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Attraktives Begleitprogramm zur Ausstellung »Gulag. Spuren und Zeugnisse 1929 – 1956«

Die Präsentation der Wanderausstellung »Gulag. Spuren und Zeugnisse 1929 – 1956« im Schiller-Museum der Klassik Stiftung Weimar wird von einer umfangreichen und thematisch wie inhaltlich abwechslungsreichen Veranstaltungsreihe begleitet. Unter dem Titel »Den Spuren nachgehen« finden vom 17. August bis zum 19. Oktober 2012 mehr als 20 Veranstaltungen statt, darunter Fachvorträge, Zeitzeugengespräche, ein Konzert, mehrere Filmpräsentationen, öffentliche Führungen durch die Ausstellung sowie spezielle Fortbildungen für Multiplikatoren.

Dabei werden die »Spuren und Zeugnisse« des Gulag-Systems in vertiefenden Abendveranstaltungen mit Experten weiter verfolgt: Lässt sich der Terror in der Sowjetunion unter Stalin rational erklären – und wenn ja, wie? Wie gestaltete sich die Lage unterschiedlicher Häftlingsgruppen im sowjetischen Lagersystem? Was grenzt den Gulag ab von anderen Lagersystemen des 20. Jahrhunderts, etwa dem verbrecherischen System der nationalsozialistischen Konzentrations-und Vernichtungslager? Welcher Sinn wurde dem Gulag-System zu verschiedenen Zeiten zugeschrieben?

Den Auftakt der Reihe bildet am 17. August um 19.30 Uhr im Vortragssaal des Schiller-Museums ein Podiumsgespräch mit zwei Vertretern der Menschenrechtsorganisation »Memorial«, Moskau. Der Historiker und ehemaliger Gulag-Häftling Arseni Roginski ist Vorsitzender von »Memorial«, Nikita Ochotin Wissenschaftlicher Mitarbeiter und einer der Kuratoren der Gulag-Ausstellung. Moderiert wird das Gespräch von dem namhaften Journalisten und Autoren Sergej Lochthofen, der 1953 in Workuta geboren wurde, wo sein Vater in einem Gulag-Lager interniert war. Gemeinsam gehen sie der Frage nach, welche Rolle die Gulag-Erinnerung im heutigen Russland spielt.

Initiatoren und Träger der Veranstaltungsreihe sind die Gesellschaft »Memorial«, Moskau, die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, das Imre-Kertész-Kolleg Jena, die Landeszentrale für politische Bildung Thüringen und die Stiftung Ettersberg.

Programmübersicht
Wenn nicht anders angegeben, finden alle Veranstaltungen im Vortragssaal des Schiller-Museums statt. Die Teilnahme ist kostenlos.

Freitag, 17.8., 19.30 Uhr
Podiumsgespräch: Russland heute und die Erinnerung an den Gulag. Arseni Roginski und Nikita Ochotin, »Memorial«, Moskau, im Gespräch mit Sergej Lochthofen, Erfurt

Freitag, 31.8., 19.30 Uhr
Vortrag und Diskussion: Dr. Marc Elie, Paris: Geschichte des Gulag. Neue Forschungen und neue Fragen

Freitag, 7.9., 18.00 Uhr, Kino mon ami Weimar
Ich verzeihe nichts – Frauen im Gulag. Dokumentarfilm von Eva Gerberding. Einführung und Gespräch mit Dr. Meinhard Stark, Berlin

Freitag, 14.9., 19.30 Uhr
Zeitzeugengespräch: Prof. Dr. Siegfried Jenkner, Hannover und Ernst Friedrich Wirth, Köln im Gespräch mit Prof. Dr. Hans-Joachim Veen, Weimar

Freitag, 21.9., 19.30 Uhr
Vortrag und Diskussion: PD Dr. Jörg Ganzenmüller, Jena: Gulag und Konzentrationslager: Sowjetische und deutsche Lagersysteme im Vergleich

Freitag, 28.9., 19.30 Uhr
Konzert und Lesung: Verfolgte Musik – verfolgte Poesie. Der Zyklus »24 Präludien« von Vsevolod Zaderatsky und das »Requiem » von Anna Achmatowa. PD Dr. Jascha Nemtsov, Potsdam (Klavier); Lesung: Alexandra Ionis, Weimar (in russischer und deutscher Sprache)

Freitag, 5.10., 19.30 Uhr
Vortrag und Diskussion: Dr. Felicitas Fischer von Weikersthal, Heidelberg: »Durch die Arbeit – in die Freiheit«. Der Gulag als ein Instrument der »Umerziehung«

Donnerstag, 11.10., 19.30 Uhr
Schalamow-Abend. Hörspiel und Diskussion mit Dr. Franziska Thun-Hohenstein, Berlin, und Martin Heindel, München

Freitag, 19.10., 19.30 Uhr
Vortrag und Diskussion: Prof. Dr. Beate Fieseler, Düsseldorf: Ende des Gulag-Systems? Amnestien und Rehabilitierungen für Lagerhäftlinge, 1953 – 1964

Die Programmübersicht ist auch online abrufbar unter
www.ausstellung-gulag.org/index.php?id=528

Filmreihe zur Ausstellung im Kino mon ami Weimar
Freitag, 7.9., 18.00 Uhr
Ich verzeihe nichts – Frauen im Gulag. Dokumentation von Eva Gerberding, 50 Min., D 2009

Donnerstag, 13.9. und Mittwoch, 19.9., jeweils 18.00 Uhr
Im Schatten des Gulag. Als Deutsche unter Stalin geboren. Ein Film von Loretta Waltz und Anette Leo, 90 Min., D 2011

Donnerstag, 4.10. bis Sonntag, 7.10., jeweils 20.00 Uhr
Mitten im Sturm. Eine Verfilmung des bewegenden Schicksals der Schriftstellerin Eugenia Ginzburg, mit Emily Watson und Ulrich Tukur, von Marleen Gorris, 111 Min., D, B, F, Pl 2009

Öffentliche Führungen durch die Ausstellung
Sonntag, 26.8., Samstag, 8.9. und 22.9. sowie 6.10., jeweils 11.00 Uhr

Lehrerfortbildung zur Ausstellung
Was war der Gulag? Geschichte und Deutungen des sowjetischen Lagersystems
Dienstag, 11. September, 12.00 – 17.00 Uhr
Informationen und Anmeldung unter www.stiftung-ettersberg.de
(Thillm-Angebotsnummer: 11100162)

Führungen durch die Ausstellung und Hinweise zur Vermittlung des Themas
Donnerstag, 20. September, 14.00 – 16.00 Uhr und Dienstag, 2. Oktober, 15.00 – 17.00 Uhr

Begleitband
Zur Ausstellung ist im Wallstein Verlag Göttingen ein umfangreicher Begleitband erschienen, herausgegeben von Volkhard Knigge und Irina Scherbakowa, mit über 150 z.T. farbigen Abbildungen. € 14.90 (D) / 160 Seiten / ISBN: 978-3-8353-1050-6.

Ausführliche Informationen
www.ausstellung-gulag.org

Kontakt
Philipp Neumann Stiftung
Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora
Persönlicher Referent des Stiftungsdirektors
Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
pneumann@buchenwald.de
03643-430156

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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