Die Parkhöhle ist ein unterirdisches Stollensystem im Park an der Ilm, das Ende des 18. Jahrhunderts ursprünglich zur Anlage einer Brauerei entstand. Heute ermöglichen die zwölf Meter tiefen Gänge und Tunnel einen Streifzug durch 200.000 Jahre Erd- und Menschheitsgeschichte. Ein Vortragsraum steht für Veranstaltungen verschiedenster Art zur Verfügung.

Besichtigung

Die Parkhöhle befindet sich in zwölf Metern Tiefe zwischen dem Steilhang zur Ilm und der Belvederer Allee. Eine Treppe in der Nähe des Liszt-Hauses führt zu dem Stollen hinab, der am sogenannten „Nadelöhr“, einem künstlich angelegten Felsentor an der Ilm, endet.

Der Stollen der Parkhöhle verläuft durch die lockeren Schichten des Flussschotters und der Auesedimente der Ilm. An der Decke befinden sich Versteinerungen fossiler Pflanzen und Tiere eines vorzeitlichen Sees.

Führung durch den unterirdischen Stollen
Führung durch den unterirdischen Stollen
Stollengang mit Wasserableitungsrinne, der sogenannten „Rösche“
Stollengang mit Wasserableitungsrinne, der sogenannten „Rösche“

Die Ausstellung im Museum erzählt die Geschichte der geologischen Erforschung der Weimarer Travertine. Diese nahm ihren Anfang mit der Beschreibung des geologischen Profils durch Johann Wolfgang von Goethe und seinen Sohn August im Jahr 1823. Fotografien und Zeitzeugenberichte dokumentieren die Geschichte der Parkhöhle im Zweiten Weltkrieg. Ein Vortragsraum wird für musikalische Auftritte, Märchenabende für Kinder oder naturwissenschaftliche Vorträge der Reihe „Dialoge mit der Erde“ genutzt.  Das aktuelle Veranstaltungsprogramm finden Sie hier.

Geschichte

Abwasserstollen – Wandelgang – Luftschutzkeller – Untertagemuseum

Die Entstehung der Parkhöhle geht auf den Wunsch des Herzogs Carl August von Sachsen-Weimar und Eisenach nach einer eigenen Brauerei zurück. Zwischen 1794 und 1796 wurde im Park an der Ilm ein circa 500 Meter langer Stollen zur Bierlagerung und Ableitung des Brauchwassers der geplanten Brauerei angelegt. Nach Aufgabe des ursprünglichen Vorhabens diente der Stollen zum Sand- und Kiesabbau. Es entstand ein weit verzweigtes Tunnelsystem, das Hofgesellschaften und Parkbesucher in den Jahren von 1810 bis 1830 gelegentlich als unterirdischen Wandelgang nutzten. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde ein Teil der Anlage als Luftschutzbunker ausgebaut. In diesem Bereich befinden sich die heutigen Museumsräume. Von 1992 bis 1999 wurde das teilweise verfüllte und baufällige Stollensystem in einer aufwändigen Sanierungsaktion wieder zugänglich gemacht.

Museumsbox „Expedition Parkhöhle“

Flemar, die Fledermaus, begleitet dich auf eine Exkursion unter Tage. Sie erzählt dir spannende Geschichten über die Entstehung der Gesteine, aber auch über die Stadtgeschichte Weimars. Durch kleine Experimente erfährst du, wie Fossilien entstehen und was uns die Gesteine heute noch verraten können. Nach dem Rundgang in der Parkhöhle kannst du deine Entdeckungstour im Park und in der Stadt fortsetzen. Das Begleitheft zur Museumsbox „Expedition Parkhöhle" finden Sie hier.

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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