Bücherregal im Rokokosaal der Herzogin Anna Amalia Bibliothek © Klassik Stiftung Weimar
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Inventare des Goethe- und Schiller-Archivs

Bild zum Forschungsprojekt

Direktion / Referat:
Goethe- und Schiller-Archiv

Projektverantwortung:
Dr. Silke Henke

Laufzeit von 1989

Aufgabe der Inventare ist es, die Bestände detailliert vorzustellen und damit der Forschung einen umfassenden Zugriff auf die Archivalien zu eröffnen. Jeder zu inventarisierende Bestand wird so intensiv erschlossen und verzeichnet, dass die darin enthaltenen Teile sowie der Aufbau und die Struktur des Bestandes deutlich erkennbar sind. Dabei werden über die archivalischen Einheiten hinaus alle in den Beständen enthaltenen Texteinheiten erfasst, identifiziert und einem Werk, Brief, Tagebuch oder sonstigem Arbeits- oder Lebenszeugnis eines Autors zugeordnet. Die Inventare zeichnen sich außerdem durch einen systematischen Nachweis der in anderen Beständen des Goethe- und Schiller-Archivs vorhandenen Handschriften eines Bestandsbildners aus. Die Grundsätze und Verfahren der Inventarisierung im Goethe- und Schiller-Archiv sind online als pdf-Datei abrufbar.

Anders als die archivinternen Findbücher werden die Inventare publiziert.

Inventar des Schiller-Bestandes

Die Reihe der Inventare wurde 1989 eröffnet mit dem Inventar des Schiller-Bestandes:

Es verzeichnet für Friedrich Schiller sämtliche Werkmanuskripte, Briefe und andere Unterlagen, die im Schillerbestand eingeordnet – oder wie der Briefwechsel mit Goethe – in anderen Beständen des GSA überliefert sind. Aus der schriftlichen Hinterlassenschaft der Familienangehörigen sind vor allem die Überlieferung von Charlotte von Schiller sowie der Nachlass von Emilie von Gleichen-Rußwurm hervorzuheben.

Inventar des Goethe-Bestandes

Gegenwärtig konzentrieren sich die Arbeiten auf die inventarmäßige Erfassung des umfangreichen Archivs, das Goethe hinterlassen hat und das die Keimzelle des Goethe- und Schiller-Archivs bildete. Der vollständige Nachweis aller in diesem Bestand vorhandenen Quellen und Textzeugen ist ein Desiderat der Goethe-Forschung und unabdingbare Voraussetzung zukünftiger Goethe-Editionen.

Gedichte

Als erster Teil wurde das Inventar sämtlicher Gedichtmanuskripte Goethes vorgelegt. Es beschreibt zu etwa 2800 Gedichten mehr als 5000 Textzeugen, darunter 1660 Handschriften Goethes und ist auch online abrufbar. Die Verwaltung der Daten sowie die Erstellung der Druckvorlagen erfolgten mit Hilfe des Textverarbeitungsprogrammes TUSTEP.

Dramen und Prosa

Der zweite Teil des Inventars zum Goethe-Bestand, der die nahezu 9000 Blatt zählende handschriftliche Überlieferung zu den Dramen, Romanen und Erzählungen verzeichnet, ist im November 2011 erschienen.

Naturwissenschaftliche Schriften

Die Inventarisierung von Goethes Naturwissenschaftlichen Schriften konnte dank der Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft realisiert werden.

Briefe

Als Referenzeditionen für die Briefe Goethes liegen die Regestausgabe der Briefe an Goethe und das Repertorium der Goethe-Briefe vor.

Tagebücher

Bei der Verzeichnung der Tagebuchhandschriften erfolgt eine Abstimmung mit den Mitarbeitern der historisch-kritischen Ausgabe. Goethes Tagebücher.

Zugehörige Publikationen:

Bestandserschließung im Literaturarchiv. Arbeitsgrundsätze des Goethe- und Schiller-Archivs in Weimar. Hrsg. von Gerhard Schmid. München, New Providence, London, Paris 1996.