Decke im Rokokosaal der Herzogin Anna Amalia Bibliothek © Klassik Stiftung Weimar

Bestandserhaltung

Bei einem Bestand von über eine Million Bänden konzentrieren sich die Aufgaben der Weimarer Bestandserhaltung auf konservatorische Arbeiten, etwa die Einbandpflege, die Herstellung säurefreier Schutzbehältnisse und kleinere Reparaturen, begleitend zur Benutzung der Bücher in den Lesesälen, zu Ausstellungen, zur Sicherungsverfilmung und Digitalisierung. Mit aufwendigeren Restaurierungen, die z.B. im Rahmen von Buchpatenschaften ausgeführt werden, werden in der Regel freie Restauratoren beauftragt.

Nach dem Brand 2004 haben sich die Aufgaben der Bestandserhaltung der Bibliothek stark verändert. Für das Brandfolgenmanagement bis 2015 wurde zu den laufenden Routinearbeiten ein Team von zwölf Mitarbeitern zusammengestellt, das sich aus Stammkräften und aus Spenden- und Drittmitteln beschäftigten Projektbearbeitern zusammensetzt. Arbeitsteilig werden Aufgaben aus den Bereichen Bestandserhaltungsmanagement (Auftragsvergabe), Buchrestaurierung (Musterrestaurierungen, Auftragnehmerbetreuung), Papierrestaurierung (Aschebücher), Buchbinderei und Magazinpflege bearbeitet. Unterstützt wird das Team durch eine Reihe von Studierenden der Restaurierungswissenschaft, die Abschlussarbeiten zu Spezialthemen der Brandschadenrestaurierung verfassen oder die im Rahmen von Praktika bislang Hunderte von minimal geschädigten Einbänden repariert haben.

zum Stand der Restaurierungsarbeiten nach dem Brand

Organisatorisch und räumlich gliedert sich das Referat Bestandserhaltung in drei Werkstätten: Die Buchbinderei (im Studienzentrum), zu deren Aufgaben die Bearbeitung von Neubindungen und Serien und Reparaturen an Büchern nach 1850, aber regelmäßig auch die Ausbildung von Handbuchbindern gehören. Die Restaurierungswerkstatt (im Historischen Bibliotheksgebäude), die alle restauratorischen Arbeiten konzipiert, in geringem Umfang selbst durchführt und Auftragsvergaben von aufwendigen Restaurierungen vorbereitet und fachlich betreut. Im Zusammenhang mit dem Brandfolgenmanagement wurde in Weimar-Legefeld 2008 eine Spezialwerkstatt für die Restaurierung von brandgeschädigtem Schriftgut errichtet, zu deren Aufgaben die Mengenrestaurierung brandgeschädigter Papiere gehört. Zur Bestandserhaltung gehört darüber hinaus die Einband- und Schlussstelle, die am Ende des bibliothekarischen Geschäftsganges über Neubindungen, Reparaturen und Schutzbehältnisse für die laufenden Erwerbungen entscheidet, Aufträge an freie Restauratoren vergibt und die Signaturenschildchen aufbringt.