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»Die Herzogin kehrt zurück« – Anna Amalias Porträt von Angelika Kauffmann ist wieder im Römischen Haus zu sehen

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Ab dem 30. April 2014 präsentiert die Klassik Stiftung Weimar im Römischen Haus ein außergewöhnliches Porträt der Herzogin Anna Amalia (1739–1807) von Angelika Kauffmann (1741–1807) wieder dauerhaft an seinem angestammten Platz. Das Bildnis aus den Jahren 1788/89 gehörte 1797 zur ersten Ausstattung des Römischen Hauses im Park an der Ilm und zierte dort den sogenannten Blauen Salon. Nachdem es jahrzehntelang als verschollen galt, konnte es im vergangenen Jahr von S.K.H. Michael Prinz von Sachsen-Weimar-Eisenach zurückgewonnen werden, der das Gemälde der Klassik Stiftung als Dauerleihgabe überlassen hat.

Das Porträt zeigt Herzogin Anna Amalia während ihres Italienaufenthaltes vor der antiken Kulisse Roms und umgeben von den Attributen ihrer Kunstliebhaberei. Die europaweit gefeierte Künstlerin Angelika Kauffmann stellte ihre Auftraggeberin in der Rolle der Musenfreundin dar; sie zählte selbst zum Kreis der Künstler, die die Herzogin in Rom um sich versammelte. Die motivischen Bezüge des Bildnisses zu Anna Amalias Kunsterlebnissen in Italien sind vielfältig. Vor den Ruinen des antiken Kolosseums erscheint sie in ein Gewand »à la grècque« gekleidet. Der zarte Kopfschleier erinnert an Darstellungen von Musen. Minerva, die Schutzgöttin der Künste und Wissenschaften, ist ihr als Büste gegenübergesetzt, deren Original Anna Amalia in den Vatikanischen Museen gesehen hatte. Eine Zeichenmappe und eine halb aufgerollte Rötelzeichnung weisen sie als Sammlerin und Ausübende der Zeichenkunst aus. Angelika Kauffmann schuf ein über die Italienerinnerung hinausweisendes Bildnis, indem sie Anna Amalia als Protektorin der Weimarer Dichter Goethe, Wieland und Herder inszenierte, deren Bücher sie umgeben. Das Porträt entstand in zeitlicher Nähe ihres Geburtstages am 24. Oktober 1788 in Rom, worauf die Malerin beziehungsreich anspielt. Ein im Bild dargestelltes Notenblatt zeigt das Datum des Geburtstages. Das wiedergegebene Musikstück hatte Johann Friedrich Hugo von Dalberg für die Herzogin komponiert, Herder den Liedtext dazu geschrieben. Dank der detaillierten Abbildung auf dem Gemälde konnten die Noten in der Musikaliensammlung der Herzogin Anna Amalia Bibliothek wiedergefunden werden. Neben den Noten sind ergänzend zu dem Gemälde weitere Erinnerungsstücke ausgestellt, die Anna Amalia aus Italien mitgebracht hat.

Zur Rückkehr des Gemäldes
Nach dem Ende der Monarchie 1918 und der Übergabe des Römischen Hauses an den Freistaat Thüringen wurde das Porträt der großherzoglichen Familie zugesprochen und später im ehemaligen schlesischen Kloster Heinrichau aufbewahrt, einem Wohnsitz der Fürstenfamilie. Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs galt es als verschollen. Als das Gemälde im Mai 2011 auf dem Londoner Kunstmarkt angeboten wurde, informierte Sotheby’s aufgrund der Eintragung bei Lost Art die Klassik Stiftung Weimar. Dank einer gütlichen Einigung wurde die Rückkehr dieses für Weimar so wichtigen Gemäldes möglich. S.K.H. Michael Prinz von Sachsen-Weimar-Eisenach überließ das Gemälde 2013 der Klassik Stiftung Weimar als Dauerleihgabe. Damit kehrte zum ersten Mal ein durch die Kriegsfolgen in Polen befindliches Gemälde wieder zurück an seinen Ursprungsort. Das Anna-Amalia-Porträt wird nun die seit 1928 im Römischen Haus gezeigte Kopie von J. Rolletschek (1859–1934) ersetzen.

Die Präsentation des Gemäldes findet am Dienstag, 29. April, um 17 Uhr im Festsaal des Goethe-Nationalmuseums statt. Nach einer Begrüßung durch Prof. Dr. Wolfgang Holler, Generaldirektor Museen der Klassik Stiftung, und einem Grußwort von Michael Prinz von Sachsen-Weimar-Eisenach führt Dr. Bettina Werche, Kustodin für Gemälde vor 1860 bei der Klassik Stiftung, in die Entstehungsgeschichte des Gemäldes ein. Die Pianistin Ekatarina Chernozub und die Sängerin Anne-Katharina Richter werden das für Anna Amalia komponierte Geburtstagslied erstmals wieder zu Gehör bringen. An die Veranstaltung schließt sich ein gemeinsamer Spaziergang durch den Park an der Ilm zum Römischen Haus an.

Bis zum 19. Oktober wird ein Rahmenprogramm mit Führungen, Gesprächen und Vorträgen die Präsentation des Porträts flankieren. Den Auftakt bildet eine Führung im Römischen Haus mit Bettina Werche zum Thema »Ein besonderer Geburtstag. Zum Entstehungskontext des Porträts in Rom« am Sonntag, 18. Mai, um 14 Uhr.

»Auf den Spuren der Herzogin Anna Amalia« ist der Titel einer Publikation, die die Klassik Stiftung zur Präsentation des Gemäldes veröffentlicht. Das reich bebilderte Buch stellt ausführlich die Orte in und um Weimar vor, an denen die Herzogin gewirkt hat.
Preis: 9,90 Euro; Seiten: 96

Ausstellungsdaten
Varietas – Neues aus den Museen
»Die Herzogin kehrt zurück«
Anna Amalias Porträt von Angelika Kauffmann im Römischen Haus
30. April bis 25. Oktober 2014 | Mi–Mo 10–18 Uhr
Lange Nacht der Museen, 24. Mai, zusätzlich 18–24 Uhr
Römisches Haus im Park an der Ilm | 99423 Weimar

Eintritt
Erw. 4 Euro | erm. 3 Euro | Schüler (16–20 J.) 1 Euro

Besucherinformation
Stand der Klassik Stiftung Weimar in der Tourist-Information
Markt 10 | 99423 Weimar
TEL +49(0) 3643 | 545-400
FAX +49(0) 3643 | 419816
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Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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