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»Après une lecture du Dante« – Das Festival MelosLogos widmet sich in seiner vierzehnten Ausgabe Dante Alighieri

Unter dem Titel »Après une lecture du Dante« veranstaltet die Klassik Stiftung vom 23. bis 25. Oktober 2015 zum vierzehnten Mal das Festival MelosLogos. Es ist dem italienischen Autor Dante Alighieri (1265–1321) und im Besonderen seiner »Göttlichen Komödie« gewidmet. Den programmatischen Rahmen der poetischen Liedertage gibt im Dante-Jahr 2015 Ossip Mandelstam vor. Er sagt, Dantes »Divina commedia« sei ein »Erkundungsgang« für die neuere europäische Musik. »Die Divina Commedia«, so Mandelstam, »raubt dem Leser seine Zeit nicht, sondern lässt sie vielmehr anwachsen, wie es ein Musikstück tut, wenn es gespielt wird. […] Undenkbar, Dantes Gesänge zu lesen, ohne sie auf die Gegenwart zu beziehen. Dazu sind sie geschaffen. Sie sind Gerät zum Einfangen der Zukunft. Sie verlangen einen Kommentar im Futurum.«

Die insgesamt fünf Veranstaltungen des diesjährigen Festivals bieten von den Gesängen der Gregorianik über Kompositionen Franz Liszts (1811–1886) bis hin zur Uraufführung der Schweizer Komponistin Helena Winkelman ganz unterschiedliche Zugänge zu Dantes Monumentalwerk. Für die Eröffnungsveranstaltung am Freitagabend sowie die Konzerte am Samstag und Sonntag sind noch Karten im Vorverkauf am Stand der Klassik Stiftung in der Tourist-Information erhältlich, Restkarten an der Abendkasse.

Zum Auftakt am Freitag, 23. Oktober, um 20 Uhr liest der Schauspieler Max von Pufendorf im Alten Schlachthof Weimar Dantes »Inferno/Hölle« in einer Übersetzung von Hartmut Köhler. Die erst 20-jährige, preisgekrönte Pianistin Elisabeth Brauß komplettiert den Abend mit Kompositionen von Franz Liszt, dessen Klaviersonate »Après une lecture du Dante« namengebend für die diesjährigen Liedertage ist.

Am Samstagmorgen um 11 Uhr gibt der Romanist Karlheinz Stierle in der Aula des Goethegymnasiums Weimar unter dem Titel »un altro viaggio« – eine andere Reise – eine Einführung in das Leben und Werk Dantes.

Die traditionelle Exkursion führt anschließend nach Arnstadt und Erfurt. Die Liebfrauenkirche Arnstadt, errichtet zwischen 1180 und 1330, bietet den idealen Rahmen für eine Lesung aus Dantes »Purgatorio/Läuterungsberg« um 16 Uhr erneut mit Max von Pufendorf. Dante zitiert darin vielfach die Gesänge des Gregorianischen Chorals. Der Benediktinermönch und Experte für Gregorianik Pater Nikolaus Nonn OSB bringt eine Auswahl dieser Gesänge zu Gehör und bereichert die Lesung damit um eine authentische Klangerfahrung.

Im Hohen Chor des Erfurter Doms St. Marien findet um 20 Uhr die Uraufführung von Helena Winkelmans »Canto 33« statt, einer Komposition über den letzten Gesang des »Paradiso« aus der »Divina commedia«. Es musizieren der Lettische Rundfunkchor aus Riga gemeinsam mit dem Countertenor Peter Kennel, Carla Bos, Harfe, Carl Rosman, Kontrabassklarinette, und Alejandro Coello Calvo, Schlagzeug, unter der Leitung von Kaspars Putni?š. Ein vielstimmiger Chor, Mikrotonalität, Obertonakkorde, ein Countertenor, Klänge von Harfe, Schlagzeug und Bassklarinette lassen »die Musik zum Übertragungsmedium einer völlig anderen Erfahrungswelt werden – so wie auch der Text weit über den alltäglichen Erfahrungsbereich hinaus weist«, schreibt die Komponistin über ihr neues Werk.

