Bücherregal im Rokokosaal der Herzogin Anna Amalia Bibliothek © Klassik Stiftung Weimar

Volontariatsfortbildung

Die Klassik Stiftung Weimar bietet regelmäßig Fortbildungen zur Provenienzforschung für Volontärinnen und Volontäre an, zuletzt im Oktober 2018. 

Im Aufgabenportfolio eines Museums, einer Bibliothek oder eines Archivs leistet die Provenienzforschung einen wichtigen Beitrag zur Erschließung der Sammlungen, da sie deren Geschichte rekonstruiert. Sie fragt nach der Herkunft, der ›Provenienz‹ eines Objekts, also danach, wie ein Gemälde, ein Buch, ein Autograf und anderes in den Bestand einer Einrichtung gelangt sind: Wer waren die Vorbesitzerinnen oder Vorbesitzer, haben sie das Objekt verschenkt, ist es angekauft oder ersteigert worden, wann und unter welchen Umständen ist dies geschehen, welcher Preis wurde dafür bezahlt?

Die Fortbildungen sollen Volontärinnen und Volontären einen sowohl konzeptionellen als auch praxisnahen und bestandsorientierten Einblick in dieses Aufgabenfeld und die damit verbundenen spezifischen Fragestellungen und Problematiken geben: Welche Indizien begründen für ein Gemälde, ein Buch, eine Handschrift oder anderes einen Anfangsverdacht auf einen NS-verfolgungsbedingten Entzug? Wie lässt sich dieser Verdacht erhärten oder entkräften, welche materiellen Spuren an einem Objekt sind aussagekräftig, welche sonstigen Quellen und Recherchemöglichkeiten stehen zur Verfügung, welchen Anforderungen muss eine angemessene Dokumentation der Forschungsergebnisse genügen? Welche rechtlichen Grundlagen gibt es und welche historischen Entwicklungen sind von Bedeutung? Wie gestalten sich Erbenermittlung und Restitution? Und schließlich: Wie ist die Provenienzforschung zu NS-verfolgungsbedingten Kulturgütern als relativ junge Disziplin institutionell und universitär verankert, welche Fortbildungs- und Fördermöglichkeiten gibt es?