Zurück zur Übersicht

Botschaften aus dem Mittelalter – Lateinische Handschriften der Herzogin Anna Amalia Bibliothek erstmals veröffentlicht / Buchpräsentation im Schiller-Museum

Mit einem Katalog der mittelalterlichen lateinischen Handschriften bis 1600 präsentiert die Herzogin Anna Amalia Bibliothek einen ihrer wertvollsten Sonderbestände erstmals in Buchform. Erfaßt sind mehr als 200 seltene Handschriften und Fragmente, die neues Quellenmaterial für die Forschung bieten. Unter den Raritäten, die seit 1993 im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projektes in Fulda und Kassel von Spezialisten untersucht und wissenschaftlich beschrieben wurden, befindet sich auch das älteste Buch der Weimarer Bibliothek. Das kostbare Evangeliar aus der Zeit um 900 entstand in einem Skriptorium aus dem Umkreis des Klosters St. Gallen und besteht aus 51 Pergamentblättern mit goldverzierten ganzseitigen Initialen.
Die lateinischen Handschriften sind Teil einer Sammlung von ca. 2000 – auch deutschen und orientalischen – Buchhandschriften in der Weimarer Bibliothek, die heute anschaulich von der Welt des Mittelalters erzählen. Diese Sammlung enthält bedeutende Zeugnisse von in mittelalterlichen Schreibstuben entstandenen liturgischen Büchern, Brevieren und Bibeln, außerdem Meistersinger-Handschriften, darunter das Merkbüchlein des Hans Sachs, sowie Reiseberichte und Stadtchroniken. Während die deutschsprachigen und orientalischen Handschriften bereits weitgehend katalogisiert waren, stand die Bearbeitung der lateinischen Bestände bisher aus. Dem jetzt vorliegenden 1. Katalogband soll 2007 ein 2. Teil mit über 120 Handschriften folgen.

Der im Harrasowitz Verlag erschienene Katalog »Die lateinischen Handschriften bis 1600« der Herzogin Anna Amalia Bibliothek wird am Mittwoch, 28. Januar, 18 Uhr, im Vortragssaal des Schiller-Museums öffentlich vorgestellt.
Jürgen Weber, verantwortlich für die Sondersammlungen der Herzogin Anna Amalia Bibliothek, erläutert »Wie die Weimarer Bibliothek ein europäisches Thema für sich wiederentdeckt«. Betty C. Bushey, Projektbearbeiterin des vorliegenden Bandes präsentiert am Beispiel von Prunkbänden und »Kloster-Scharteken« aus der Weimarer Sammlung, was zwischen Buchdeckeln verborgen ist. Beide Vorträge werden mit Lichtbildern illustriert. Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei.

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

Der Internetauftritt der Klassik Stiftung Weimar verwendet Cookies, um Ihnen einen optimalen Service zu bieten. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich damit einverstanden. Zur Datenschutzerklärung

Verstanden