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Prinzessin Sibylle von Cleve. Gemälde von Lucas Cranach d.Ä., 1526 . Schlossmuseum Weimar © Klassik Stiftung Weimar
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Graphische Sammlungen

15. Jahrhundert bis zur Gegenwart

 

Die Graphischen Sammlungen der Klassik Stiftung Weimar sind derzeit im Neuen Studienzentrum und im Goethe-Nationalmuseum untergebracht. Im Zuge der Fusion zwischen der Stiftung Weimarer Klassik und den Staatlichen Kunstsammlungen zu Weimar wurden die graphischen Bestände beider Institutionen zusammengeführt. Die dadurch gewonnene Gesamtheit der Zeichnungen und Drucke ermöglicht einen vollständigen, beispielhaften Überblick über das europäische graphische Schaffen vom 15. bis zum 21. Jahrhundert.

Den Grundstock der Graphischen Sammlungen bildet der Bestand des früheren Großherzoglichen Kupferstichkabinetts, dessen inhaltliche Qualität die Ankaufspolitik kunstsinniger Fürsten und Goethes Kunstverständnis prägten. Auch nach dem Ende des Großherzogtums wurden die kostbaren Bestände, in der Arbeiten aus der Goethezeit einen wichtigen Schwerpunkt bilden, durch Schenkungen, Nachlässe und Neuerwerbungen bereichert. Sie beherbergen heute rund 60.000 Handzeichnungen, darunter Werke großer Meister wie Leonardo da Vinci, Raffael, Dürer, Cranach, Primaticcio, Guercino, Tiepolo, Rubens, van Dyck, Rembrandt, Callot, Boucher, Greuze, Carstens, C. D. Friedrich, Runge, Munch und Rodin, sowie 140.000 druckgraphische Blätter, unter anderem bedeutender italienischer Chiaroscuro-Künstler, nahezu komplette Konvolute aus dem Œuvre von Albrecht Dürer, Lucas Cranach d. Ä., Rembrandt van Rijn, Jacques Callot, aber auch von dem Bauhäusler Lyonel Feininger sowie von prominenten DDR-Künstlern. Wertvolle, auf der Welt einmalige Inkunabeln alter Meister steigern zusätzlich die kunsthistorische Bedeutung der Sammlungen, in der alle Zeichentechniken und druckgraphischen Variationen vertreten sind.

 

Die Kunstsammlung Goethes — gegen Ende seines Lebens eine der umfangreichen Privatkollektionen im damaligen Deutschland — bildet einen weiteren prominenten Kernbereich: Der Dichter besaß über 9000 Druckgraphiken und mehr als 4300 Handzeichnungen. Unter diesen Blättern befinden sich Arbeiten von Hopfer, Altdorfer, Parmigianino, Guercino, Tiepolo, Tintoretto, Rembrandt, Bloemaert, Jacob de Wit, Lorrain, Dughet und Watteau; aber auch Werke von Goethes deutschen Zeitgenossen sind vertreten u. a. von Graff, Hackert, Kniep, Tischbein, C. D. Friedrich und Runge. Eine Sonderstellung nehmen in diesem Sammlungsbestand die etwa 2100 eigenhändigen Zeichnungen des Dichters ein.

Neben der Goetheschen Sammlung wurde nach der Gründung des Goethe-Nationalmuseums im Jahre 1885/86 eine zusätzliche museale bzw. kustodische graphische Sammlung errichtet. In dem durch Schenkung, Stiftung und Ankäufe auf ungefähr 6500 Handzeichnungen und über 35.000 Druckgraphiken angewachsenen Fundus befinden sich vor allem künstlerische Arbeiten zur Rezeptionsgeschichte der deutschen Klassik. Neben umfangreichen Beständen an Bildnissen und Topographien werden Illustrationen zu Werken von Goethe, Herder, Wieland und Schiller gesammelt. Einzelne Künstlernachlässe, wie etwa von Johann Heinrich Meyer, Louise Seidler, Julie von Egloffstein oder Bartold Asendorpf sind ebenso vorhanden wie Sonderbestände zu Franz Liszt und Friedrich Nietzsche. Mit ihren insgesamt rund 230.000 Werken zählen die Graphischen Sammlungen zu den bedeutendsten ihrer Art in Deutschland.

Verfügbarkeit

Die Bestände können nach Voranmeldung von Dienstag bis Freitag in der Benutzerabteilung des Goethe-Nationalmuseums oder im Sonderlesesaal der Herzogin Anna Amalia Bibliothek eingesehen werden.

Kontakt

Klassik Stiftung Weimar
Abteilung Graphische Sammlungen
Prof. Dr. Hermann Mildenberger
Frauenplan 1
99423 Weimar
Telefon: +49 (0) 3643-545-343
Fax: +49 (0) 3643-545-356
Hermann.Mildenberger@klassik-stiftung.de

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