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bauhauskommunikation – Universität Erfurt und Klassik Stiftung Weimar veranstalten internationales Symposium zur Öffentlichkeits- und Medienarbeit am Bauhaus

Unter dem Motto »bauhauskommunikation« veranstaltet die Universität Erfurt in Zusammenarbeit mit der Klassik Stiftung Weimar am Donnerstag und Freitag, 18. und 19. Juni 2009, ein Symposium im Goethe-Nationalmuseum. International renommierte Wissenschaftler untersuchen in 16 Vorträgen die Facetten der Öffentlichkeits- und Medienarbeit am Bauhaus, darunter Prof. Dr. Magdalena Droste (Cottbus / Berlin), Dara Kiese (Museum of Modern Art, New York), Dr. Annemarie Jaeggi (Bauhaus-Archiv Berlin), und Ute Brüning (Berlin) sowie Vertreter der Bauhaus-Einrichtungen in Weimar, Dessau und Berlin.

Von seiner Gründung in Weimar an war das Bauhaus nicht nur eine künstlerische und pädagogische Einrichtung, sondern auch immer wieder Gegenstand öffentlicher Diskussionen. In kurzer Zeit entwickelte die Hochschule unter Leitung ihres ersten Direktors Walter Gropius ein Leitbild sowie eine »Corporate Identity« und trat in eine intensive Kommunikation mit Politik, Medien und Künstlern ein. In den 14 Jahren seines Bestehens wurden am Bauhaus „innovative Kommunikationsmaßnahmen nach innen und außen entwickelt“, erklärt Professor Patrick Rössler. Der Kommunikationswissenschaftler von der Universität Erfurt untersuchte in einem einjährigen Forschungsprojekt die Medienarbeit der Einrichtung. Die Ergebnisse dieser und anderer Studien werden ebenfalls im Rahmen des Symposiums vorgestellt.

Grundlage für die »bauhauskommunikation« war eine intensive Pressearbeit: Gropius beauftragte einen Presseausschnittsdienst, alle über das Bauhaus erschienenen Zeitungsausschnitte zu sammeln und weiterzuleiten – eine ungewöhnliche Maßnahme für eine Kunsthochschule dieser Zeit. Obwohl der Presseausschnittsdienst nicht alle Artikel erfasste, bot er eine gute Grundlage, die veröffentlichte Meinung über das Bauhaus im Blick zu behalten und durch Pressemitteilungen und eigene Artikel aufzuwerten. »Die Presse ist hier sehr blöd und bewusst bauhausfeindlich“, war sich Gropius schon 1922 – nach der ersten Welle der Bauhausangriffe – sicher.

Eine systematische Analyse der Pressearbeit erfolgte nun erstmals von einem Team Erfurter Kommunikationswissenschaftler unter der Leitung von Professor Rössler. Die Ergebnisse des Forschungsprojektes überraschen: „Die Meinung der Presse über das Bauhaus war keinesfalls durchweg negativ“, berichtet Professor Rössler. Nach der Gründung des Bauhauses in Weimar und kurz vor dessen Zwangsschließung gab es natürlich schwerste Anfeindungen, die sich auch in deutlich negativer Berichterstattung niederschlugen. „Gropius hatte also recht mit seiner Meinung in Bezug auf die Weimarische Presse – deutschlandweit war das Echo auf das Bauhaus aber überwiegend positiv“. Später gab das Bauhaus sogar eigene Medien (wie die verschiedenen Bauhauszeitschriften und die Reihe der Bauhausbücher) heraus. Solche Corporate Publishing-Produkte haben sich in der heutigen Unternehmenswelt fest etabliert – damals waren sie jedoch ein Novum.

Neben der gezielten Pressearbeit wurden auch publikumswirksame Veranstaltungen wie Feste und Ausstellungen organisiert. Die Bauhausausstellung von 1923 und die Eröffnung des Bauhausgebäudes in Dessau waren großangelegte und gut vorbereitete Medienereignisse, die eine deutschlandweite und teilweise internationale Berichterstattung generierten.

Das innovative Thema ist gleichzeitg auch Anlass, die noch von Gropius und Moholy-Nagy in den 1920er Jahren gegründete Reihe der »bauhausbücher« wieder zu beleben. Als erster Band der neuen Folge der »Neuen Bauhausbücher« erscheint rechtzeitig zum Symposium eine Textsammlung zur »bauhauskommunikation« (Gebr. Mann Verlag, Berlin). Sie vertieft einige der Aspekte, die in den Vorträgen nur angerissen werden können, enthält darüber hinaus zahlreiche weitere Aufsätze von Autoren, die auf dem Symposium nicht sprechen werden.

 


Veranstaltungsdaten
bauhauskommunikation
Symposium
Donnerstag und Freitag, 18. und 19. Juni 2009
Festsaal des Goethe-Nationalmuseums
Frauenplan 1 | 99423 Weimar
Die Teilnahme ist kostenfrei

Das komplette Programm sowie weitere Informationen unter www.bauhauskommunikation.de

Projektleitung
Prof. Dr. Patrick Rössler
Universität Erfurt
Nordhäuser Str. 63 | 99089 Erfurt
Tel.: 0361 | 737 41 70
Fax: 0361 | 737 41 79
patrick.roessler@uni-erfurt.de

Medien-Ansprechpartner
Corinna Lauerer
Universität Erfurt | Kommunikationswissenschaft
Nordhäuser Str. 63 | 99089 Erfurt
Tel: 0172 | 361 73 58
Fax: 0361 | 737 41 79
info@bauhauskommunikation.de


 

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