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»Sardellen Salat sehr gut« - Goethe- und Schiller-Archiv präsentiert Kochbücher, Rezepte und Menükarten aus dem 18. und 19. Jahrhundert

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»Englischer Puting«, »Gutt Hammel fleisch« oder »Hobelspäne« – vom 26. August bis 22. Dezember 2016 gibt das Goethe- und Schiller Archiv der Klassik Stiftung einen Einblick in die Küchen- und Esskultur des 18. und 19. Jahrhunderts. Handgeschriebene Rezepte aus den Familien Goethe, Schiller, Arnim und Nietzsche sind in der Ausstellung »Sardellen Salat sehr gut« ebenso zu sehen wie kunstvoll illustrierte Menükarten aus der herzoglichen Hofküche, eine Weinbestellung Christoph Martin Wielands oder auch Erdmuthe Nietzsches Anleitung zu einem »Mittel gegen den Magenkrampf«.

In den häuslichen Rezeptsammlungen ging es nicht nur um die Zubereitung von Gesottenem und Gebackenem, um das Pökeln, Beizen oder Einmachen. Auch die Herstellung von Tinten, dekorativem Tafelschmuck, Hausmedizin oder Pflegemitteln wurde von Generation zu Generation weitergegeben. So findet sich in der Ausstellung unter anderem ein Rezept August von Goethes für englische Schuhwichse.

Den Familienkochbüchern, meist in Mundart, flüchtig und orthographisch frei niedergeschrieben, standen veröffentlichte Werke wie »Der neue Apicius« von René François le Goullon gegenüber. Der Küchenmeister der Herzogin Anna Amalia publizierte in diesem Taschenbuch seine »Grands Diners« mit auserlesenen Spezialitäten sowie prachtvollen Tafelarrangements und erlangte damit weit über Weimars Grenzen hinaus Berühmtheit. »Menus à la Goullon« wurden noch lange nachgekocht, wie ein Speisezettel von 1873 in der Ausstellung bezeugt.

Gleichzeitig zeigt die Schau mehrere Beispiele für Rechnungs- und Bestellvorgänge, die die Hauswirtschaft sowie die Vorlieben der Weimarer Größen amüsant illustrieren. So orderte Franz Liszt in den 1880er-Jahren über einem Hoflieferanten verschiedenste Lebensmittel in »Conserven«, Wieland verband im Herbst 1806 eine briefliche Weinbestellung bei den Erfurter Gebrüdern Ramann mit einem Lagebericht aus Weimar, und Goethe war um 1790 nachweislich Kunde der Dresdner Nudelmühle.

Die Klassik Stiftung Weimar lädt am 3. September und 1. Oktober, jeweils 14 Uhr, zu öffentlichen Führungen durch die Ausstellung und das Goethe- und Schiller-Archiv ein.

Ausstellungsdaten
»Sardellen Salat sehr gut«
Kochbücher, Rezepte und Menükarten
Vom 26. August bis 22. Dezember 2016
Mo – Fr 10 – 18 Uhr | Eintritt frei
Sa – So sowie an Feiertagen 11 – 16 Uhr | Erw. 2 Euro/ erm. 1 Euro/ Schüler frei
Goethe- und Schiller-Archiv | Mittelsaal Jenaer Straße 1 | 99425 Weimar

Projects of the Klassik Stiftung Weimar are funded by the European Regional Development Fund (ERDF) and the Free State of Thuringia, represented by the State Chancellery of Thuringia, Department of Culture and the Arts.

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