Herzogin Anna Amalia Bibliothek

Tagungen

Sammeln - Forschen - Wissen

3. bis 5. Mai 2017

Mit dem Kolloquium Sammeln - Forschen - Wissen beleuchtete die Herzogin Anna Amalia Bibliothek gemeinsam mit dem Forschungsverbund Marbach Weimar Wolfenbüttel in zwei Sektionen Perspektiven der Erschließung, Erforschung und Vermittlung von Sammlungen.

Anhand einzelner Objekte und Sammlungen kamen in der Sektion "Wissen der Sammlungen" theoretische und praktische Herausforderungen der Wahrnehmung von baulichen, inhaltlichen, sozialen und historischen Dimensionen von Sammlungen für ihre Erschließung und Präsentation zur Sprache. Die zweite Sektion "Forschen in Sammlungen" griff vor dem Hintergrund der Projekte des Forschungsverbunds aktuelle Ansätze auf, die zunehmend Sammlungsdynamiken, - kontexte und -praktiken in den Fokus der Forschung rücken.

Flyer zur Tagung

 

Die Zukunft des Sammelns an wissenschaftlichen Bibliotheken

26. und 27. April 2016

Jahrhundertelang waren Umfang und Auserlesenheit der Sammlung das Kriterium für den Rang einer Bibliothek. Der "Bestandsaufbau" galt als vornehmste Aufgabe des wissenschaftlichen Bibliothekars. Heute, da digitale Publikationen ubiquitär verfügbar sind, muss der Sammelauftrag der Bibliotheken neu bestimmt werden. Hat das bibliothekarische Konzept des Sammelns im digitalen Zeitalter überhaupt noch einen Sinn? Gehört das vorsorgende Sammeln noch zu den Aufgaben von Bibliotheken, und wenn ja, wie sieht dies dann aus? Wie verändert sich die Aufgabenstellung der Bibliotheken überhaupt?

Flyer zur Tagung

Tagungsbericht

 

Bestandserhaltung digital - Sicherung und Identifizierung stark geschädigten Schriftguts

7. November 2013

Nach der Brandkatastrophe vom 2. September 2004 hat sich die Herzogin Anna Amalia Bibliothek entschieden, neben einer umfassenden Originalerhaltung durch Restaurierung die Chancen der Digitalisierung in der Bestandserhaltung zu nutzen und ca. 4.000 geschädigte Werke - die sogenannten Weimarer "Aschebücher" - digital zu sichern und verfügbar zu machen. Zur Halbzeit des auf 5 Jahre angelegten Projekts, das von der Volkswagen-Stiftung gefördert wird, soll eine Zwischenbilanz gezogen werden: Das Kolloqium thematisierte die besonderen Anforderungen an die Bestandserhaltung nach Zerstörungen und die Möglichkeiten einer digitalen Präsentation und Ergänzung stark geschädigten Schriftguts. In den beiden Panels "Aspekte der digitalen Sicherung" und "Neue Wege der Identifizierung und Rekonstruktion" wurden Maßnahmen, Arbeitsabläufe und technische Konzepte erörtert. Die neuen Wege der virtuellen Rekonstruktion und Rekontextualisierung wurden gemeinsam mit Vertretern des Historischen Archivs der Stadt Köln sowie des Bundesbeauftragten für die Unterlagen der Staatssicherheitsdienstes, Berlin, beleuchtet.

Tagungsbericht in der Zeitschrift "Archivar" Jg. 66, H. 3 (2013) S. 334-337

Kolloquiumsbeiträge

 

"Vom Umgang mit der Menge" - Ledereinbandrestaurierung nach dem Brand der Herzogin Anna Amalia Bibliothek

24. September 2011

Beim Brand der Herzogin Anna Amalia Bibliothek am 2. September 2004 wurden rund 62.000 Bücher durch Einwirkung von Feuer, Hitze und Löschwasser geschädigt, weitere 50.000 gelten als Verlust. Fast 20.000 Bücher mussten mehr oder weniger aufwändigen Restaurierungen unterzogen werden, darunter 7.500 Ledereinbände aus fünf Jahrhunderten. Für die Restaurierung einer derart großen Menge historisch bedeutender Bücher mussten innovative Maßnahmen und Methoden entwickelt werden, die im Rahmen des Kolloquiums vorgestellt wurden.

