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Deutsch-schweizerisches Kulturprojekt erfolgreich abgeschlossen – »Pro Helvetica in Weimar« ermöglichte die Restaurierung von über 1.000 brandgeschädigten Weimarer Büchern

In diesen Tagen schließt die Herzogin Anna Amalia Bibliothek Weimar nach acht Jahren die Zusammenarbeit mit dem deutsch-schweizerischen Kulturprojekt »Pro Helvetica in Weimar« ab. 1.329 brandgeschädigte Weimarer Bücher konnten im Rahmen des Projektes in der Schweiz restauriert werden. Auf der Abschlussfeier im Fraumünster Zürich am Freitag, 23. Oktober 2015, um 12.30 Uhr wird Bundespräsident a. D. Prof. Dr. Horst Köhler den Festvortrag halten. Außerdem werden Ansprachen von Alt-Bundesrat Pascal Couchepin, Nationalrat Dr. Beat Walti und Dr. Michael Knoche, Direktor der Herzogin Anna Amalia Bibliothek, zu hören sein.

Unter den vom Brand der Herzogin Anna Amalia Bibliothek im September 2004 betroffenen Büchern waren auch zahlreiche Werke des Schweizer Geisteslebens, vor allem des 16. bis 18. Jahrhunderts. Solche Bände und Ausgaben mit Bezug zur Schweiz werden als »Helvetica« bezeichnet. Beim Bibliotheksbrand wurden sie entweder vollständig zerstört (4.000 Titel) oder unterschiedlich stark beschädigt. Die Restaurierungsaufträge erhielt eine Arbeitsgemeinschaft der drei renommierten Schweizer Restaurierungsateliers Michael Rothe GmbH, Bern, Strebel AG, Hunzenschwil, und Maja Stein, Zürich. Das in Weimar entwickelte und praktizierte Verfahren für die Mengenbehandlung der brandgeschädigten Papiere hat das Atelier Michael Rothe für seine Arbeit übernommen und weiterentwickelt.

2007 hatte sich in Zürich der Verein »Pro Helvetica in Weimar« gegründet. In den folgenden acht Jahren gelang es dem Zusammenschluss, Spenden für die Restaurierungsarbeiten einzuwerben. Privatpersonen, Unternehmen, Stiftungen und öffentliche Geldgeber in der Schweiz haben das Projekt unterstützt. Die Initiative steht unter der Schirmherrschaft des Schweizerischen Bundesrats Didier Burkhalter sowie des Schweizerischen Botschafters in Berlin und des Deutschen Botschafters in Bern.

Heute steht der größte Teil der 118.000 beim Brand der Herzogin Anna Amalia Bibliothek beschädigten Bücher wieder der Benutzung zur Verfügung. Besonders schwierige Arbeiten an den brandgeschädigten Papieren werden noch einige Jahre andauern. Die Zahl der nach dem Bibliotheksbrand wiederbeschafften alten Drucke liegt bei 45.000. Davon sind 10.000 Bücher mit den Brandverlusten bibliographisch identisch. Insgesamt waren 50.000 alte Drucke gänzlich verbrannt. Sie hinterlassen eine bleibende Lücke im Bestand.

Fakten zum Buchbestand der Herzogin Anna Amalia Bibliothek nach dem Brand
Weitere Informationen zum Projekt »Pro Helvetica in Weimar«
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