Johann Joachim Winckelmann. Gemälde von Anton von Maron, 1768. Schlossmuseum Weimar © Klassik Stiftung Weimar

Meisterkurs

In der künstlerisch-musikalischen Berufsausbildung gehört der »Meisterkurs« zu den besonders attraktiven Lehrangeboten, da er Studierenden die Möglichkeit eröffnet, für einige Tage mit international renommierten Künstlern eng zusammenzuarbeiten. Die Klassik Stiftung Weimar und das Forschungszentrum Laboratorium Aufklärung der Friedrich-Schiller-Universität Jena setzen die Idee des Meisterkurses nunmehr auch im wissenschaftlichen Kontext um. Angesprochen sind junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich mit den Forschungen und Ideen einer herausragenden Gelehrtenpersönlichkeit intensiv auseinandersetzen wollen.

Kosmopolitismus. Eine Idee und ihre Geschichte seit der Aufklärung

Meisterkurs mit Jürgen Osterhammel, 9. bis 12. Juli 2018

Bewerbungsfrist: 25. Mai 2018

Seit der Antike gibt es in Europa eine universalistische Denktradition, die zu unterschiedlichen Zeiten verschieden starken Anklang fand, aber niemals völlig verschwand. Der aus dieser Tradition resultierende Kosmopolitismus oder Weltbürgergedanke ist in den letzten Jahren erneut ausgiebig diskutiert worden. »Kosmopolitismus« wurde zu einem Zentralbegriff der Sozialwissenschaften und zu einem wichtigen Thema der Philosophie. Die damit verbundene politisch-moralische Haltung erscheint vielfach als naheliegendes Komplement von »Globalisierung« in der realen Welt. Zugleich sind »kosmopolitische Eliten« zur Zielscheibe von nationalistisch-populistischen ebenso wie kapitalismuskritischen Angriffen geworden. Kosmopolitismus steht erneut – wie schon mehrmals in den vergangenen Jahrhunderten – unter Rechtfertigungsdruck.

Der Meisterkurs ist vorwiegend ideengeschichtlich ausgerichtet. Er setzt zeitlich um 1770 an, also in der »Spätaufklärung«, als die Wünschbarkeit von Kosmopolitismus unter europäischen Intellektuellen nahezu unbestritten war, aber auch die praktischen Schwierigkeiten einer allgemeinen Menschheitsverbrüderung deutlich zutage traten. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert differenzierte sich der »klassische« Kosmopolitismus aus, und es entstanden Strömungen wie eine – heute erneut aktuelle – Freihandelslehre oder grenzüberschreitende internationalistische Bewegungen (Sozialismus, Pazifismus, Feminismus, eine humanitär motivierte Kolonialkritik). Abschließend soll gefragt werden, ob es sinnvoll ist, ganze Gesellschaften als »kosmopolitisch« zu bezeichnen, und welche Ausprägungen weltbürgerliche Vorstellungen außerhalb der europäischen Tradition gefunden haben.

Zum Programm siehe Download.

Für nähere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Klassik Stiftung Weimar
Annette Schöneck
Telefon: +49 (0) 3643-545-553
Annette.Schoeneck@klassik-stiftung.de

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