Parkhöhle im Park an der Ilm © Klassik Stiftung Weimar
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Do 12. Juni 2014 - Sa 14. Juni 2014

Arno Schmidt und das 18. Jahrhundert

Wissenschaftliche Tagung in Kooperation mit der Arno Schmidt Stiftung und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Mit einer Ausstellung und einer Tagung zu Arno Schmidts 100. Geburtstag widmen sich die Arno Schmidt Stiftung und die Klassik Stiftung Weimar der Auseinandersetzung des Schriftstellers mit der Literatur des 18. Jahrhunderts.

Die Kabinettausstellung »Wieland Goethe Schmidt« zeigt im Gartensaal von Wielands Gutshaus in Oßmannstedt den Blick Arno Schmidts auf die beiden Klassiker Wieland und Goethe.

Klassiker gebe es eigentlich nicht, hat der Autor einmal geschrieben, es gebe nur klassische Werke. Und doch gibt es sie, die Klassiker. Umstritten ist, wer dazu gehört und wer nicht – und was man damit will: jemanden einen »Klassiker« nennen. Für Deutschland war das lange Zeit eindeutig: Goethe und Schiller bilden »die Weimarer Klassik«. Andere Autoren waren vor- oder nachklassisch und – wenn überhaupt erwähnenswert – in Bezug auf die Klassik in ihrem Rang zu bestimmen. Wie es nicht anders sein kann, hat ein solches Konzept, das aus Klassik als Zentrum und einem durch das Klassische definierten Kanon bestand, immer Opposition erzeugt.

Arno Schmidts Werke handeln auch von Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts. In seinen Rundfunkessays der 50er und 60er Jahre sieht er sich als »Vorleser« für eine interessierte Öffentlichkeit und lenkt die Aufmerksamkeit auf Schriftsteller, die man übersieht, wenn man sich auf das tradierte Konzept des Klassischen festgelegt hat: Brockes, Fouqué, Klopstock, Pape, Herder, Moritz, Schnabel, Tieck – und eben Wieland.

Die Liste der von Schmidt behandelten Autoren bildet einen eigenen literaturgeschichtlichen Kanon. Goethe, der in vielerlei Hinsicht Bewunderte, ist nicht das Zentrum dieses Kanons. An seine Stelle tritt Christoph Martin Wieland, »einer der größten Formtheoretiker aller Zeiten«, »durch dessen Schreibtisch wir Schriftsteller unseren ersten Meridian ziehen müßten«.

Schmidts Nähe zu Wieland und seine ambivalente Haltung zu Goethe zeigt diese von Jan Philipp Reemtsma kuratierte Ausstellung in Bildern und Texten.

Die Tagung »Arno Schmidt und das 18. Jahrhundert« befasst sich mit diesem alternativen Kanon, der für sein Literaturverständnis modelbildend war. Die Mentalitätsgeschichte des 18. Jahrhunderts fungierte als Bezugsraum seiner fiktionalen Welten. Schmidts polyhistorisches Interesse hat seinerseits vielfältig Forschung wie Leser stimuliert. Mit dem gesamten Spektrum dieser Fragen wird sich die Tagung »Arno Schmidt und das 18. Jahrhundert« beschäftigen.

Wieland Goethe Schmidt. Eine Kabinettausstellung
11. Mai bis 17. August 2014 im Wielandgut Oßmannstedt
Eine Ausstellung der Arno Schmidt Stiftung und der Klassik Stiftung Weimar

Tagung: Arno Schmidt und das 18. Jahrhundert
12. bis 14. Juni 2014 im Festsaal des Goethe‐Nationalmuseums in Weimar
Eine Veranstaltung der Arno Schmidt Stiftung, der Klassik Stiftung Weimar und der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Kontakt

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Olaf Koch
okoch@ndl-medien.uni-kiel.de

Preise

Teilnahme kostenlos