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Die Sammlung Strätz – Klassik Stiftung Weimar zeigt Schreibwerkzeuge aus drei Jahrhunderten im Stadtschloss

Vom 26. April bis 16. Juni 2013 präsentiert die Klassik Stiftung im Rahmen der Reihe »Varietas – Neues aus den Museen« eine umfangreiche Schenkung historischer Schreibwerkzeuge im Stadtschloss. Die 99 Objekte aus dem 18., 19. und 20. Jahrhundert stammen aus dem Besitz des Sinologen Dr. Volker Strätz, der seine Sammlung Ende 2011 der Klassik Stiftung vermacht hat. Durch den Zuwachs ist die Schreibzeug-Sammlung der Stiftung um ein gutes Drittel gewachsen und zählt nun zu den umfangreichsten und originellsten in Deutschland.

Volker Strätz hat seine Sammlung vor allem in den beiden letzten Jahrzehnten angelegt. Die Sammlung besteht aus einer Vielfalt von Tintenzeugen aus Porzellan, Steingut, Glas und Metall – ergänzt durch Federhalter, Minenstifte, Kugelschreiber und diverse andere Utensilien, die für den Akt des Schreibens notwendig waren. Die Objekte stammen vorrangig aus Deutschland, aber auch aus Frankreich, England, Dänemark, Russland, Österreich, China sowie dem osmanischen Reich. Strätz‘ Impuls, seine Sammlung der Klassik Stiftung zu schenken, geht auf die 2002 in Weimar gezeigte Ausstellung »Werkzeuge des Pegasus – Historische Schreibzeuge im Goethe-Nationalmuseum« zurück.

Nachdem für lange Zeit Ton- und Wachstafeln, Papyrus und Pergament als Schreibunterlagen bzw. Beschreibstoffe dienten, entwickelte sich das Papier zum konstanten, bis in die Gegenwart genutzten Beschreibstoff. Zu den frühen Schreibgeräten zählen Griffel (stilus) und Rohrfeder (calamus). Das ideale Schreibgerät fand man schließlich bis in die Neuzeit in der Vogelfeder von Strauß, Schwan, Truthahn, Krähe und Gans. Am Anfang des 19. Jahrhunderts wurde sie durch die Metallfeder abgelöst. Spezielle Gefäßformen für die Schreibflüssigkeiten, wie Tintenzeuge, kamen seit der Renaissance auf. Schreibzeuge unterlagen neben der technischen Entwicklung stets auch einem Wandel im Stil. Diese Vorgänge macht die Sammlung Strätz deutlich. Neben dem spätbarocken Kastenschreibzeug ist ein kommodenartiges Schreibzeug im Stil des Frühklassizismus vor 1800 zu sehen. Spätbiedermeierliche Schreibzeuge in konventioneller Tablettform mit Tintenfass und Streusanddose wechseln ab mit figürlichen Schreibzeugen des Empire und des Neorokoko. Schließlich zeigen Schreibtischgarnituren und Tintenfässer aus dem gesamten 20. Jahrhundert den Einfluss von Jugendstil, Art déco und der Moderne. Ein osmanisches Reiseschreibzeug ist ein Beispiel dafür, dass sich die Form über Jahrhunderte kaum gewandelt hat, wohl aber durch den Dekor ins 19. Jahrhundert zu datieren ist. Kunsthandwerklich aufwändig gearbeitete Federhalter des 19. Jahrhunderts aus kostbaren Materialien wie Gold, Silber und Elfenbein ergänzen die Schau.

Die Ausstellungseröffnung findet statt am Donnerstag, 25. April 2013, um 16 Uhr im Festsaal des Stadtschlosses. Dr. Egon Freitag hält den Festvortrag mit dem Titel »›Es hat der Autor, wenn er schreibt, so was Gewisses, das ihn treibt.‹ (Goethe) – Von der Kreativität des Schreibens«.

Ausstellungsdaten
Die Sammlung Strätz.
Schreibwerkzeuge vom 18. bis 20. Jahrhundert
Stadtschloss Weimar, Falkengalerie
Burgplatz 4 | 99423 Weimar
26. April bis 16. Juni 2013

Eintritt
Stadtschloss Weimar mit Schlossmuseum
Erw. 7,50 € | erm. 6,50 € | Schüler (16–20 J.) 2,50 €

Öffnungszeiten
Di–So 10–18 Uhr
Pfingstmontag, 20. Mai, 10–18 Uhr
Lange Nacht der Museen, 8. Juni, zusätzlich 18–24 Uhr

Projects of the Klassik Stiftung Weimar are funded by the European Regional Development Fund (ERDF) and the Free State of Thuringia, represented by the State Chancellery of Thuringia, Department of Culture and the Arts.

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