Provenienzforschung

Seit 2010 überprüft die Klassik Stiftung ihre Bestände systematisch, das heißt chronologisch und bestandsübergreifend, auf NS-verfolgungsbedingt entzogene Kulturgüter (sogenanntes NS-Raubgut).

Gemeinsam mit den Verfolgten oder ihren Erben sucht die Klassik Stiftung nach gerechten und fairen Lösungen. Im Jahr 2011 ist diese Aufgabe in das Leitbild der Stiftung eingegangen.

Nach dem Auslaufen der großzügigen und langjährigen Förderung durch das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste finanziert die Klassik Stiftung die Provenienzforschung zu NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturgütern seit 2017 vollständig aus Eigenmitteln. Die Forschung ist durch die direktionenübergreifende Arbeitsgruppe „NS-Raubgut“ in den institutionellen Strukturen der Klassik Stiftung verankert. Beraten und evaluiert wird die Klassik Stiftung bei dieser Aufgabe seit 2014 von einem Fachbeirat, dem Vertreterinnen und Vertreter der Provenienzforschung (Anja Heuß, Staatsgalerie Stuttgart), der zeitgeschichtlichen Forschung (Frank Bajohr, Institut für Zeitgeschichte München und Sybille Steinbacher, Goethe-Universität Frankfurt am Main/Fritz Bauer-Institut) sowie der Conference on Jewish Material Claims Against Germany (Jens Hoppe) angehören.

Exlibris von Dr. Hermann Türck, Klassik Stiftung Weimar
Schreiben von Reinhard Heydrich an Fritz Sauckel, NSDAP-Gauleiter in Thüringen, vom 16. Juli 1941, Klassik Stiftung Weimar
Zugangsbuch der Thüringischen Landesbibliothek Weimar für das Jahr 1933, Klassik Stiftung Weimar

Aktueller Stand

Die Überprüfung der Objekte, die Vorgängerinstitutionen der Klassik Stiftung in den Jahren 1933 bis 1939 erworben haben, ist weitgehend abgeschlossen. Aktuell untersuchen zwei Historiker die Provenienzen und Erwerbungskontexte der Objekte, die in den Jahren von 1940 bis 1945 erworben wurden. Mit der Erbenermittlung und Vorbereitung von Restitutionen ist eine Juristin betraut.

Alle Objekte in den Sammlungen, die als NS-Raubgut identifiziert wurden, werden an das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste gemeldet; sie sind dann unter www.lostart.de recherchierbar. Darüber hinaus werden Bücher aus den Beständen der Herzogin Anna Amalia Bibliothek, für die der Verdacht auf einen verfolgungsbedingten Entzug besteht, im bibliothekseigenen Online-Katalog „NS-Raubgut“ nachgewiesen.

Kontakt

Für Fragen zur Provenienzrecherche an der Klassik Stiftung Weimar wenden Sie sich bitte an:

Für Fragen zur Restitution und zu rechtlichen Aspekten wenden Sie sich bitte an:

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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