Portrait Harald Welzer

Prof. Dr. Harald Welzer: „Weiterbauen am zivilisatorischen Projekt. Zur Fortsetzung der Moderne“ 8. – 12. Juli 2019

Seit 1999 lädt das Kollegs Friedrich Nietzsche jährlich einen exponierten nachdenklichen Menschen als Distinguished Fellow an die Klassik Stiftung Weimar ein mit der Bitte, zeitgemäße und unzeitgemäße Betrachtungen zur geistigen Situation der Gegenwart mit der Öffentlichkeit zu teilen. Weimar ist immer wieder ein Ort grundsätzlicher Diagnosen und Zukunftsentwürfe gewesen. Wir freuen uns, dass wir in diesem Jahr den Sozialpsychologen und politischen Intellektuellen Professor Dr. Harald Welzer gewinnen konnten. Professor Welzer ist Gründungsdirektor von futurzwei. Stiftung Zukunftsfähigkeit. Nach grundlegenden Arbeiten zur NS-Erinnerungstradition und Täterforschung ist er vor allem durch Beiträge zu Fragen sozialer Transformation in der Postwachstumsgesellschaft hervorgetreten. Zu seinen Publikationen zählen „Opa war kein Nazi“ (2002), „Täter. Wie aus ganz normalen Menschen Massenmörder werden“ (2005), „Das Ende der Welt, wie wir sie kannten“ (2009), „Selbst denken. Eine Anleitung zum Widerstand“ (2013), „Wir sind die Mehrheit. Für eine offene Gesellschaft“ (2017),  sowie jüngst „Alles könnte anders sein – Eine Gesellschaftsutopie für freie Menschen“ (2019). Das Thema seiner Vorlesungen in Weimar lautet:

Weiterbauen am zivilisatorischen Projekt. Zur Fortsetzung der Moderne

Die Bewohnerinnen und Bewohner der Moderne blicken auf eine – vielfältig gebrochene und oft ambivalente, aber doch – atemberaubende Geschichte humanen Fortschritts zurück und genießen einen zivilisatorischen Standard in Sachen Freiheit, Teilhabe, Sicherheit und Wohlstand, der historisch beispiellos ist. Aber der Stoffwechsel, auf dem dieser Fortschritt beruht, ist nicht fortsetzbar im 21. Jahrhundert, dazu ist er – für das Erdsystem, das Klima, die Biosphäre, die Meere, viele Menschen – zu zerstörerisch. Darüber gibt es eine Unmenge von Studien, Büchern, Filmen. Wir haben keinen Mangel an Wissen über den Zustand der Welt, aber Mangel an Willen, diesen Zustand zu verändern. Die Vorlesungen befassen sich mit den Möglichkeiten der Beförderung solchen Willens:

8. Juli 2019: 18:00-20:00: Es war nicht alles schlecht im Kapitalismus

9. Juli 2019: 18:00-20:00: Die modernisierte Moderne

11. Juli 2019: 18:00-20:00: Anfangen

Die Vorlesungen finden im Studienzentrum der Herzogin Anna Amalia Bibliothek statt.

Den Abschluss des Fellowships von Harald Welzer bildet ein öffentliches Gespräch mit Silke van Dyk, Professorin für Politische Soziologie von der Friedrich Schiller Universität Jena, am 12. Juli 2019 (13:00-15:00) im Hörsaal des Bauhaus Museums in Weimar.

Die Veranstaltungen sind öffentlich, der Eintritt ist frei.

 

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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