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Bücherspende für Herzogin Anna Amalia Bibliothek

Historische Bücher mit einem Schätzwert von 12 000 Euro hat ein privater Spender heute (23. Februar) an die Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar übergeben. Die kleine Sammlung alter Drucke aus dem 16. bis 18. Jahrhundert soll helfen, Lücken zu schließen, die die Brandkatastrophe vom 2. September 2004 vor allem in die historischen Buchbestände der Weimarer Bibliothek riß.

Unter den 25 historischen Werken, die die Schenkung umfaßt, befindet sich ein seltener Grazer Druck aus dem 16. Jahrhundert. Das Buch »Ein kurzer Inhalt und Extrakt deß Lebens und der Wunderzeichen Leopoldi, sechsten Marggrafen zu Österreich« von 1593 ist bislang in keiner deutschen Bibliothek nachweisbar. Eine Ausgabe von Gedichten »Lyricorum libri IV« von Mathias Sarbiewski aus dem Jahr 1682 sowie Johann Jacob Schmidts »Biblischer Historicus« von 1728 ersetzen die beim Brand verlorenen Weimarer Exemplare. Wertvolle Bestandsergänzungen sind außerdem eine 1672 in Amsterdam erschienene Chronik von Paderborn mit zahlreichen Kupferstichen sowie eine reich illustrierte »Abbildung und Beschreibung aller hohen Ritter-Orden in Europa« aus dem Jahr 1756.

Bibliotheksdirektor Michael Knoche dankte mit Nachdruck für eine Schenkung, die für die Bibliothek von besonderer Bedeutung sei. Gerade in den Drucken des 16. bis 18. Jahrhunderts haben die Flammen des 2. September große Schäden hinterlassen. Um die Bestände allein dieses Zeitraums zu rekonstruieren, müssen 37 000 Bücher wiederbeschafft werden. Bisher ist es gelungen, durch Schenkungen und Ersatzkäufe rund 4000 Bücher aus der Zeit vom 16. bis zum 20. Jahrhundert wieder neu in den Bestand der Weimarer Sammlungen zu integrieren. Nach vorläufigen Schätzungen wird der Wiederaufbau der Buchbestände mindestens drei Jahrzehnte dauern.

Der Spender, Elcke Eirich aus Hofheim im Taunus, hat sich entschlossen, seine Bücher nach Weimar zu geben, nicht nur, weil sie Verluste ersetzen, sondern auch, weil sie hier kommenden Generationen noch zur Verfügung stehen werden. Er hoffe, daß sich noch viele Spender seinem Beispiel anschließen, erklärte er anläßlich der Übergabe in Weimar.

 

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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