Das Gartenhaus am Rande des Parks an der Ilm war 1776 Goethes erster eigener Wohnsitz in Weimar. Hier schrieb er die Ballade vom „Erlkönig“ und das Gedicht „An den Mond“. Im Alter wurde das Haus, das mit originalen Möbeln wie dem Stehpult und „Sitzbock“ ausgestattet ist, ein wichtiger Rückzugsort für Goethe.

„Hab ein liebes Gärtgen vorm Thore an der Ilm schönen Wiesen in einem Thale. ist ein altes Hausgen drinne, das ich mir repariren lasse. Alles blüht alle Vögel singen.“

Goethe an Gräfin Auguste zu Stolberg, Mai 1776

Goethes Gartenhaus im Herbst
Goethes Gartenhaus im Herbst

Rundgang

Der Rundgang umfasst das Speisezimmer – das sogenannte „Erdsälchen“ – und die Küche im Erdgeschoss sowie vier Räume in der oberen Etage als Goethes Arbeits-, Wohn- und Schlafbereich.

Die ausgestellten Einrichtungsgegenstände sind Teil des ursprünglichen Inventars und stammen aus allen Lebensphasen Goethes. Dazu gehören so seltene und originelle Möbel wie das Stehpult mit „Sitzbock“ und das Klappbett. Die gezeigten Kunstwerke und Handschriften stammen aus Goethes Nachlass und verweisen auf die Zeit, als er hier seinen Wohnsitz hatte. Zu sehen ist auch eine Auswahl seiner Zeichnungen, die überwiegend im Gartenhaus oder in der näheren Umgebung entstanden sind.

Das Haus

Das vermutlich im 16. Jahrhundert errichtete, ehemalige Weinberghaus hatte leer gestanden und sich in einem vernachlässigten Zustand befunden, als es Herzog Carl August von Sachsen-Weimar und Eisenach für Goethe erwarb und ihm zum Geschenk machte. Als Hausbesitzer ließ dieser zahlreiche Reparaturen und Umbauten vornehmen. Bis zu seinem Umzug in das Anwesen am Frauenplan 1782 blieb das Haus der hauptsächliche Wohn- und Arbeitsort des Dichters und Staatsministers.

Nach seinem Tod entwickelte sich das Gartenhaus zu einem Wallfahrtsort: 1841 wurde es von den Enkeln Goethes für Besucher freigegeben und 1886 als Memorialstätte eröffnet. Seit der Restaurierung in den Jahren 1995/96 ist das Hausinnere in der von Goethe gewählten Farbigkeit wiederhergestellt.

Das geöffnete Gartentor zu Goethes Gartenhaus
Tor zum Garten
Fenster und Rankhilfen an der Fassade von Goethes Gartenhaus
Ausschnitt der Fassade

Der Garten

Unmittelbar nach dem Erwerb des Anwesens und parallel zu den Bauarbeiten im Haus begann Goethe mit der Neugestaltung des verwilderten Gartens: Er ließ den Hang terrassieren und neue Wege anlegen. Treppen wurden gebaut, Blumen und Bäume gepflanzt. Die typische Dreiteilung des Gartens mit dem schattigen Hangbereich, der anschließenden Obstwiese und dem Nutzgarten unterhalb des Hauses ist noch erkennbar. Heute sind die Flächen, wo früher z.B. Kartoffeln und Erdbeeren wuchsen, mit Rasen bedeckt. 1777 fand ein außergewöhnliches Monument im Garten Aufstellung: der von Goethe und seinem Zeichenlehrer Adam Friedrich Oeser entworfene „Stein des guten Glücks“, eines der ersten nicht-figürlichen Denkmäler in Deutschland.

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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