Kolloquiumsbeiträge

 

Wissenschaftliche Bibliothekare in der Zeit des Nationalsozialismus –  Handlungsspielräume, Kontinuitäten, Deutungsmuster

Eine Tagung des Wolfenbütteler Arbeitskreises für Bibliotheks-, Buch- und Mediengeschichte in Kooperation mit der Herzogin Anna Amalia Bibliothek

07. bis 09. Dezember 2009

Seit den achtziger Jahren des 20. Jahrhunderts konnten verschiedene Studien den Einfluss des Nationalsozialismus auf die Bibliotheken und die persönliche Verstrickung prominenter Bibliothekare in das Unrechtssystem belegen. Seither konnten neue Erkenntnisse gewonnen werden, die eine Tagung mit dem Ziel, ausdrücklich das Verhalten einzelner leitender Persönlichkeiten des wissenschaftlichen Bibliothekswesens zu beleuchten, rechtfertigen.

Längst nicht erschöpfend ausgelotet sind die Denk- und Handlungsräume solcher Vertreter der Berufsgruppe, die dem Regime kritisch oder als unpolitische Mitläufer gegenüberstanden.

Vor der Folie von Biographien eindeutig nationalsozialistisch eingestellter Bibliothekare sollen auf der Tagung gerade solche Vertreter der Berufsgruppe in den Blick kommen, die ihre Karriere nach 1945 fortsetzen konnten:

Welche Handlungsspielräume konnten sie ausnutzen? Welche intellektuellen und wissenschaftlichen Voraussetzungen haben ihnen eine Abgrenzung zum nationalsozialistischen Wissenschaftssystem ermöglicht? Haben sie das neue Regime als kategorialen Bruch zu ihrem eigenen Wert- und Ordnungssystem verstanden?

Lässt sich aus ihrem Handeln eine Übereinstimmung mit oder Abweichung zu dem bibliothekarischen Berufsbild erkennen, wie es zuletzt 1933 von Fritz Milkau formuliert wurde? Was haben diese Bibliothekare anders gemacht als ihre der NS-Ideologie hörigen Kollegen? Oder haben sie nur geschickt den Entnazifizierungsprozess überstanden? Wie deuten die Betreffenden ihre eigene Biographie?

Der historisch-biographische Ansatz dieser Tagung scheint uns weiterhin unerlässlich zu sein, bevor eine umfassende Bibliotheksgeschichte die Mentalitäts-, Ideen- und Institutionengeschichte der Zeit miteinander verknüpfen kann. Schließlich mündet die Beschäftigung mit dem Verhalten einzelner Vertreter der Berufsgruppe letztlich in die bibliothekarische Berufsethik und die stets aktuelle Frage: Welchen Normen und Werten sehen sich Bibliothekare verpflichtet?

 

Die Wege zur Kultur – Barrierefreiheit in Bibliotheken und Museen
Tagung der Konferenz Nationaler Kultureinrichtungen

01. bis 03. Oktober 2009

Barrierefreiheit gehört heute in Deutschland noch nicht zu den Standards in Museen und Bibliotheken. Oft sind es bauliche Barrieren, die den Zugang zu den Einrichtungen erschweren, aber auch technische Barrieren können den Zugriff auf Informationen verhindern, z.B. in den Katalogen und im Internet. Daher gelingt es nur selten, Menschen mit Behinderung den Weg zu den Sammlungen und Dienstleistungen der Bibliotheken und Museen uneingeschränkt zu öffnen. Dabei zeigen Erfahrungen, dass barrierefrei gestaltete Gebäude und Informationssysteme allen Nutzern und Besuchern zugute kommen. Rampen und Hubbühnen, automatische Türen, einfach und übersichtlich gestaltete Webseiten und Formulare, Hör- und Taststationen in Ausstellungen oder Texte in leichter Sprache sind Beispiele für Zugangsmöglichkeiten, die sich am Nutzer orientieren – ob mit oder ohne Behinderung. Informations- und Bildungsangebote können so besser wahrgenommen, Forschungshemmnisse abgebaut werden.

Die Tagung der Konferenz Nationaler Kultureinrichtungen wird grundlegende Informationen zur Barrierefreiheit vermitteln; dazu gehören die Erläuterung der rechtlichen Voraussetzungen, Empfehlungen zur Herstellung von Barrierefreiheit in Neu- und Umbauten, zur Gestaltung barrierefreier Ausstellungen und Webseiten.

Darüber hinaus wird Gelegenheit zu einer ausführlichen Darstellung und Diskussion neuerer Forschungsansätze zum Thema Behinderung gegeben – etwa der Disability Studies, der Erziehungswissenschaft, der Sozial und Medizingeschichte. So sollen gängige Vorstellungen von Behinderung und Barrieren in Frage gestellt und Wege zur Verbesserung der Situation in den Bibliotheken und Museen aufgewiesen werden.

Die interdisziplinäre Tagung richtet sich an alle, die an der Vermittlung von Kultur- und Bildungsangeboten arbeiten, insbesondere an Bibliothekare, Kuratoren in Museen, Archivare, aber auch Kulturwissenschaftler, Erziehungswissenschaftler, Historiker und Architekten.