Auf den letzten Seiten seiner »Divina commedia« spricht Dante von einer gewaltigen Lichtvision: Diese »Schilderungen sind immer wieder durchbrochen von Klagen über die Unzulänglichkeit der Sprache. Ich hoffe, dass vielleicht die Musik in Bereiche vordringen kann, die der Sprache versagt sind.« (Helena Winkelmann über »Canto 33«) Die Uraufführung des etwa einstündigen Werkes wird eingeleitet von einer Perotinus zugeschriebenen Chorkomposition aus der Schule von Notre Dame (13. Jahrhundert).

Mit dem Konzert der King’s Singers findet MelosLogos 14 am Sonntag, 25. Oktober, um 11 Uhr seinen Abschluss im Saal des Musikgymnasiums Schloss Belvedere. The King’s Singers stehen weltweit für Virtuosität und a-cappella-Gesang in höchster Vollendung. Ihr Programm »The Fires of Love«, Madrigale und Motetten aus fünf Jahrhunderten, haben sie ausgehend von Dantes Welt eigens für die poetischen Liedertage 2015 in Weimar zusammengestellt.

Seit 2002 stehen die Poetischen Liedertage in Weimar unter der künstlerischen Leitung von Liese Klahn-Albrecht für außergewöhnliche Programme auf der Grenze von Sprache und Musik. An besonderen Orten werden sie von herausragenden Künstlern gestaltet. In den vergangenen Jahren waren dies u.a. Juliane Banse, Anja Silja, Dietrich Fischer-Dieskau, András Schiff, Imre Kertész, Udo Samel, Anna Prohaska, Bruno Ganz, das Artemis-Quartett, Manfred Trojahn, Michael Sanderling, Christiane Karg, Stefan Litwin, Christian Gerhaher und Alfred Brendel.

Das Festival MelosLogos 14 findet in Kooperation mit dem Musikgymnasium Belvedere, der Evangelsich-Lutherischen Kirchgemeinde Arnstadt sowie dem Dom St. Marien zu Erfurt statt. Medienpartner der diesjährigen Ausgabe der poetischen Liedertage ist Deutschlandradio Kultur. Für ihre freundliche Unterstützung dankt die Klassik Stiftung außerdem der Stiftung Pro Helvetia und der RIPEG Immobilien GmbH & Co. KG.

Karten für Medienvertreter
Wir bitten um frühzeitige Anmeldung unter:
presse@klassik-stiftung.de

Weitere Informationen
www.meloslogos.de

Veranstaltungsdaten
MelosLogos 14 – Poetische Liedertage in Weimar
»Après une lecture du Dante«
23. bis 25. Oktober 2015

Information und Vorverkauf
Stand der Klassik Stiftung Weimar in der Tourist-Information
Markt 10 | 99423 Weimar
Tel +49 (0) 3643 | 545-400
Fax +49 (0) 3643 | 41 98 16
info@klassik-stiftung.de
svdmzweb01.klassik-stiftung.de

Ausstellung »Dante, ein offenes Buch«
Noch bis 26. Juni 2016 | Herzogin Anna Amalia Bibliothek | Renaissancesaal

Auch die Herzogin Anna Amalia Bibliothek widmet sich in ihrer Jahresausstellung »Dante, ein offenes Buch« Dante Alighieri. Im Renaissancesaal beleuchtet die Ausstellung vor allem die Frage, wie Dante in der Weimarer Kulturgeschichte wahrgenommen wurde und welche Bestände seine Rezeption geprägt haben. Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt dabei auf der Zeit um 1800. Zu sehen sind neben eindrucksvollen Graphiken von Joseph Anton Koch, Johann Heinrich Füssli oder John Flaxman auch Übersetzungen von August Wilhelm Schlegel bis Philalethes oder die »Commedia«-Ausgabe Karl Wittes.

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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