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6300 Quadratmeter für eine Million Bücher - Richtfest für Erweiterungsbau der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar

Vierzehn Monate nach der Grundsteinlegung ist für den Erweiterungsbau
der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar Halbzeit. Zum Richtfest am 7. Oktober sind das zweietagige Tiefmagazin unter dem Platz der Demokratie, das unterirdisch alte und neue Bibliothek verbindende »Parkmagazin« mit Leseplätzen hinter einer Fensterfassade zum Park an der Ilm, der neue Eingangsbereich und ein – mit zwei unterirdischen Etagen – 18 Meter hoher Bücherkubus im Rohbau fertig. Zusammen mit den im Roten und Gelben Schloß für Bibliothekszwecke umgebauten Bereichen stehen hier künftig 6300 Quadratmeter für eine Million Bücher und ihre Nutzer zur Verfügung. Nach den Worten von Bibliotheksdirektor Michael Knoche wird der Erweiterungsbau, für den die Stiftung Weimarer Klassik und Kunstsamm-lungen rund 24 Millionen Euro aufwendet, aber nicht nur die akute räumliche Not der mehr als 300 Jahre alten Bibliothek beenden. Möglich wird auch die Umsetzung eines spezifischen Nutzerkonzeptes, bei dem die Arbeit mit den zum Teil einmaligen und nur in Weimar vorhandenen historischen Quellen im Zentrum steht. Im neuen, von 9 bis 21 Uhr geöffneten Studienzentrum sollen diese Bestände überwiegend vor Ort benutzt werden. Zum Service werden u.a. 180 komfortabel ausgestattete Leseplätze, kurze Bereitstellungsfristen, eine nach Fachgebieten geordnete Freihandbibliothek mit bis zu 200 000 Bänden sowie eine Foto- und Mediathek gehören.
Bereits jetzt laufen parallel zu den Bauarbeiten die Vorbereitungen für die erforderliche Umstellung und teilweise Neuordnung der Bestände bzw. der Kataloge. Vor dem Umzug müssen eine Million Bücher zudem gereinigt und mit Sicherheitsstreifen gegen Diebstahl geschützt werden. Im Juni nächsten Jahres sollen die ersten Bücher ins Tiefmagazin unter dem Platz der Demokratie einziehen. Zum Jahresende 2004 ist die Eröffnung des Erwei-terungsbaus, der in Weimars Mitte ein Ensemble aus Gebäuden vom 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart behutsam miteinander verbindet, geplant.
Die dringend notwendige Sanierung des historischen Bibliotheksgebäudes wird sich in den Jahren 2005 und 2006 unmittelbar anschließen. Während die Finanzierung des Erweiterungsbaus durch Bund und Land gesichert ist, muß die Stiftung bei diesen nachfolgenden Arbeiten auch auf die Unterstützung von Dritten bauen. Von den insgesamt ca. 8,5 Millionen Euro, die nach bisherigen Untersuchungen dafür gebraucht werden, kann nur die Hälfte aus dem Stiftungshaushalt aufgebracht werden.
Für die Herzogin Anna Amalia Bibliothek geht mit der Erweiterung sowie der anschließenden Restaurierung des aus dem Jahr 1565 stammenden alten Bibliotheksgebäudes ein unhaltbarer Zustand seinem Ende entgegen. Von einer Million Bücher des heutigen Gesamtbestandes mußten zuletzt rund 80 Prozent in über ganz Weimar verteilten Außenmagazinen gelagert werden. Im historischen Bibliotheksgebäude mit seinem einzigartigen Rokokosaal führen gravierende bauliche Mängel immer wieder zu konservatorischen Schwierigkeiten, die die hier untergebrachten wertvollen Bestände auf Dauer gefährden. Erst wenn diese Bestände in die neuen Magazine einziehen können, wird das Stammhaus für die lange überfällige Sanierung frei. Nach Abschluß dieser Arbeiten soll die alte Bibliothek, in der ca. 150 000 Bücher sowie Sondersammlungen verbleiben werden, stärker als bisher möglich als Schatzkammer des Buches für Besichtigungen geöffnet sein.

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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