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Der Ausnahmezustand als Regel – Wolfgang Kraushaar, Oskar Negt, Martin Seel und Axel Honneth bilanzieren im Januar in Weimar die Kritische Theorie

Im Januar beschäftigen sich vier hochkarätige Vorträge in Weimar mit den systematischen Bedingungen, Formationen und Folgen der Kritischen Theorie. Sie setzen die Reihe »Der Ausnahmezustand als Regel« fort, die noch bis März 2012 eine umfassende Bilanz dieser philosophischen Schule bietet. Organisiert wird die Vortragsreihe vom Kolleg Friedrich Nietzsche der Klassik Stiftung Weimar.

Den Auftakt bildet am Montag, 16. Januar, ein Vortrag von Wolfgang Kraushaar, dem bedeutendsten Chronisten der 68er-Bewegung. Seit 1987 ist Wolfgang Kraushaar Mitarbeiter des Hamburger Instituts für Sozialforschung. In zahlreichen Publikationen hat er immer wieder Rolle und Funktion der Öffentlichkeit in den 1960er und 1970er Jahren im Umfeld der Frankfurter Schule kritisch analysiert. In Weimar referiert er zum Thema »›Unsere Aufgabe die Herbeiführung des wirklichen Ausnahmezustands‹. Walter Benjamin, die Studentenbewegung und der große Katzenjammer«.

Oskar Negt beschäftigt sich am Montag, 23. Januar, mit dem Thema »Der halbierte Mensch. Demokratie als Lebensform«. Bis zu seiner Emeritierung 2002 lehrte Oskar Negt Soziologie an der Leibniz Universität Hannover. Er darf als führender Soziologe unter den gegenwärtigen Vertretern der Kritischen Theorie gelten. Neben seinen international rezipierten akademischen Schriften greift Oskar Negt immer wieder in tagespolitische Diskussionen ein. Auf diese Weise verbindet er die theoretische Arbeit mit dem Versuch ihrer Umsetzung in wirksame Praxis auf exemplarische Weise.

Mit Martin Seel empfängt das Kolleg Friedrich Nietzsche am Montag, 30. Januar, einen der bedeutendsten deutschsprachigen Philosophen der Gegenwart in Weimar. Martin Seel, seit 2004 Professor für Philosophie in Frankfurt, hat in seinen Arbeiten zur theoretischen, praktischen und ästhetischen Philosophie immer wieder die Verbindung zur Frankfurter Schule gesucht und das produktive Potential vor allem Theodor W. Adornos ins Zentrum gerückt. Seel zählt zudem zu den wenigen deutschsprachigen Philosophen, die sich mit ihren Büchern als brillante Stilisten in der Tradition Nietzsches auch einem breiteren Publikum zuwenden. Er spricht über »Spuren einer eudaimonistischen Ethik in der Kritischen Theorie«.

Am Dienstag, 31. Januar, ist Axel Honneth zu Gast. Der Direktor des Frankfurter Instituts für Sozialforschung gilt als der wichtigste lebende Vertreter der Kritischen Theorie, dessen produktive Fortschreibung vor allem der Philosophien Adornos und Habermas’ weltweit von enormer Wirkung ist. Sein Weimarer Vortrag trägt den Titel »Herausforderungen der Freiheit. Die Aktualität der Kritischen Theorie«.

Mit Vorträgen von Albrecht Wellmer, Alfred Schmid und Sigrid Weigel wird die Vortragsreihe im Februar und März 2012 fortgesetzt.

Veranstaltungsdaten
Der Ausnahmezustand als Regel. Eine Bilanz der Kritischen Theorie
16.01.2012 | Wolfgang Kraushaar, Hamburg
23.01.2012 | Oskar Negt, Hannover
30.01.2012 | Martin Seel, Frankfurt
31.01.2012 | Axel Honneth, Frankfurt

Die Vorträge finden jeweils um 18 Uhr im Vortragssaal des Schiller-Museums statt.

Schillerstraße 12 | 99423 Weimar
Der Eintritt ist frei.

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Information
Klassik Stiftung Weimar
Kolleg Friedrich Nietzsche
Humboldtstraße 36 | 99425 Weimar
Tel +49 (0) 3643 | 545-630
Fax +49 (0) 3643 | 545-639
kolleg-nietzsche@klassik-stiftung.de
svdmzweb01.klassik-stiftung.de

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