Klaviermusik und Liedkompositionen. Es waren Drucke und Handschriften der Komponisten Johann Philipp Krieger, Christian Friedrich Witt, Prinz Johann Ernst von Sachsen-Weimar, Johann Adam Hasse, Joseph Haydn, Ernst Wilhelm Wolf, Johann Christian Bach, Karl Sigismund von Seckendorff, Corona Schröter, August Eberhard Müller, Johann Nepomuk Hummel vorhanden. Wie die Sammlungen belegten, wurde am Weimarer Hof besonderer Wert auf die Pflege der italienischen Oper gelegt, so waren Kompositionen von Giuseppe Sarti, Pasquale Anfossi, Domenico Cimarosa, Niccolo Conforto vorhanden. Diese Sammlungen sind größtenteils beim Bibliotheksbrand im Jahre 2004 vernichtet worden. Bisher sind 68 Werke gerettet, darunter Autographen von Christoph Willibald Gluck, Wolfgang Amadeus Mozart und Johann Nepomuk Hummel. Einige Noten werden nach der Restaurierung der sogenannten »Aschebücher« in den Bestand zurückkehren (zum Beispiel »The German Erato«). An der Teilrekonstruktion der Sammlungen durch Wiederbeschaffungen wird gearbeitet. Seit Ende 2004 konnten etwa 250 gleiche Musiktitel wiedererworben werden (z.B. Johann Nepomuk Hummels "Grosses Concert für das Piano-Forte", op. 85). Von 654 Titeln existieren Sekundärformen (Digitalisate, Mikrofiche, Mikrofilme).

Signaturen M 8 und M 9

Die beiden Signaturen M 8 und M 9 enthalten etwa 1400 Titel zur Musikliteratur, vorwiegend aus dem 18. bis 20. Jahrhundert. Vereinigt sind hier Musikgeschichte, Biographien, Tagebücher, Briefe von Komponisten und Literatur zur Ästhetik, Kirchenmusik und Oper. Darunter sind seltene Notenausgaben zum Beispiel von Michael Praetorius, Carl Philipp Emanuel Bach, Antonio Sacchini, Adam Falckenhagen, Johann Adam Hiller vorhanden. Der Komponist Richard Wagner ist mit 210 Bänden vertreten. Hierbei sind keine Brandverluste zu verzeichnen.

Einige Streubestände in anderen Bestandsgruppen mit unterschiedlichen Signaturen

(u.a. F, N, B, V, C, K, S)

Zu diesen Bestandsgruppen zählen Musikalien der Faustsammlung unter der Signatur "F" mit etwa 600 Titeln (zum Beispiel Hector Berlioz, Charles Gounod, Louis Spohr), Vertonungen der Werke von Goethe und anderer Dichter der Epochen der Aufklärung und der deutschen Klassik (zum Beispiel Franz Schubert, Ludwig van Beethoven, Anton Schweitzer) unter der Signatur "N", Musikalien aus der Bibliothek von Achim und Bettina v. Arnim unter der Signatur "B" (zum Beispiel André-Ernest-Modeste Grétry, Benedetto Marcello, Hans Leo Hassler), Titel verschiedener Provenienzen unter der Signatur "V" (zum Beispiel Carl Friedrich Zelter, Johann Rudolf Zumsteeg) und Kompositionen von Friedrich Nietzsche unter der Signatur "C".

Hinzuweisen ist auf zahlreiche, durch Johann Meursius veranstaltete Ausgaben antiker Musiktheoretiker sowie auf Vincenzo Galileis »Dialogo della musica antica e moderna« (1602) unter der Signatur "K".

Galileis Werk konnte nach dem Verlust beim Bibliotheksbrand wiederbeschafft werden. Unter diesen Beständen gibt es weitere Brandverluste.

 

Die Liszt-Bibliothek

Signatur L

Die Liszt-Bibliothek ist eine Sammlung von Büchern und Noten, die durch Ankauf von Neuerscheinungen und antiquarischen Erwerbungen ständig ergänzt und erweitert wird. Zur Zeit umfasst sie 3070 Titel. Darunter sind nahezu alle Erstdrucke der Kompositionen von Franz Liszt. Es sind Bücher und Noten aus dem Nachlass von Franz Liszt (unter anderem »Buch der Lieder« mit Korrekturen Liszts, Partitur der »Hunnenschlacht« von 1861), Werke über Musiktheorie, Geschichte, Politik, Weltliteratur in verschiedenen Sprachen, Bücher religiösen Inhalts (z.B. »De l'imitation de Jésus-Christ« mit einer Widmung von Papst Pius IX., 1865) enthalten.

Des Weiteren enthält der Bestand Ausgaben von in- und ausländischen Verlegern und Buchhändlern sowie von Schülern, Freunden und Verehrern Liszts. Entstanden ist die Sammlung aufgrund eines Aufrufs in der »Neuen Zeitschrift für Musik« zum »Aufbau einer vollständigen Liszt-Bibliothek« 1886. Der Aufruf wurde von Carl Gille angeregt und vom Großherzog Carl Alexander von Sachsen-Weimar unterstützt. Den umfangreichsten Bestand darunter bildet die Bibliothek der ersten Liszt-Biographin Lina Ramann. Die Sammlung ist vollständig erhalten.

 

Kataloge:

Catalogue de Musique [de Maria Paulowna]. 1 Bd., nach Sachgruppen geordnet, vermutlich zu Lebzeiten Paulownas erstellt. - Sign. Loc A 34.2

Eckhardt, Maria und Evelyn Liepsch: Franz Liszts Weimarer Büchersammlung. Laaber 1999, 132 S. - Sign.: LP 64560 E 19

Liszt-Sachkatalog: Zettelkatalog, systematisch geordnet, geführt bis 2002.

Musicalien aus dem Nachlasse I.K.H. der Frau Großfürstin Maria Paulowna in der Großh. Bibliothek. Teil I.: Alphabetisches Verzeichniss mit Angaben der Mappen und der früheren Bezeichnung. Teil II: Inhalt der verschiedenen Mappen und der sich einzeln vorfindenden Werke. - Sign.: Loc A 34.1

Musikalien-Sammlung Ihro der Frau Herzogin Anna Amalia Durchlaucht. - 1 Bd., nach Sachgruppen geordnet, Titel nach 1803 durch andere Hände hinzugefügt. - Sign.: Loc A 19

Notensammlung der Herzogin Anna Amalia. 5 Bde., Kopien der Katalogkarten des alten Zettelkataloges, geordnet nach Sachgruppen. Verzeichnet werden nur Musica practica, bis Mitte des 19. Jhs., vorwiegend Notenbestand aus dem Besitz der Herzogin Anna Amalia und der Großherzogin Maria Pawlowna. - ohne Sign.

Verzeichnis der Musikalien-Sammlung aus dem Nachlasse der Herzogin Anna Amalia / bearb. von Louis Sckell (1863). 1 Bd., geordnet nach Partituren, Clavier-Compositionen, Musikalien für blasende Instrumente, Arien, Lieder und Gesänge mit Clavier. - Sign.: Loc A 19.1

Digitalisierter Musikalienkatalog der Herzoginnen Anna Amalia und Maria Pawlowna (Siehe unten stehenden Link)

Online-Katalog der Herzogin Anna Amalia Bibliothek (einige zur Zeit noch nicht konvertierte Daten sind über den Alphabetischen Zettelkatalog zu recherchieren)

Informationen in der Datenbank

Zum Digitalisierten Musikalienkatalog

Kontakt

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Auskunft / Infotheke EG Herzogin Anna Amalia Bibliothek
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Fax: +49 (0) 3643-545-829
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