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»Der Nachlass Giuseppe Bossis« – Graphische Sammlungen Weimar laden am Wochenende zu Sonderführungen ins Goethe-Nationalmuseum ein

2014 veranstalten die Graphischen Sammlungen in Deutschland, Österreich und der Schweiz bereits zum sechsten Mal ein »Wochenende der Graphik«. Aus diesem Anlass laden die Graphischen Sammlungen der Klassik Stiftung Weimar am kommenden Wochenende, 8. und 9. November, zu einer Kabinettausstellung in die Studiensäle des Goethe-Nationalmuseums ein. In drei Sonderführungen stellen Serena Zanaboni und Prof. Dr. Hermann Mildenberger, Klassik Stiftung Weimar, ausgewählte und teils noch nie gezeigte Kunstwerke aus dem Nachlass des mailändischen Malers Giuseppe Bossis (1777?1815) vor.

Die umfangreichen Weimarer Bestände aus dem Nachlass des Künstlers gehen auf Ankäufe des Großherzogs Carl August von Sachsen-Weimar und Eisenach (1757?1828) zurück. Präsentiert werden unter anderem Zeichnungen Giuseppe Bossis, historische Medaillen und eine der drei existierenden Kopien des Originalmanuskriptes von Leonardo da Vincis »Libro Originale Della Natura, peso, e moto dell’Acque« – heute als ›Codex Leicester‹ bekannt. Die Teilnahme an den Führungen ist kostenfrei. Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl bitten wir um Voranmeldung per E-Mail an serena.zanaboni@klassik-stiftung.de .

Im Sommer 1817 reiste Großherzog Carl August in die Schweiz und nach Oberitalien. Auf Empfehlung Gaetano Cattaneos (1771?1841), Nachlassverwalter, Freund und Weggefährte Giuseppe Bossis, hin erwarb der Großherzog eine Auswahl von Werken aus dem Nachlass des Künstlers. In den Graphischen Sammlungen Weimar sind etwa 100 Zeichnungen Giuseppe Bossis dieser Provenienz überliefert, darunter mehr als 70 Abendmahl-Pausen (›Lucidi‹). Sie sind Vorarbeiten für eine von Eugène de Beauharnais (1781?1824), dem Adoptivsohn Kaiser Napoléons und Vizekönig von Italien, bei Giuseppe Bossi in Auftrag gegebene Kopie des berühmten Wandbildes von Leonardo da Vinci (1452?1519), dem Abendmahl (›Cenacolo‹) im Dominikanerkloster Santa Maria delle Grazie in Mailand.

Es waren diese Pausen, die Goethe anregten, sich intensiv mit Leonardos Abendmahl und mit Bossis Leonardo-Interpretation zu befassen. 1818 schrieb er den für die Kunstgeschichte in Deutschland wichtigen Aufsatz »Joseph Bossi über Leonard da Vinci Abendmahl zu Mayland«. In den folgenden Jahren gelangten weitere Kunstschätze aus Mailand nach Weimar und es begann ein nachhaltiger, kultureller Austausch zwischen den beiden Städten. Die mailändischen Kunstschätze inspirierten die Weimarer Kulturszene für Jahrzehnte.

Serena Zanaboni arbeitet seit 2012 für die Graphischen Sammlungen der Klassik Stiftung Weimar. 2014 erhielt sie für ihre Forschungsarbeit zu den Weimarer Erwerbungen aus Giuseppe Bossis Nachlass den Dr.-Heinrich-Weber-Preis.

Prof. Dr. Hermann Mildenberger ist Leiter der Abteilung Graphische Sammlungen der Klassik Stiftung Weimar und Honorarprofessor am Kunsthistorischen Seminar der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

>> Artikel zum Weimarer »Dürer-Hasen« aus dem Nachlass Giuseppe Bossis im Blog der Klassik Stiftung

Veranstaltungsdaten
»Weimarer Erwerbungen aus Giuseppe Bossis Nachlass«
Sonderführungen mit Serena Zanaboni und Prof. Dr. Hermann Mildenberger
Samstag, 8. November 2014 | 15 Uhr | 17 Uhr
Sonntag, 9. November 2014 | 15 Uhr
Goethe-Nationalmuseum | Studiensäle | 1. Obergeschoss
Frauenplan 1 | 99423 Weimar
Maximale Teilnehmerzahl: 20 Personen
Anmeldung erforderlich per E-Mail an serena.zanaboni@klassik-stiftung.de

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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