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Stadtschloss Weimar

UNESCO-Welterbe

Ensemble »Klassisches Weimar«

1998 nahm das Welterbekomitee der UNESCO das Ensemble »Klassisches Weimar« in die Liste des Erbes der Welt auf. Die Mehrzahl der aufgenommenen Objekte steht im Eigentum der Klassik Stiftung. Zum Welterbe gehören Gebäude der Weimarer Altstadt wie auch die weitläufigen Parkanlagen und deren Einzelbauten, die in exemplarischer Weise die Kulturepoche der Weimarer Klassik repräsentieren.

Im Einzelnen handelt es sich dabei um:

Die Einrichtungen der Klassik Stiftung Weimar sind mit * gekennzeichnet

Mit der Aufnahme in die Welterbeliste würdigt die UNESCO »die große kunsthistorische Bedeutung öffentlicher und privater Gebäude und Parklandschaften aus der Blütezeit des ›klassischen Weimar‹« und die »herausragende Rolle Weimars als geistiges Zentrum im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert«.

Gedächtnis der Menschheit

Die UNESCO hat im Jahr 2001 den gesamten handschriftlichen Nachlass Goethes, der im Goethe- und Schiller-Archiv aufbewahrt wird, in ihr Programm zum Erhalt des dokumentarischen Erbes »Gedächtnis der Menschheit« (»Memory of the World«) aufgenommen.

Auf der UNESCO Generalkonferenz in Abu Dhabi wurden am 9. Oktober 2015  verschiedene Manuskripte, Briefe und Originaldrucke von Martin Luther zum Weltdokumentenerbe erklärt, darunter zwei Titel der Herzogin Anna Amalia Bibliothek:

  • Biblia, das ist die gantze Heilige Schrifft Deudsch. 2 Bände. Wittenberg 1534. Signatur: Cl I: 58 (b) und (c)
  • Ein Sermon von Ablass und Gnade. Wittenberg 1518. Signatur: Aut. Luth. 1518 (9)

Das zweibändige Exemplar der ersten Gesamtausgabe des Alten und Neuen Testaments von Martin Luther gehört zu den größten Kostbarkeiten der Herzogin Anna Amalia Bibliothek. Das Weimarer Exemplar der Ausgabe unterscheidet sich von den etwa 60 übrigen, die weltweit noch erhalten sind, vor allem durch die Ausmalung der 128 Holzschnitte und Bildinitialen. Sie sind nicht bloß koloriert, sondern mit blauen, grünen und roten Deckfarben prachtvoll ausgemalt und zum Teil mit Gold gehöht.

Das zweite Objekt ist eine kleine Flugschrift mit nur sechs Textseiten. Sie enthält den Sermon von Ablass und Gnade. Er ist der im März oder April 1518 bei Johannes Rhau-Grunenberg in Wittenberg erschienen. Der Text wurde im ganzen Reich (Leipzig, Augsburg, Nürnberg, Basel, Braunschweig) sofort nachgedruckt. Ein Manuskript Luthers mit diesem Text ist nicht überliefert, so dass er in der Regel nach dem u.a. in Weimar vorhandenen Druck von Rhau-Grunenberg zitiert wird. 

Die Weimarer Luther-Schriften gehören zum ältesten Bibliotheksbestand. Sie blieben beim Bibliotheksbrand 2004 unversehrt.