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Kutschen und historische Fahrzeuge im Kutschenmuseum Auerstedt

In den ehemaligen Stallungen von Schloss Auerstedt wird der noch erhaltene Fuhrpark der Herzöge und Großherzöge von Sachsen-Weimar und Eisenach präsentiert. Die Kutschensammlung der Klassik Stiftung Weimar umfasst Staats-, Hochzeits-, Stadt-, Reise- und Jagdwagen, aber auch eine Kinderkutsche, Sänfte und Laufmaschine. Ausgestellt werden Wagen aus der Zeit um 1760 bis um 1890, die in Thüringen (Weimar, Gotha und Eisenach) sowie auch in Wien, Amsterdam und St. Petersburg hergestellt wurden. Der Kutschenbestand vermittelt sowohl die verschiedenen Funktions- und Wagentypen als auch die technischen Entwicklungsstufen von Wagenkasten, Abfederung und Ausstattung mit dem Komfort der damaligen Zeit.

 

Den Schwerpunkt bilden Kutschen, die als Hochzeitsausstattung an den Weimarer Hof gelangten: Hierzu gehören der anlässlich der Heirat der russischen Großfürstin Maria Pawlowna (1786–1859) mit dem Erbprinzen Carl Friedrich (1783–1853) gebaute Hochzeitsreisewagen, mit dem das junge Paar im Jahr 1804 gut einen Monat von St. Petersburg nach Weimar reiste sowie eine russische Droschke und ein Linienwagen. Ferner kamen der 1842 in Amsterdam hergestellte Hochzeitswagen und eine Dormeuse durch die Eheschließung zwischen der niederländischen Prinzessin Sophie (1824–1897) und dem Erbgroßherzog Carl Alexander (1818–1901) in den Weimarer Marstall. Besondere Aufmerksamkeit verdient ein nach allen Seiten gewölbter Wagenkasten – »bombée en tout sens« – den Herzog August von Sachsen-Gotha-Altenburg bei dem Gothaer Hofstellmacher Mentzel anfertigen ließ. Zum Erfurter Fürstenkongress im Herbst 1808 schickte der Herzog den Staatswagen Kaiser Napoleon I. entgegen. Dieses kugelige Gefährt entsprach der neuesten Form der Pariser Wagenschöpfungen um 1800 und gilt als das einzige noch erhaltene Exemplar.

 

Als seinerzeit modernes Verkehrsmittel auf nur zwei Rädern hat sich im Weimarer Fuhrpark eine Laufmaschine aus dem Jahre 1818 erhalten. Sie wurde von Großherzog Carl August (1757–1828) als Geschenk für seinen Sohn Carl Friedrich in Mannheim bei Karl Freiherr von Drais, dem Erfinder des Zweiradprinzips, bestellt. Diese »Draisine« – versehen mit einer silbernen Lizenzmarke, zwei dreiecksförmigen Seitentaschen, einer umklappbaren Leitstange, einer Bremse sowie einem höhenverstellbaren Sitz und Balancierbrett – ist das bisher zweitälteste bekannte Exemplar, das Drais beim Mannheimer Wagnermeister Johann Frey fertigen ließ.

 

Die Historische Wagensammlung stammt aus dem Privatbesitz des ehemals regierenden Großherzoglichen Hauses Sachsen-Weimar und Eisenach.

Verfügbarkeit

Die Historische Wagensammlung ist im Kutschenmuseum Auerstedt zu besichtigen.

Kutschenmuseum Auerstedt
Schlosshof 6, 99518 Auerstedt

Information und Buchung
Heimat- und Traditionsverein Auerstedt e.V.
Tel. u. Fax 036461 23983
htv-auerstedt@online.de

Kontakt

Klassik Stiftung Weimar
Abteilung Kunstsammlungen
Dr. Gert-Dieter Ulferts
Burgplatz 4
99423 Weimar
Telefon: +49 (0) 3643-545-665
Fax: +49 (0) 3643-545-669
Gert-Dieter.Ulferts@klassik-stiftung.de

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