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Arbeitszimmer Henry van de Veldes im Haus Hohe Pappeln ist anspruchsvoll wiederhergestellt – Klassik Stiftung eröffnet ständige Ausstellung

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Heute, 23. März, präsentierte die Klassik Stiftung Weimar im Haus Hohe Pappeln das im Rahmen einer anspruchsvollen denkmalpflegerischen Maßnahme wiederhergestellte Arbeitszimmer Henry van de Veldes. Als neuer Bestandteil der ständigen Ausstellung ist es ab morgen, 24. März, für Besucher geöffnet. Anlässlich der Wiedereröffnung des Hauses erscheint zudem die Publikation »Das Haus unter den Hohen Pappeln« in vierter und komplett überarbeiteter Auflage im Verlagshaus Römerweg.

Das Arbeitszimmer war Henry van de Veldes komplett selbst entworfene »geistige Keimzelle«, in der er las, Briefe schrieb und sich mit Freunden, Kollegen und Kunden austauschte. Er hatte es 1908 mit umlaufenden Einbauschränken aus Teakholz ausgestattet, in die zwei Schreibtische, Podeste, Heizkörperverkleidungen sowie ein Sofa integriert waren. Kunstwerke wie Keramiken, Plastiken und Zeichnungen schmückten den Raum.

Mit dem Umzug der Familie im Jahr 1917 gelangten auch die Möbel in die Schweiz; die Einbauten entfernten spätere Bewohner des Hauses Hohe Pappeln. Erhalten blieben im Arbeitszimmer nur das Parkett, die Fensterbänke und Laibungen sowie die Türblätter und Türgriffe.

Auf der Grundlage von Befunden, historischen Fotografien und Grundrissen sowie über Vergleiche mit erhaltenen zeitgenössischen Objekten stellte die Klassik Stiftung Weimar 2015 die Einbaumöblierung wieder her. Die Deckenleuchten hatte sie bereits 2013 entsprechend einem erhaltenen Original nachbauen lassen. Nicht rekonstruiert wurde der Kamin; sein ursprünglicher Ort in der Fensternische ist als sogenannte »Fehlstelle« markiert. Künftig sollen nachgewebte Vorhänge die Einrichtung weiter ergänzen.

Die Entscheidung für einzelne Farben basierte bei diesen Maßnahmen einerseits auf Befunden, andererseits auf dem überlieferten gedämpften Farbspektrum von Henry van de Veldes Entwürfen um 1908. Neue Dauerleihgaben und Ankäufe von originalen Möbeln und Keramiken sowie von Kunstwerken aus dem Besitz des Künstlers vervollständigen die Präsentation.

»Henry van de Velde zählt zu den wichtigsten europäischen Gestaltern der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts«, betonte Wolfgang Holler, Generaldirektor Museen der Klassik Stiftung. »Seine herausragende Bedeutung für Weimar in Zukunft noch deutlicher herauszustellen, ist unser Ziel. Eine zentrale Rolle spielt in diesem Zusammenhang sein Haus Hohe Pappeln. Der Pflege und der umsichtigen Annäherung an den ursprünglichen Zustand dieses Gesamtkunstwerk gilt dabei unser besonderes Augenmerk.«

Die Wiederherstellung des Arbeitszimmers von Henry van de Velde wurde von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien mit 143.500 Euro gefördert.

Für Rückfragen stehen Ihnen Dr. Julia Glesner, Pressesprecherin (03643 545 104 | 0172 84 62 910), und Franz Löbling, Pressereferent (03643 545 113 | 0172 79 999 59), gern zur Verfügung.

Bibliographische Angaben

»Das Haus unter den Hohen Pappeln«
Herausgegeben von Dr. Thomas Föhl und Dr. Antje Neumann
Mit Texten von Dr. Antje Neumann und einem Vorwort von Dr. Thomas Föhl
Layout von Karina Bertagnolli
112 Seiten | 146 Abbildungen
Preis 14,90 Euro | ISBN 978-3-7374-0231-6
Verlagshaus Römerweg 2016

Ausstellungsdaten

»Die Wiederherstellung des Arbeitszimmers von Henry van de Velde «
Ständige Ausstellung im Haus Hohe Pappeln
24. März bis 29. Oktober 2016
Haus Hohe Pappeln
Belvederer Allee 58| 99425 Weimar

Öffnungszeiten

Di–So 11–17 Uhr

Eintritt

Erw. 3 Euro | erm. 2 Euro | Schüler (16-20 J.) 1 Euro

Besucherinformation

Stand der Klassik Stiftung Weimar in der Tourist-Information
Markt 10 | 99423 Weimar
Tel +49 (0) 3643 | 545-400
Fax +49 (0) 3643 | 41 98 16
info@klassik-stiftung.de

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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