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Bücherspende aus Wolfenbüttel

Mit mehr als 100 historischen Büchern hilft die Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel der Weimarer Herzogin Anna Amalia Bibliothek Lücken zu schließen, die der Brand vom September 2004 in die wertvollen Buchbestände gerissen hat. Von den insgesamt 118 Drucken, die am Donnerstag (26. Januar) in Wolfenbüttel offiziell an Bibliotheksdirektor Michael Knoche übergeben werden, stammen 107 aus dem 17. Jahrhundert. Darunter thüringische Drucke, die auch von besonderem regionalen Interesse sind, wie der 1695 in Jena erschienene »De Jurisdictione Feudali, Von Ritter-Lehn-Bericht« und eine ebenfalls in Jena, 1673 erschienene Hochschulschrift von Strauch »Dissertationum Canonicarum Solennium Trias«. Eine dem Herzog Moritz von Sachsen-Zeitz gewidmete sogenannte Gelegenheitsschrift »Höchst-verdient- und Unvergängliches Denck- und Ehren-Mahl« (Zeitz, Hetstädt, ca. 1682), wie sie häufig anläßlich des Todes von Fürsten verfaßt wurde, wird das verbrannte Weimarer Exemplar in der vom Feuer stark dezimierten Sammlung von Personal- und Gelegenheitsschriften ersetzen.
Die Bücherspende aus dem Dublettenbestand der Wolfenbütteler Bibliothek ist für Weimar von besonderer Bedeutung, weil die Flammen des 2. September gerade bei den Drucken des 17. Jahrhundert große Schäden anrichteten. Von den rund 50 000 Büchern, die auf der zweiten Galerie des Rokokosaales verbrannten, stammten allein 17 000 aus dieser Zeit. Für den Wiederaufbau ihrer Buchbestände rechnet die Weimarer Bibliothek mit einem Zeitraum von mindestens drei Jahrzehnten und Kosten in Höhe von 47 Millionen Euro. Nach bisheriger Einschätzung können rund 70 Prozent der verlorenen Bücher wiederbeschafft werden. Im vergangenen Jahr ist es gelungen, durch Schenkungen oder Ersatzkäufe aus Antiquariaten, ca. 2 200 Bücher aus der Zeit vom 17. bis zum 19. Jahrhundert, wieder neu in den Bestand der Weimarer Sammlung zu integrieren.

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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