Decke im Rokokosaal der Herzogin Anna Amalia Bibliothek © Klassik Stiftung Weimar

Neues Museum Weimar ist bereit für die Landesausstellung

Fr, 11. März 2016

Mehr Informationen zur Klassik Stiftung Weimar als Energie-Gewinner Thüringens

Die Klassik Stiftung hat das Neue Museum Weimar für die konservatorischen Ansprüche des 21. Jahrhunderts gerüstet. Nachdem alle Maßnahmen zur Stabilisierung des Raumklimas abgeschlossen und die lichttechnischen Verhältnisse verbessert werden konnten, ist das Neue Museum nun bestens vorbereitet, um ab dem 24. April die Thüringer Landesausstellung »Die Ernestiner. Eine Dynastie prägt Europa« zu beherbergen. Bei einem gemeinsamen Pressetermin mit Anja Siegesmund, Thüringer Ministerin für Umwelt, Energie und Naturschutz, präsentierte die Klassik Stiftung heute, 11. März, im Museum die Ergebnisse der energetischen Sanierung.

In Zusammenarbeit mit der Klassik Stiftung Weimar hatte die Thüringer Energie- und GreenTech-Agentur (THEGA) 2012 untersucht, welche Möglichkeiten es zur energetischen Optimierung und zur Verbesserung der raumklimatischen Bedingungen im Neuen Museum Weimar gebe. Die Studie wurde im Rahmen des Förderprogramms »Thüringen Green Tech« des Thüringer Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Technologie durchgeführt. Auf Basis der daraus gewonnenen Erkenntnisse entwickelte die Klassik Stiftung ein innovatives Maßnahmenpaket zur energetischen und raumklimatischen Ertüchtigung historischer Museumsbauwerke am Beispiel des Neuen Museums. Bei der heutigen Präsentation betonte Ministerin Anja Siegesmund die erfolgreiche Verbindung von Energiewende und Denkmalschutz. „Das Neue Museum Weimar ist Energie-Gewinner. Die erfolgreichen Sanierungsarbeiten zeigen, wie der Einsatz erneuerbarer Energien, Energieeffizienz und Denkmalschutz zusammenpassen. Durch die energetische Optimierung des Gebäudes spart die Klassik Stiftung Weimar langfristig Betriebskosten und schützt dabei Klima und die wertvollen Ausstellungsstücke“, so Siegesmund.

Nach einer intensiven Planungsphase stattete die Stiftung 2014 bereits die Fenster an der Ost-, Süd- und Westseite des Neuen Museums mit einem Wärme- und UV-Schutz aus, um den sommerlichen Wärmeeintrag zu reduzieren. 2015 baute sie in den Ausstellungsräumen zunächst die alte Elektroinstallation zurück und schuf die Durchbrüche für eine Belüftung der Oberlichtsäle. Die neue Lichttechnik für die Raum- und Objektbeleuchtung in den Ausstellungsräumen verringert ebenfalls den Wärmeeintrag in das Gebäude und ermöglicht ferner eine flexible bzw. individuelle Ausleuchtung der Objekte. Weiterhin ersetzen im Dachbereich Photovoltaikplatten die bisherigen Oberlichtgläser. Diese Photovoltaikplatten reduzieren nicht nur den Lichteintrag, sondern erzeugen gleichzeitig den Strom für die Kühlung des Museums CO2-neutral aus Sonnenenergie. Zusätzlich temperiert eine Umluftkühlung die Galerien im Obergeschoß, während im Sommerbetrieb künftig auch die vorhandene Fußbodenheizung zur Kühlung des Gebäudes genutzt werden kann. Im Februar 2016 baute die Stiftung schließlich an den Fenstern noch einen Blendschutz mit Verdunkelungsmöglichkeit ein.

Die klimastabiliserenden Maßnahmen wurden durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien in Höhe von 983T Euro finanziert. Die Kosten für den Blendschutz von insgesamt 120T Euro trug zur Hälfte die Klassik Stiftung. Weiter 60T bewilligte der Bund aus dem Förderprogramm »Investitionen für nationale Kultureinrichtungen in Ostdeutschland«.