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Die Ausstellung »Sichten – D 206. Die Thüringer Sezession« präsentiert ab dem 01. Juli 2011 ein faszinierendes Spektrum unterschiedlicher künstlerischer Positionen aus Thüringen

Vom 01. bis zum 31. Juli 2011 stellen 15 Künstler der Gruppe »D 206. Die Thüringer Sezession« unter dem übergeordneten Thema »Sichten« aktuelle Arbeiten im Neuen Museum Weimar vor.

Die Gruppe »D 206. Die Thüringer Sezession« wurde im Juli 1990 gegründet und vereint bis heute prägnante und renommierte künstlerische Positionen aus Thüringen, die von der bildenden Kunst bis hin zur angewandten Kunst reichen. Die Ausstellung präsentiert nicht nur die Vielfalt unterschiedlichster Ansichten und inhaltlicher Aspekte, sondern auch ein breites Spektrum künstlerischer Techniken von Malerei, Plastik und Skulptur über Zeichnung, Aquarell und Druckgraphik bis zur E-Mail.

Der Gründungsmythos spiegelt sich noch heute im Namen: In Anlehnung an den zu DDR-Zeiten zwischen Warschau und Paris verkehrenden D-Zug »D 206« der Deutschen Reichsbahn (DR) gründete sich am 15. Juli 1990 die Künstlergruppe »D 206. Die Thüringer Sezession« als ein regionales Netzwerk unterschiedlichster künstlerischer Positionen. Der inhaltliche Fokus wurde zunächst in programmatischer Schärfe als Gegenbewegung zum unmittelbar zuvor konstituierten Verband Bildender Künstler formuliert, indem die Gründungsmitglieder von »D 206« den Anspruch auf gemeinschaftliche Interessenvertretung vor dem Hintergrund des gemeinsamen Strebens nach hoher künstlerischer Qualität als Zielvorgabe und Maßstab setzten. Heute können die Mitglieder der Gruppe auf eine einundzwanzig Jahre währende, sehr erfolgreiche Kooperation zurückblicken. Dabei war die Zusammenarbeit überaus konstruktiv und ergebnisorientiert, aber nicht immer spannungsfrei. Einige Mitglieder verließen »D 206« zum Teil auch als Ausdruck sehr unterschiedlicher Sichtweisen auf das gemeinsame Tun. Neue Mitglieder kamen hinzu und erweiterten das vorhandene thematisch-künstlerische Spektrum. Das kollegiale Arbeiten an unterschiedlichen künstlerischen Themenstellungen, die Herausgabe anspruchsvoller graphischer Mappen, darunter »Meister Eckhart« (2002), »Immanuel Kant« (2008) oder »Grenzwechsel« (2009), sowie das gemeinsame Ausstellen an vielen Orten sowohl regional als auch national und international führten zu einer eindrucksvollen Bilanz von Aktivitäten, die in Thüringen beispiellos ist. Das kreative Miteinander fand seinen Ausdruck mitunter auch in Projekten, in denen Sinn und Hintersinn humorvoll vereint und mit Ironie durchsetzt wurden. Dabei einte die Künstlerinnen und Künstler von »D 206« immer die Neugierde auf die Arbeiten des jeweils anderen. Das gemeinsame Schaffen wurde geprägt von einer tiefen, gegenseitigen Toleranz. Ähnliche Lebenserfahrungen und eine weitgehend übereinstimmende Haltung gegenüber ästhetisch-künstlerischen Traditionen verbinden die Mitglieder bis heute. »Gemeinsam leisten wir uns in gewisser Weise immer das Vergnügen, ein Stück Freiheit mit unserer Kunst auszuleben und neue Wünsche zu provozieren«, schrieb die im Jahr 2008 verstorbene Gisela Richter, Gründungsmitglied von »D 206«, in der von der Gruppe herausgegebenen Chronografie der Jahre 1990 bis 2005.

»Sichten« lautet nun das von der Gruppe mit Bedacht gewählte Thema, unter dem sie zahlreiche Beispiele ihrer künstlerischen Arbeit im Neuen Museum Weimar vorstellt. »Sichten« ermöglicht viele Annährungsweisen: Für die Künstlerinnen und Künstler von »D 206« beispielsweise im Durchsehen und Ordnen des über die Zeit hinweg Entstandenen oder im Entwickeln neuer Arbeiten vor dem Hintergrund des inspirierenden Gruppengeistes, für den Betrachter im Erkennen verschiedenartiger künstlerischer Schaffensweisen und – damit einhergehend – Erfahren mannigfaltiger geistig-inhaltlicher Dimensionen. Ein faszinierendes Spektrum eröffnet sich dem, der sich sichtend auf die nun vorgestellten neueren Werke einlässt. Von Spielarten konkreter Kunst, die sich an grundlegenden formalen Gesetzen bildnerischen Gestaltens orientiert, über zeichenhafte Kürze, epische Detailfreude bis hin zu sinnlichen, mit Licht und Farbe gestisch strukturierten Malgründen reicht das Spektrum des künstlerischen Ausdrucks. Vorgaben aus Christentum und antiker Mythologie werden zum Ausdruck unmittelbarer Zeitgenossenschaft, literarische und historische Bezüge eröffnen ein weites Erkenntnisinteresse oder Beziehungsgefüge. Die malerische ›Übung‹, die Selbstvergewisserung und Justierung individueller künstlerischer Mittel, findet ihren Platz ebenso wie der humorvolle Blick auf tradierte bildnerische Themen.

Die Ausstellung wird gefördert von der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen, die die Künstlergruppe bereits seit vielen Jahren unterstützt.

Für weitere Informationen steht Ihnen Timm Schulze zur Verfügung (03643 | 545-113 und 0172 | 79 999 59).

Mitglieder von »D 206. Die Thüringer Sezession«
Karl-Heinz Appelt
Roger Bonnard
Ralph Eck
Reiner Ende
Uta Feiler
Harald Reiner Gratz
Hans-Joachim Härtel
Philip Oeser
Ullrich Panndorf
Gisela Richter († 2008)
Friedrich Rittweger
Sabine Rittweger
Walter Sachs
Helmut Senf
Petra Wirth

Ausstellungsdaten
»Sichten« Eine Ausstellung von »D 206. Die Thüringer Sezession«
Neues Museum Weimar
Weimarplatz 5 | 99423 Weimar
01. Juli 2011 bis 31. Juli 2011
Di bis So 11 bis 18 Uhr

Künstlergespräch
06.07.2011, 19 Uhr

Öffentliche Führungen
03.07., 10.07., 31.07., jeweils um 11 Uhr

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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