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Darf es eine Idee mehr sein? - "Zeitschrift für Ideengeschichte" wurde in Weimar präsentiert

Marbach/Weimar/Wolfenbüttel

 

Marbach/Weimar/Wolfenbüttel

Gemeinsam mit dem Verlag C.H.Beck präsentierten die drei Herausgeber - die Klassik Stiftung Weimar, das Deutsche Literaturarchiv Marbach und die Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel - heute ihre "Zeitschrift für Ideengeschichte" in Weimar. In einer gemeinsamen Pressekonferenz stellten Herausgeber und Verlag die erste Ausgabe unter dem Titel "Alte Hüte" vor.

Hellmut Seemann, Präsident der Klassik Stiftung Weimar, erläuterte den leitenden Gedanken der drei Häuser bei der Gründung der "Zeitschrift für Ideengeschichte". Mit ihr etablieren das Li­te­ra­tur­archiv Mar­bach, die Klassik Stiftung Weimar und die Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel ein geistes­wis­sen­schaft­­liches Re­flexions­­medium von na­tionalem Rang. Um dessen Anspruch zu un­ter­strei­chen, veranstal­ten die Herausgeber der "Zeitschrift für Ideengeschichte" zudem in re­gel­mäßigem Turnus eine Jahreskonferenz, in deren Mittelpunkt ideenge­schicht­­liche Komplexe von zentraler Bedeutung für die gesellschaftliche Entwicklung in Deutsch­land und Europa stehen. Titel der zweiten Ausgabe wird "Anfänger!" sein, verkündete Seemann.

Prof. Dr. Helwig Schmidt-Glintzer, Direktor der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, stellte die Gründung der "Zeitschrift für Ideengeschichte" in den Kontext der aktuellen Situation der Geisteswissenschaften mit ihren gegenläufigen Tendenzen von Spezialisierung und dem Zwang zum Generalisieren. Für die historisch orientierten Geisteswissenschaften will die "Zeitschrift für Ideengeschichte" ein Publikationsforum sein und durch ihre Themensetzung gleichzeitig neue Impulse setzen, so Schmidt-Glintzer.
*Prof. Dr. Ulrich Raulff, Direktor des Deutschen Literaturarchivs Marbach*, betonte, die Macht der Ideen sei nicht zu unterschätzen, für nichts engagierten sich Menschen rücksichtsloser. Von der Leseerfahrung her sei die "Zeitschrift für Ideengeschichte" älter, von der Deutungsenergie her jünger als andere Publikation.

Dr. Sonja Asal, geschäftsführende Redakteurin der "Zeitschrift für Ideengeschichte" erläuterte die Struktur der Publikation. Jedes Heft der viermal jährlich erscheinenden Zeitschrift umfasst drei bis vier längere Bei­träge zu einem Themenschwer­punkt. Es folgt ein Essay sowie ein Rezensionsteil, in dem wichtige Neu­erscheinungen zum Bereich der Ideengeschichte vorgestellt werden. Die Ru­brik "Archiv" präsentiert interessante Archivalien aus den Sammlungen der drei beteiligten Institutionen, aber auch aus anderen Einrichtungen. In der Rubrik "Denk­bild" werden Bilder in einem ikonographischen Essay kommentiert und damit vor Augen geführt, wie sich Ideen un­terschied­lichster Provenienz in konkreten Ge­gen­­stän­den materialisieren. In dieser Ausgabe sind neben einem einleitenden Essay der drei Herausgeber Beiträge von Martin Bauer, Andreas Urs Sommer, Ulrich Raulff, Jost Philipp Klenner sowie ein Interview mit Wilhelm Hennis und unter der Rubrik "Archiv" einen Text von Hans-Georg Gadamer mit einem Kommentar von Odo Marquard versammelt.

Für Dr. Ulrich Nolte, Lektor des Verlag C.H.Beck, passen Verlag und Zeitschrift in dreifacher Hinsicht zusammen, da sie keinen rein wissenschaftlichen Anspruch verfolge, sondern sich explizit an breites Publikum wende. Auch treffen sich ihre Themen mit den Kernkompetenzen des Verlags und sie knüpft mit ihren Autoren an die Netzwerke des Verlags an.

Die in der "Zeitschrift für Ideengeschichte" versammelten Beiträge analysieren die Genese von Ideen, seien sie philosophischer, literarischer, religiöser oder politischer Natur. Darü­ber hinaus fragen sie nach den vielschichtigen Metamorphosen von Ideen und deren all­mäh­­lichen Alterungsprozessen. Dass es sich bei der Erforschung ideen­geschicht­licher Zu­sam­men­hänge um eine zentrale und drängende Auf­ga­be handelt (die gleichwohl in den zu­rückliegenden Jahren vernachlässigt wurde), belegen die Entwick­lungen in der in­ter­natio­na­len Poli­tik ebenso wie die neu auflebenden Wertedebatten und die rund um den Globus zu beobachtende Wiederkehr des Religiösen. Ideen prägen die Ge­gen­­­wart und besitzen eine enorme Wirksamkeit, auch wenn sie oft diffus bleiben.

Die Zeitschrift richtet sich an die gebildete Öffent­lichkeit und strebt eine fächer­über­greifende Kommu­ni­kation zwi­schen allen geisteswissenschaftlichen Forschungs­diszi­pli­nen an. Zu den Autoren der Zeit­schrift gehören in­ternational herausragende Fachleute eben­so wie jüngere Wis­­senschaftler, die sich auf dem Feld der Ideen­ge­schich­­te bereits profiliert haben.

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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