1. Eintritt frei
Blick auf den Eingang des Studienzentrums mit Fahrrädern und Besucherin
Lesung

Sorgen und Freuden einer Verlegerin

Lesung aus Dokumenten mit Anna Schindler (Herisau/Schweiz)

und Ulrich Röthke (Cottbus)

Zum Thema: Im Jahr 1910 gründete Gustav Kiepenheuer unter tatkräftiger Mithilfe seiner Frau Irmgard in Weimar das gleichnamige Unternehmen. Einige Jahre später siedelte das Ehepaar nach Potsdam über. Hier trennte sich Irmgard von ihrem Mann und gründete 1919 mit ihrem neuen Partner Hans Müller einen eigenen Verlag. Beide übernahmen nach Verhandlungen mit Walter Gropius zwei Jahre später den Vertrieb der Bauhausmappen Neue Europäische Graphik, – ein Projekt, das für alle Beteiligten in einem wirtschaftlichen Fiasko endete. Trotz dieser Negativ-erfahrung blieb die Verlegerin der Moderne gegenüber aufgeschlossen. In ihrem Potsdamer Salon verkehrten unter anderem Kurt Schwitters, das Ehepaar van Doesburg, Hannah Höch und Mies van der Rohe. Ende der 1920er Jahre gab Irmgard Kiepenheuer Publikationen heraus, die in engem Bauhaus-Kontext stehen, so etwa das Buch Die Sammlung Ida Bienert von Will Grohmann, für die Laszlo Moholy-Nagy einen avantgardistischen Umschlag gestaltete.

In ihrer Lesung zeichnen die Schauspielerin und Urenkelin von Irmgard Kiepenheuer, Anna Schindler, und der Kunsthistoriker Ulrich Röthke anhand von Originaldokumenten die Geschichte des Müller & I. Kiepenheuer Verlages nach. Sie vermitteln dadurch zum einen ein anschauliches Bild von den Widrigkeiten, mit denen das Bauhaus im Einsatz für die Moderne kämpfen musste, zum anderen vom kulturellen Leben im Weimar und Potsdam der 1910er und 20er Jahre.

 

Zu den Personen: Anna Schindler ist Autorin und Schauspielerin. Sie wuchs in einem Haus voller Bücher in der Nähe von Heidelberg auf. Nach einer Schauspielausbildung folgten viele Wanderjahre an verschiedenen Theatern in Deutschland und der Schweiz. Sie blieb letztlich im Appenzellerland und begann Kinderbücher zu schreiben. Irmgard Kiepenheuer ist ihre Urgroßmutter. Ulrich Röthke ist Kunsthistoriker an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg und beschäftigt sich bevorzugt mit Themen rund um das Bauhaus. Im Zuge der Vorbereitung zur Ausstellung Bauhaus in Brandenburg, die im Kunstmuseum Dieselkraftwerk in Cottbus ab Oktober 2019 stattfindet, wurde er auf den Müller & I. Kiepenheuer Verlag aufmerksam. Die Ergebnisse seiner Recherchen sollen in der Lesung auf unterhaltsame Art und Weise präsentiert werden.

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