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Die Klassik Stiftung Weimar zeigt im Stadtschloss ab dem 28. November 2009 die Ausstellung »Beschwörung nationaler Identität. Das Bernhardzimmer – Neugotik im Herzen des Klassizismus«

Im Rahmen des Projekts »Premieren des Wandels«, das im Kontext der Sanierung des Stadtschlosses als Teil des Masterplans steht, macht die Klassik Stiftung Weimar am Samstag, den 28. November 2009, erstmals das neugotische Bernhardzimmer der Öffentlichkeit zugänglich. Kurator des Projekts ist der Linzer Universitätsprofessor Herbert Lachmayer, der das Bernhardzimmer und künftig auch andere Schlossräume auf eine Weise inszenieren will, die deren Geschichte lebendig werden lässt. Eckpfeiler der Ausstellung sind: die Rezeption der historischen Figur Herzog Bernhards von Sachsen-Weimar, die wiederentdeckte Gotik im 19. Jahrhundert sowie innovative Vermittlungskonzepte von Kulturgeschichte.

Um der historischen Figur Bernhards näher zu kommen, beleuchtet die Ausstellung die drei Karrieren des Herzogs: als erfolgreicher Feldherr im Dreißigjährigen Krieg an der Seite des protestantischen Schwedenkönigs Gustav Adolf, als Idol reichspatriotischer Positionen, die ihn im 19. Jahrhundert zur nationalen Identifikationsfigur machten sowie als Durchhalte-Fetisch der Nationalsozialisten. 

Den Eingang zur Ausstellung markiert der »Breisach-Lüster«, den die Künstlerin Katharina Loidl aus 4200 Rasierklingen schuf. Er erinnert an Herzog Bernhards letzte, überaus blutige Eroberung im Jahr 1638: die Stadt Breisach. Das Treppenhaus präsentiert sich mit einer von Margit Nobis entworfenen Tapete, welche emblematisch die Porträts der Protagonisten zeigt: Herzog Bernhard, Carl August, Maria Pawlowna, Friedrich Schiller, Carl Alexander und Martin Friedrich Rabe, klassizistischer Architekt des neugotischen Bernhardzimmers.

Im Raum selbst ersetzt eine »Lemure« des österreichischen Künstlers Franz West den Prunkharnisch Bernhards, der sich heute im Besitz des Metropolitan Museum in New York befindet. Sie fungiert im Kontext der Ausstellung als »Attrappe des Nationalwahns«. Bereits 2008 kuratierte Herbert Lachmayer im Rahmen des Weimarer Kunstfestes eine Ausstellung im Stadtschloss mit dem Titel »Wozu braucht Carl August einen Goethe«. Mit seinem Ausstellungsformat »Staging Knowledge« verfolgt Herbert Lachmayer das interdisziplinäre Ziel, kulturwissenschaftliche Forschung und künstlerische Produktivitätsstrategien zu verbinden, um konventionelle Wahrnehmungs- und Rezeptionsformen aufzubrechen.

Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.

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